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„Opfer“ entdeckt: Spürhunde bei der Arbeit.

44 Suchteams waren im Wald unterwegs 

Rettungshunde: Wie fordernd ihre Arbeit ist - und wie sie geprüft werden

Die Hundeführer und ihre Vierbeiner sind im Einsatz extremen Herausforderungen ausgesetzt. Ob sie das Zeug dazu haben, mussten sie nun bei einer schwierigen Prüfung in Oberlaindern unter Beweis stellen.

Landkreis Trümmersuchhunde, Wassersuchhunde und Mantrailer sind bei Rettungseinsätzen von Verletzten nicht mehr wegzudenken. Doch die wahren Detektive sind Flächensuchhunde. Im Gegensatz zu Mantrailern, welche anhand eines individuellen Geruchs eine bestimmte Person aufspüren, werden die Flächensuchhunde darauf trainiert, jeden Menschen zu entdecken, ohne zuvor einen Hinweis zu erhalten. Diese Suche nach menschlicher Witterung ist damit vergleichbar mit Jagdhunde, die nach Wild stöbern. Die Rettungshundestaffel des BRK Miesbach organisierte dafür kürzlich ein Prüfungswochenende für Flächensuchhunde aus ganz Bayern. „Im Einsatz müssen wir ja auch in fremde Gebiete“, erklärt Staffelleiter Johannes Buitkamp. Daher sahen die Teams das Suchgebiet erst am Prüfungstag.

Der Leistungstest für die Rettungshunde und ihre Hundeführer findet alle 18 Monate statt und setzt sich aus insgesamt vier Teilen zusammen. Vorab muss der Hundeführer eine theoretische Prüfung ablegen, in der die Themen Erste Hilfe Mensch und Hund, Orientierung, Einsatztaktik und Sicherheit im Einsatz schriftlich abgefragt werden. Darauf folgt der sogenannte Verweistest, bei dem der Hund eine am Boden liegende Person korrekt anzeigen muss. Im dritten Teil stellt der Suchhund seinen allgemeinen Gehorsam und sein Verhalten gegenüber Menschen und Hunden unter Beweis.

Erst, wenn das Rettungsteam diese drei Tests bestanden hat, geht es an die eigentliche Suche im Waldgebiet in Oberlaindern bei Holzkirchen, das der DJK Darching zur Verfügung gestellt hat. Der Hund soll zwei Personen, die sich in dem 30.000 Quadratmeter großen Gebiet versteckt halten, innerhalb von 20 Minuten aufspüren. Der Hundeführer muss dann Erste Hilfe leisten und den Standort des „Verletzten“ korrekt per Funk durchgeben.

Abgesperrt war das Gebiet nicht. Kollegen des Turnierhundesports Miesbach (THS) standen aber mit Helfern und Fahrzeugen zur Verfügung, um vorbeikommende Radfahrer und Fußgänger über die Situation aufzuklären und darauf hinzuweisen, das Gelände langsam zu passieren oder zu warten, bis der Hund seine Suche abgeschlossen hat.

Insgesamt 44 Suchteams wurden an den beiden Tagen von zwei Teams des BRK und des DRK geprüft. Neben der Rettungsstaffel Miesbach waren auch Helfer vom Technischen Hilfswerk Miesbach (THW) und der Rettungsstaffel der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Bad Aibling an der Aktion beteiligt. Tierärztin Elisabeth Lickteig und die Firma VET-Concept unterstützten das Projekt finanziell.

Marina Birner

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