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"Der Traum vom Fliegen" heißt die Eichen-Skulptur von Saeid Ahmadi.  

Viertes internationales Bildhauer-Symposium in Valley

Kunst in anderen Dimensionen

Hohendilching – Tonnenschwer, meterhoch: Auf der Skulpturenlichtung im Valleyer Ortsteil Hohendilching gibt es Kunst in anderen Dimensionen als den gängigen daheim.

Auf dem Grundstück von Bildhauer Tobel im Wald an der Mangfall sind in den vergangenen Wochen noch weitere Arbeiten hinzugekommen, bei deren Entstehung Kunstfreunde zuschauen konnten: Der Künstler aus Valley hatte drei Kollegen zum vierten Bildhauer-Symposium des Vereins Kunstdünger zu Gast. Jetzt wurden ihre Werke enthüllt. Auch Landrat Wolfgang Rzehak als Schirmherr war dabei. 

Zwei Wochen lang hatten vier Künstler hier zusammen gewerkelt – nicht unbedingt geräuscharm: Winkelschleifer und Kernbohrer kreischten durch das sonst so stille Waldstück, dort, wo Bildhauer Tobel lebt und arbeitet, wenn er nicht gerade in aller Welt unterwegs ist. Die Künstler reisen mit fertigen Konzepten an, beim Symposium geht es nur noch um die Ausfertigung. „Trotzdem ist die Zeit immer knapp“, erklärt Tobel. Auch weil die Arbeit unter freiem Himmel immer auch vom Wetter abhängig ist. Heuer spielte es zum Glück relativ gut mit, auch wenn die zweite Woche nass und kalt war. „Zur Finissage hat es aufgerissen“, freut sich Tobel. Zahlreiche Besucher fanden den Weg zur Skulpturenlichtung. 

Tobel enthüllte seine neue Kalkstein-Skulptur "Unendlich".

Neben dem Gastgeber selbst arbeitete dort heuer der Skulptur-Professor Hani Faisal aus Ägypten, der eine Sonnenuhr aus Kalkstein fertigte. Licht spielt in seinen Werken stets eine wichtige Rolle: Sie bringt die Zeit als vierte Dimension in das Werk. Bildhauer Saeid Ahmadi, der aus dem Iran stammt und in der Ukraine lebt, arbeitete aus einer mächtigen Eiche ein Mädchen heraus, das er „Dream of Flying“ nannte, also „Traum vom Fliegen“. Holz ist das bevorzugte Material des Künstlers, der daraus oft verspielt wirkende, hoffnungsfrohe Figuren schafft. Der Allgäuer Josef Pleier arbeitete aus starrem Granit eine bewegte Skulptur heraus, der er den Namen „Elementarteilchen“ gab. Was fast wie explodiert wirkt, wie zufällig von einer Urgewalt geformt, war harte Arbeit: Mehr als vier Tonnen wog der gewaltige Block. Ebenso wie Tobels neues Werk: Die Spirale in Kalkstein nennt er „Unendlich“. 

Die Skulpturenlichtung in Hohendilching ist damit wieder um vier Werke reicher, insgesamt stehen dort derzeit etwa 25 Arbeiten. Sie sind ganzjährig bei freiem Eintritt zugänglich und können auch erworben werden. Sogar die der internationalen Gäste. Denn der kleine Verein Kunstdünger bestreitet das Symposium selbst, wenn auch mit Unterstützung von Sponsoren. Ein ziemlich ambitioniertes Projekt, sagt Tobel, denn normalerweise werden Symposien zum Beispiel von Städten veranstaltet. Doch das einzigartige Projekt hat sich den knappen Mitteln zum Trotz inzwischen auch jenseits der eingefleischten Kulturszene in der Region einen Ruf erarbeitet. „Der Rückenwind tut uns gut“, sagt Tobel, „es ist toll, dass sich das so langsam weiterentwickelt.“

Katrin Hager

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