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Valley stellt Probebetrieb ein

Ortsbus kommt nicht an

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In Valley ist Endstation für den Ortsbus: Nach dreimonatigem Testbetrieb werden Kreuzstraße und Grub nicht mehr vom Holzkirchner Ortsbus angefahren.

Valley Die Fahrgastzahlen der vergangenen drei Monate sprechen eine deutliche Sprache. Die Probephase mit dem Anschluss der Ortsteile ergab ein ernüchterndes Ergebnis: Lediglich 30 Fahrgäste haben das Angebot wahrgenommen, nur 25 Fahrkarten sind dabei verkauft worden, berichtete Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker im Gemeinderat.

Eigentlich wollte die Gemeinde die entstehenden Kosten teilweise durch die Ticket-Einnahmen decken. Den investierten fast 5000 Euro stehen allerdings nur 49,40 Euro aus Fahrkartenverkäufen gegenüber. „Wir als Gemeinde zahlen drauf“, stellte Hallmansecker fest.

Geringes Interesse, vergleichsweise hohe Ausgaben: „Das steht in keinem Verhältnis“, sagte CSU-Gemeinderat Josef Klaus, gefolgt von „Lassen wir’s bleiben“-Gemurmel aus dem Gremium. Die Entscheidung, den Ortsbus-Betrieb einzustellen, fiel einstimmig. 

Dabei hätte die Gemeinde das Projekt bei entsprechender Nachfrage auch weiterhin finanziell unterstützt, wie der Zweite Bürgermeister Anton Huber (CSU) verdeutlichte: „Wenn wir gesehen hätten, dass es genutzt wird, hätten wir weiter Geld in die Hand genommen.“

Im Rathaus rätselt man, warum das Angebot so schlecht ankam. „Ich kann es mir nicht erklären“, sagt Geschäftsführer Franz Huber. Immerhin hatten sich über 30 Anwohner in den beiden Ortsteilen für einen solchen Bus eingesetzt.

Insbesondere Senioren sollten von der neuen Mobilität profitieren. Arzttermine, Einkäufe, Besuche bei der Familie: Die Fahrzeiten waren auf die Bedürfnisse der Senioren abgestimmt. Doch mehr als 30 Fahrgäste konnten sich für das Angebot letztlich nicht erwärmen.

Eine Alternative zum Ortsbus ist derweil nicht in Sicht. Michael Stacheter (Valleyer Liste) regte zwar an, Taxifahrten für Senioren zu bezuschussen. Er wolle sich über etwaige Modelle informieren.

Jedoch gab Bürgermeister Hallmansecker zu bedenken, dass ähnliche Konzepte, etwa Anruf-Sammel-Taxis, bereits gescheitert seien. „Die Taxi-Unternehmen haben keinen Bock, für ein paar Nutscherl durch die Gegend zu fahren“, sagte der Rathauschef. Seine Hoffnung: „Vielleicht kann man was in Richtung Nachbarschaftshilfe installieren.“

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