Hat noch viel vor: Sixtus Lampl, hier vor der Zollingerhalle, die er vor 20 Jahren aus Grub an den Schlossberg transferieren ließ – heute dient die frühere Sägewerkshalle mit ihrer einmaligen Akustik als Konzerthalle. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes, der Bezirks- und der Verfassungsmedaille, des Akademiepreises der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie der Valleyer Bürgermedaille feiert heute seinen 80. Geburtstag.
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Hat noch viel vor: Sixtus Lampl, hier vor der Zollingerhalle, die er vor 20 Jahren aus Grub an den Schlossberg transferieren ließ – heute dient die frühere Sägewerkshalle mit ihrer einmaligen Akustik als Konzerthalle. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes, der Bezirks- und der Verfassungsmedaille, des Akademiepreises der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie der Valleyer Bürgermedaille feiert heute seinen 80. Geburtstag.

Sixtus Lampl darf feiern

Wie ein Geschenk zum 80. Geburtstag: Gute Nachrichten fürs Orgelmuseum Valley

  • VonKatrin Hager
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Sixtus Lampl feiert heute einen Runden: Der gebürtige Schlierseer wird 80 Jahre alt. Gewissermaßen als Geburtstagsgeschenk dazu gibt es gute Nachrichten für sein Orgelmuseum in Valley.

Valley – Im Mittelpunkt steht Sixtus Lampl nicht allzu gern. Für seinen 80. Geburtstag am heutigen Freitag hat er auch angesichts Corona darum gebeten, von Besuchen abzusehen, ein großes Fest wird es nicht geben. Am Sonntag, 8. August 2021, werden ihn Wegbegleiter wohl trotzdem hochleben lassen. Vor dem Konzert mit Kreuzorganist Holger Gehring ab 15 und 17 Uhr in der Zollingerhalle – das Lampl nicht zu seinem Geburtstag, sondern zum 30. Todestag des blinden Organisten Helmut Walchas angesetzt hat – findet sowohl die Versammlung des Fördervereins Orgelmuseum als auch die konstituierende Sitzung der neuen „Dr. Sixtus und Inge Lampl Stiftung“ statt.

Die kürzlich von der Regierung von Oberbayern genehmigte Stiftung, der neben den Lampls der frühere Valleyer Bürgermeister Andreas Hallmannsecker vorsitzt, soll Lampls Lebenswerk am Alten Schloss Valley für die Zukunft sichern. Als Erstes steht ein Umbau an, der im Orgelzentrum einen Museumsbetrieb mit regulären Öffnungszeiten ermöglicht. Zwischen dem Alten Schloss und der Zollingerhalle soll ein Verbindungsbau entstehen, der auch die Kino-Orgel erschließt und einen neuen Ausstellungsraum schafft, sowie ein zentraler, behindertengerechter Zugang samt Lift. Die Pläne sind genehmigt, an der Finanzierung haperte es bisher.

Leader-Zuschussantrag für den Umbau am Orgelzentrum ist gestellt

So war es gewissermaßen ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, als der Lenkungsausschuss der Leader-Aktionsgruppe (LAG) im Landkreis den Bau nun als förderfähig eingestuft hat und damit den Weg für den Zuschussantrag ebnete. „Wir haben 87,5 Prozent der möglichen Punkte bekommen“, freut sich Hallmannsecker. „Wir haben jetzt den Antrag beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Rosenheim gestellt“, erklärt der Stiftungsvorsitzende auf Nachfrage. Bekommt das Projekt die Leader-Mittel, wäre die Hälfte der Netto-Baukosten gedeckt, die auf 745 000 Euro geschätzt werden.

Hallmannsecker hofft, dass der Förderbescheid Ende September ergeht: „Erst dann dürfen wir die Arbeiten ausschreiben.“ Weitere 75 000 Euro für den Umbau sollen von der Hubertus-Altgelt-Stiftung kommen, 78 000 Euro vom Förderverein Orgelmuseum. Zudem darf die Dr. Sixtus und Inge Lampl Stiftung ihr Vermögen von 300 000 Euro aufwenden. „Das wird eng und knapp“, sagt Hallmannsecker; die Stiftung muss weitere Spenden sammeln. Und mit diesem Bau ist das Projekt nicht abgeschlossen. Auch den Betrieb des Museums gilt es zu sichern: Bislang führt Lampl persönlich die Besucher durch seine einzigartige Sammlung.

Der gebürtige Schlierseer hat viele Notenschätze gehoben

Der gebürtige Schlierseer, der auch den Männergesangverein Valley und den Kirchenchor Oberdarching-Laindern leitet, hat noch viel vor. Das Orgelmuseum mit dem Alten Schloss, der Zollingerhalle und dem Bundwerkstadel – allesamt hat Lampl ebenso wie seine Orgeln mit viel Mühe vor Verfall und Vergessen gerettet – ist nicht der einzige kaum genug wertzuschätzende Schatz, den der gebürtige Schlierseer der Region angerichtet hat.

Große Musikwerke aus den Klöstern Weyarn und Tegernsee, die mit der Säkularisation in Vergessenheit gerieten und diese teils nur durch Zufall überlebten, hat Lampl in ungezählten Arbeitsstunden in heutige Notenschrift transkribiert, damit die Musik wieder lebendig wird. Auch dafür sorgt Lampl persönlich, etwa mit seinem Ensemble Musica di Baviera. So steht die Wiederaufführung der Missa solemnis an, die Benediktiner Marianus Königsperger 1746 zum Jahrtausendjubiläum des Klosters Tegernsee geschrieben hat.

ag

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