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Auf rund 2,7 Kilometern will die Autobahndirektion die A 8 im Gemeindegebiet Valley, hier bei Mitterdarching, mit Lärmschutz versehen.

An der A8

Weiteres Fachgutachten beantragt: Lärmschutz bei Valley lässt weiter auf sich warten

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Der Wasserschutz bremst die Lärmschutzbauten an der A 8 weiter aus. Ihren Tempolimit-Antrag hat die Gemeinde dafür inzwischen ans Verkehrsministerium geschickt.

Valley – In so einem Rathaus häufen sich zwangsläufig stapelweise Akten an. Manche sind in Schränken verstaut, andere flattern durch irgendwelche Büroablagen. Einige hat Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) hingegen jederzeit griffbereit. Etwa den Ordner zum geplanten Lärmschutz an der A 8. Besagter Ordner ist über die Jahre kräftig angewachsen. Gutachten, Briefverkehr, Baupläne. Zuletzt kam die Kopie eines Schreibens hinzu, das Hallmannsecker jüngst an das Bayerische Verkehrsministerium geschickt hat: Der Antrag auf ein temporäres Tempolimit auf dem Autobahnabschnitt, der den Gemeindebereich durchsticht.

Der neuerliche Vorstoß ist die Reaktion auf das stockende Planfeststellungsverfahren (PFV) für die Lärmschutzbauten, die den geplagten Anwohnern in den Ortsteilen Unter- und Mitterdarching sowie Unterlaindern nach Jahren voll Autobahnkrach Ruhe verschaffen sollen. Den Inhalt hatte der Gemeinderat in der Juli-Sitzung festgezurrt: eine Geschwindigkeitsbegrenzung tagsüber auf 100 km/h vor, nachts auf 80 km/h (von 22 bis 6 Uhr). Und sollte die Fahrbahn saniert werden, dann aber mit Flüsterbelag. Schon zweimal hat die Gemeinde eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung beantragt, zweimal ist sie gescheitert. „Da es jetzt über ein bayerisches Ministerium läuft, habe ich ein bisschen mehr Hoffnung“, sagte Hallmannsecker.

Anders sieht das beim tatsächlichen Lärmschutz aus. Ein Schreiben, das bestätigt, dass die seit Monaten laufende Überprüfung einer Gefährdung des Wasserschutzgebiets Mühltaler Hangquellen abgeschlossen ist, ist noch immer nicht im Rathaus eingetrudelt. Das PFV, das die Regierung von Oberbayern im Jahr 2016 eingeleitet hat, hängt unverändert in der Warteschleife. Weiterhin bremst der Wasserschutz den Lärmschutz aus.

„Wir haben für die Abklärung von wasserwirtschaftlichen Fragestellungen ein weiteres Fachgutachten beauftragt“, erklärt Josef Seebacher, Sprecher der federführenden Autobahndirektion Südbayern, auf Anfrage. Bis die Ergebnisse der umfangreichen Untersuchungen nicht vorliegen, könne er keine Aussagen zum weiteren Zeitplan und zur weiteren Planung treffen.

In Valley sinkt das Verständnis für die Verzögerung zunehmend, der Frust dagegen wächst. „Wir haben einen Rechtsanspruch“, polterte Richard Hillmeier (SPD) jüngst im Gemeinderat. Ihm stieß zudem sauer auf, dass der Gemeinderat keinerlei neuen Informationen zum aktuellen Stand der Untersuchungen erhalte. Der einfache Grund: Dem Rathaus liegen keine vor. Zuletzt habe man im Februar Kontakt mit der Autobahndirektion gehabt, erklärte Hallmannsecker. Er erinnerte jedoch daran, dass im PFV, so es wieder anläuft, auch noch gut 60 Einwände von Bürgern geprüft werden müssten. Jene von Grundbesitzern und jene aus Unterlaindern, wo sie die geplanten Lärmschutzbauten gerne verlängern würden.

Das Warten auf den Lärmschutz geht also weiter. Ein Ende? Nicht in Sicht. „Ich habe nicht jeden, aber viel Glauben verloren, dass schnell was weitergeht“, seufzte Hallmannsecker. Der Ordner mit den Lärmschutz-Akten bleibt somit griffbereit im Büro. Bis er ins Archiv wandert, dürfte noch einige Zeit vergehen.

fp

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