Aus Wiese wird Bauland: Vier Einfamilienhäuser mit Doppelgaragen finden auf dem unbebauten Areal entlang der Mühlfeldstraße in Unterdarching Platz. Der Gemeinderat änderte dafür die Einbeziehungssatzung.
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Aus Wiese wird Bauland: Vier Einfamilienhäuser mit Doppelgaragen finden auf dem unbebauten Areal entlang der Mühlfeldstraße in Unterdarching Platz. Der Gemeinderat änderte dafür die Einbeziehungssatzung.

Bebauung an der Mühlfeldstraße

Verbauter Ausblick: Vier neue Häuser geplant - Anwohner beschwert sich

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Entlang der Mühlfeldstraße in Unterdarching könnten vier neue Einfamilienhäuser entstehen. Der Gemeinderat gab grünes Licht - und handelte sich Beschwerden eines Anwohners ein.

Unterdarching – Der Valleyer Gemeinderat machte in seiner Sitzung mit einer Änderung der Einbeziehungssatzung den Weg für die Bebauung des Ortsrandes von Unterdarching frei. Konkret erlaubt der Satzungsbeschluss das Bebauen einer rund 100 Meter langen Fläche entlang der Mühlfeldstraße kurz vor dem Ortsrand. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehen bereits Häuser.

Vier Einfamilienhäuser geplant

Die neu ausgewiesene Zone wurde bisher landwirtschaftlich genutzt – jetzt sollen vier Einfamilienhäuser mit Doppelgaragen folgen, eines davon mit weiteren zwei Außenstellplätzen. Der Geschäftsleiter der Gemeinde Valley warb vor der Abstimmung für die Satzungsänderung: „Die Fläche eignet sich besonders für die Beschaffung von neuem Bauland.“ Da alle Grundstücke direkt an die Mühlfeldstraße angrenzen, werde keine weitere ökologisch wertvolle Fläche für den Bau der Zufahrten verbraucht.

Fast alle Grundstücke an Einheimische vergeben

Bürgermeister Bernhard Schäfer (FWG) freute sich vor allem über die künftige Nutzung des Baulands: „Eines der Grundstücke hat die Gemeinde Valley vor einiger Zeit gekauft und kürzlich wieder verkauft – unter Nutzung des Einheimischen-Programms.“ Drei weitere Grundstücke sind Schäfer zufolge in privatem Besitz. „Eines davon wechselte kürzlich den Besitzer – auch hier konnten wir die Vergabe über das Einheimischenmodell verlangen“, sagt der Rathauschef. Und auch ein drittes Grundstück bleibt in Valleyer Hand: „Das gehört einem Einwohner, der das Grundstück für seine Kinder hält.“

Einwände zur Satzungsänderung gab es seitens der Gemeinderäte nicht – das Gremium entschied sich einstimmig dafür. Vorab berücksichtigten die Räte allerdings öffentliche Einwände. So hatte die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamts Miesbach festgestellt, dass die für einige Grundstücke gewählte Ausgleichsfläche zwischen Mitterdarching und Oberlaindern bereits als Ausgleichsfläche für den Radwegbau zwischen eben diesen Ortschaften verwendet wurde. Der Gemeinderat entschied deshalb, die geforderte Ausgleichsfläche in Ökopunkte umrechnen zu lassen – also Geld für den Ausgleich anderswo zu bezahlen.

Bürger fürchtet um seinen unverbauten Ausblick

An dem Projekt gestört hatte sich allerdings ein Bürger, der bisher in Ortsrandlage wohnte. Er monierte im Rahmen des öffentlichen Auslegungsverfahrens eine Wertminderung seines Grundstücks. Außerdem fürchtete der Anwohner eine Beeinträchtigung der Wohn- und Arbeitsverhältnisse durch die Ausweisung der zusätzlichen Bauparzellen. Für fraglich befand der Bürger auch, ob eine Einbeziehungssatzung für die Bebauung von Außenbereichsflächen rechtskonform möglich ist.

Gemeinderat berücksichtigt Einwände nicht

Das Landratsamt lehnte diese Einwände größtenteils ab. „Die Einbeziehungssatzung ist eine Möglichkeit, Außenbereichsflächen zu Bauland zu machen“, schreibt das Landratsamt in einer Stellungnahme. Rechtsverstöße lägen demnach nicht vor. Die Behörde ergänzte: „Es besteht kein Anspruch auf eine dauerhafte Ortsrandlage mit unverbautem Ausblick in die Kulturlandschaft.“ Die Neubebauung sei in Umfang und Höhe ortsüblich, auch die Beeinträchtigung der Wohn- und Arbeitsverhältnisse konnte das Landratsamt nicht feststellen. Der Gemeinderat folgte diesem Fazit – und entschied sich einstimmig dafür, die Einwände des Nachbarn nicht zu berücksichtigen.

Erster Bauantrag bereits genehmigt

In einem weiteren Tagesordnungspunkt machte das Gremium bereits Nägel mit Köpfen: Einstimmig genehmigte das Gremium den ersten Bauantrag auf dem neu ausgewiesenen Areal. Das Haus mit der künftigen Hausnummer 8 an der Mühlfeldstraße – gelegen auf dem von der Gemeinde vergebenen Grundstück – soll im Frühjahr gebaut werden. Die Antragssteller planen ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage auf dem Grundstück, das an die bisherige Bebauung am Ortsrand angrenzt. Schäfer zufolge werden Bauanträge für die verbleibenden drei Grundstücke voraussichtlich in naher Zukunft eingehen. nap

Lesen Sie auch, warum die SPD die Grundstücks-Vergabe in Valley für nicht mehr zeitgemäß hält.

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