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Ein anspruchsvolles Programm absolvierten die 43 Musiker der Unterdarchinger Musi am Samstagabend in der Mehrzweckhalle. Mit Thomas Brunner am Pult bewältigten sie alle Schwierigkeiten. 

Konzert der Unterdarchinger Blasmusik

Verbeugung vor alten und neuen Königen

Vor 100 Jahren wurde der Freistaat Bayern ausgerufen und die Monarchie abgeschafft. Dieses thematische Doppel inspirierte Thomas Brunner, Chef der Unterdarchinger Blasmusik, zu einem vielseitigen und anspruchsvollen Programm. Die Unterdarchinger Mehrzweckhalle war ausverkauft.

Unterdarching Zu Beginn ließ Brunners 43-köpfiges Ensemble die Monarchie noch einmal aufleben. Der „Parademarsch der königlich bayerischen Grenadiergarde“ eröffnete ein Konzert, das mit Herausforderungen gespickt war. Dass Marsch keinesfalls gleich Marsch ist, war eine interessante Erkenntnis: So gehören der gewaltige Orchester- und Militärmarsch „Pomp and Circumstance No. 1“ des Engländers Edward Elgar, „Der wilde Kaiser“ von Norbert Rabanser oder der „Hochachtungsmarsch“ von Herbert Pixner alle zur Familie, unterscheiden sich aber grundlegend im Charakter.

Natürlich kamen mit „Münchner Kindl“ und „Der Glasbläser“ auch Walzer und Polka zu ihrem Recht, spielfreudig und geschlossen interpretiert. Diese etwas luftigeren Stücke umrahmten die drei etwa zehnminütigen Hauptwerke des Abends, allesamt komplexe Kompositionen von hohem Schwierigkeitsgrad, bei denen nicht nur den Schlagwerkern einiges abverlangt wurde.

Ein Hauch von New York wehte durch die Halle bei dem vierteiligen Medley „Sinatra in Concert“. Dass das legendäre „My Way“ für ein Blasorchester nicht leicht zu spielen ist, focht Brunner und seine „Unterdarchinger Musi“ nicht an. Sie umschifften diese Klippe genauso souverän wie die imposanten Soundtracks zu „Robin Hood – König der Diebe“ und „Der König der Löwen“, zwei Welterfolge von Bryan Adams und Elton John.

Pater Stefan Havlik offenbarte weltliche Qualitäten als Moderator. Wieder präsentierte sich der Kirchenmann als informatives und gnadenlos humorvolles Bindeglied zwischen den Stücken. So erschien ihm Staatsministerin Ilse Aigner, die entspannt im Publikum saß, nach den Koalitionsverhandlungen weder „durchgeschulzt“ noch „abgemerkelt“. Zum Sissi-Marsch wusste er die Anekdote, dass die Tante von Ludwig II. sich einbildete, einen Konzertflügel verschluckt zu haben und deshalb tagelang nicht durch Türen ging. Und als Lebensweisheit verkündete er: „Vom Ernst des Lebens halb verschont bleibt jener, der im Kloster wohnt.“ Die Gelegenheit, eine so stattliche Menschenmenge vor sich zu haben, weckte sogar den Missionar im Moderator: Er ließ den Saal ein Vaterunser beten.

Eröffnet hatte den Abend die Jugendkapelle. Unter der Leitung von Hubert Huber zeigten die 42 Jungmusikanten, dass die intensive Nachwuchsarbeit immer mehr Früchte trägt – quantitativ und qualitativ. So zeigten die Jungen, von denen einige bereits den Sprung in die Hauptkapelle geschafft haben, mit dem Marsch „Gruß an Böhmen“, dem Walzer „Lebensfreude pur“ und dem feierlichen Werk „Amen“, dass man sich in Valley um den Bläsernachwuchs keine Sorgen zu machen braucht. Höchstens in der Form, dass allmählich die Bühnen zu klein werden könnten.

Von Reinhold Schmid

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