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Der Bach flutet das Dorf: Im Juni 2013 war selbst das Rückhaltebecken des Darchinger Dorfsbachs dem Starkregen nicht gewachsen. Die Gemeinde erweiterte das Becken daraufhin.

Gemeinde Valley gibt integriertes Schutzkonzept in Auftrag

Wappnen gegen das Wasser

Valley – Dass das Unvorstellbare nicht unmöglich ist, haben erst vor kurzem die Hochwasser-Katastrophen in Bayern gezeigt. Die Gemeinde Valley will nun am Hochwasserschutz nachbessern und lässt sich dafür ein Konzept erstellen. 

Kleine Bachläufe, die zu gefährlichen Strömen anschwellen, die Straßen und Gebäude fluten – und im Extremfall nicht nur viel Geld, sondern sogar Leben kosten: Die Flutkatastrophen in Bayern haben vor nicht allzu langer Zeit deutlich vor Augen geführt, dass das Unvorstellbare nicht unmöglich ist. Die Gemeinde Valley will sich künftig besser wappnen: Der Gemeinderat hat sich entschieden, ein integriertes Hochwasserschutzkonzept in Auftrag zu geben. Es soll aufzeigen, wo die Gemeinde wie nachbessern kann. 

Das Gremium hatte sich bereits in einer nicht öffentlichen Sitzung von Experten informieren lassen. „Es hat sich herausgestellt, dass ein integriertes Hochwasserschutzkonzept sinnvoll wäre“, fasste Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) zusammen. Der Staat unterstützt Kommunen dabei: Er deckt 75 Prozent der Kosten für die Erstellung eines solchen Konzepts. Wie hoch diese im Falle von Valley ausfallen, ist nicht genau zu sagen. Ein Experte schätzte den Kostenrahmen auf mindestens 20 000 bis höchstens 40 000 Euro. Zum einen hängen die Kosten von den Arbeitsstunden ab, zum anderen sei noch unklar, wie groß der Aufwand für die Untersuchungen und die Erstellung überhaupt ist, erklärte der Bürgermeister. In einem ist sich Hallmannsecker allerdings sicher: Mit einem solchen Konzept wäre die Gemeinde gut beraten, um dann über die Umsetzung konkreter Maßnahmen entscheiden zu können – etwa den Bau eines neuen Rückhaltebeckens. 

Das sah im Gemeinderat nicht jeder gleich so. Magnus Epp jun. (FWG) und Josef Huber (Valleyer Liste) äußersten sich skeptisch. Wie berichtet, hatten beide als Ortsobmänner des Bayerischen Bauernverbands auch die Erstellung eines Gewässerentwicklungskonzepts kritisch begleitet und damit eine öffentliche Debatte erst möglich gemacht. Es befindet sich derzeit nach der Beteiligung von Grundstücksanliegern noch in der Ausfertigung bei einem Fachbüro. 

Huber misstraute den Ausführungen der Experten über ein integriertes (also ganzheitliches) Hochwasserschutzkonzept. „Beim Gewässerentwicklungskonzept hat man uns auch gesagt, dass das auf freiwilliger Basis ist, und plötzlich müssen wir dann doch was machen.“ Tatsächlich müssen Mindeststandards eingehalten werden, damit das GEK überhaupt förderfähig und nicht für die Katz’ ist (wir berichteten). Epp befürchtete zudem, dass die Gemeinde nun doppelt für dieselbe Sache zahle, nachdem der Hochwasserschutz auch ein Teilgebiet des Gewässerentwicklungskonzepts (GEK) bildet. Hallmannsecker widersprach dem allerdings: Denn der Hochwasserschutz ist im GEK nur eines der Ziele, die durch eine verbesserte Gewässerökologie erreicht werden sollen. Und nicht gemeint seien damit aktive bauliche Hochwasserschutzmaßnahmen, wie eben der Bau von Rückhaltebecken. Bisher gibt es ein solches im Gemeindegebiet nur am Fentberg oberhalb von Oberdarching. Gleichwohl dürften sich einige der Ratschläge für konkrete Maßnahmen aus GEK und integriertem Hochwasserschutzkonzept decken können – etwa die Aufweitung bestehender Engstellen wie Verrohrungen. 

„Im Vordergrund muss stehen, dass wir unser Dorf und unsere Bürger vor Hochwasser schützen“, appellierte Richard Hillmeier (SPD) an die Kollegen im Gemeinderat. „Was ich gelernt habe von den Experten, ist dass ein Rückhaltebecken nicht reicht, sondern es auch auf andere Dinge wie die Durchlässigkeit ankommt“, so Hillmeier. Wenn das Konzept vorliege, könne der Gemeinderat entscheiden, welche Maßnahmen verhältnismäßig seien und umgesetzt werden sollen. Die Mehrheit des Gemeinderats entschied sich schließlich gegen die Stimme Hubers dafür, ein Fachbüro mit der Ausschreibung zu beauftragen.

Katrin Hager

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