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Zweifel an Mobilfunkmast an der Bahnlinie

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Von: Christine Merk

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Mobilfunk
Zu wenig Information: Einen Mobilfunkmast an der Bahnstrecke bei Kreuzstraße hat der Valleyer Gemeinderat abgelehnt (Symbolbild). © dpa

Zum zweiten Mal haben die Valleyer Gemeinderäte einen Mobilfunkmast im Bereich Grub/Kreuzstraße abgelehnt. Der Grund war erneut, dass Informationen fehlten. Die Entscheidung fiel mit einem Stimmenpatt.

Valley – Bereits im Mai 2021 hatte der Gemeinderat einem Antrag der Telekom für den Bau eines Mobilfunkmasts an der Bahnlinie Holzkirchen-Rosenheim eine Abfuhr erteilt. Fünf Gemeinderäte hatten damals zugestimmt (wir berichteten). Nun lag erneut ein Bauantrag vor, diesmal von der ATC Germany Holdings GmbH. Eine Gesellschaft, die als Bauherrin solche Masten errichtet und dann an Betreiber vermietet.

Unklarheit bezüglich abgelehntem Mast: Kommt er doch?

Etwa 15 000 Standorte betreibt das Unternehmen zurzeit in Deutschland, berichtete eine Mitarbeiterin, die der Sitzung digital zugeschaltet war. Mit dem Aufkauf der Telefonica habe sich die ATC verpflichtet, bis 2024 weitere 2400 Masten zu errichten und den „weißen Flecken“ im Mobilfunk zu Leibe zu rücken. Einer dieser weißen Flecken umfasst einen Teil der Bahnstrecke bei Kreuzstraße, und auf deren Versorgung liegt auch der Fokus. Auf Karten war in Rot, Grün und Gelb markiert, wie gut die Versorgung der Bereiche rund um den geplanten Masten voraussichtlich sein werde. Diese Visualisierungen führten aber zu Verwirrung. Zum einen wurde auch eine Karte gezeigt, die eine Versorgung über den im Mai 2021 abgelehnten Masten zeigte. Die ATC-Mitarbeiterin wusste nicht deutlich zu sagen, ob dieser Masten der Telekom nicht doch noch geplant sei. Die Baugenehmigung liegt letztlich beim Landratsamt.

Kein Netz am Bahnhof: Das soll besser werdden

Zum anderen war nicht deutlich erkennbar, wie sehr sich das digitale Netz für die Bürger beispielsweise in Grub durch den beantragten ATC-Mast verbessern würde. Das kritisierte unter anderem Claudia Zimmer (Valleyer Liste). „Wir brauchen eine Karte, die zeigt, welche Gemeindeteile abgedeckt sind“, sagte sie. Ganz wichtig wäre etwa der Bahnhof Kreuzstraße. „Da wollen die Leute telefonieren und haben kein Netz. Wird das besser?“

Johannes Schneider (SPD) hatte zudem herausgehört, dass mehrere Masten notwendig wären, um eine gute Abdeckung aller bisher schlecht versorgten Gemeindeteile zu erreichen, und dass damit sogar die Strahlung geringer werden würde. Die ATC-Mitarbeiterin bestätigte beides. Schneider machte deutlich, dass er dem Bauantrag unter diesen Umständen nicht zustimmen werde. „Wir sollten mit unseren Forderungen auf die Betreiber zugehen“, fand er. Paul Hechenthaler (FWG) sah das anders. „Natürlich bringt dieser Masten etwas für die Gemeindeteile, in denen wir jetzt Probleme haben“, betonte er. Er sei „ein erster Schritt in die richtige Richtung“. Christoph Trömer und Magnus Epp stellten sich hinter ihren Fraktionskollegen.

Bürgermeister: „Wir sollten als Gemeinde ein Interesse an einer guten Versorgung haben.“

Eine bessere Informationspolitik der Betreiber hinsichtlich dieser Standorte und eine gemeindeübergreifende Planung vermisste Josef Huber (Valleyer Liste). Jede Kommune bekomme Bauanträge auf den Tisch, keine wisse etwas von der anderen, kritisierte er. Bürgermeister Bernhard Schäfer (FWG) betonte, dass die Betreiber das große Ganze im Blick hätten. „Sie sind ja verpflichtet, die weißen Flecken abzudecken.“ Der Bürgermeister hatte schon eingangs auf das Landesentwicklungsprogramm verwiesen, in dem auch eine gute Mobilfunkabdeckung als Ziel formuliert sei. „Wir sollten als Gemeinde ein Interesse an einer guten Versorgung haben“, erklärte er.

Zwei Stunden Diskussion, dann knappestmögliche Ablehnung

Florian Frei (Grüne) schlug schließlich die Vertagung des Antrags und ein Dialogverfahren zwischen einem von der Gemeinde beauftragten Ingenieurbüro und den Betreibern vor. Gemeinsam würden dann Standorte gesucht. „Das kostet nicht zu viel, um Schaden von der Bevölkerung fernzuhalten.“ Nach knapp zwei Stunden Diskussion fiel die Entscheidung mit 8:8 Stimmen. Damit ist der Antrag formal abgelehnt.

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