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Der Hochbau am Klosteranger in Weyarn ist schon weit vorangeschritten. Bald wird hier auch mit dem Straßenbau begonnen. Der Gemeinderat hat die Planungen nun abgesegnet.

Wohnen am Klosteranger

Verschwenkt und schön gemacht

Weyarn - Mit der neuen Bebauung am Klosteranger wächst Weyarn gewaltig. Dafür braucht es neue Straßen und mehr Parkplätze.

Es ist Großes, was die Gemeinde Weyarn da am Klosteranger vor hat. Sieben Mehrgenerationenhäuser, mehrere Reihen- und Doppelhäuser entstehen hier. Ein Vollsortimenter soll die Nahversorgung sicherstellen. Dass es so kommt, hat der Gemeinderat bereits beschlossen. Jetzt hat er den Weg frei gemacht, damit dieses neue Areal auch an den Ort angeschlossen werden kann. Dabei geht es um umfangreiche Baumaßnahmen an der Holzkirchner Straße, an der J.-B.-Zimmermann-Straße und der neuen Erschließungsstraße, die zu den Reihen- und Doppelhäusern hinführt und künftig Klosteranger heißen wird.

Um das neue Wohngebiet und den Supermarkt an die Holzkirchner Straße anzubinden, müssen in Fahrtrichtung Mühltal zwei Linksabbieger-Spuren entstehen. Die beiden Querungshilfen nach dem Kreisel und hinter der neuen Straße Klosteranger sollen barrierefrei werden, ebenso wie die beiden schon bestehenden an der Münchner Straße. Sie erhalten Blindenleitlinien und ein Noppenpflaster, um sie an die möglichen Bedürfnisse der Bewohner der Mehrgenerationenhäusern anzupassen, wie Denis Weisser vom für die Planung beauftragten Ingenieurbüro während der Sitzung ausführte.

Die Anregung von Kornelia Schlickenrieder (WIGW) die Querungshilfen zusätzlich mit Ampeln oder Zebrastreifen zu versehen, lehnte Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) ab und verwies auf das Staatliche Bauamt Rosenheim als für die Staatsstraße zuständige Behörde. Und die hatte beides bereits ausgeschlossen. „Ampeln vor einem Kreisel sind nicht zu erreichen“, sagte der Rathauschef. Und Weisser fügte an: „Die Fußgänger sollen die Straße überqueren, wenn kein Auto in Sicht ist.“ Auch zweiter Bürgermeister Franz Demmelmeier (SPD) merkte an, dass ein Stau im Kreisel aufgrund der Ampel nicht sinnvoll sei. „Die Lösung ist so vernünftig.“

Eine größere Veränderung steht der J.-B.-Zimmermann bevor: Sie soll etwas nach Süden verschwenkt werden – dorthin, wo derzeit der Fußweg von der Münchner Straße auf die J.-B.-Zimmermann-Straße führt. Sie macht somit Platz für zwei Mehrgenerationenhäuser hinter dem Supermarkt. Auch die derzeit 18 Parkplätze an der Straße werden verlegt, zehn zusätzliche sollen entstehen, um die Ortsmitte zu entlasten, wie Wöhr betonte.

Dass die neuen Stellflächen in der Nähe zur Einmündung in die Münchner Straße geplant sind, gefiel Schlickenrieder auch nicht: „Gibt es denn keinen anderen Platz?“ „Aber wo sollen wir sie denn hinpacken?“, entgegnete daraufhin Betty Mehrer (SPD). Schließlich seien die bisherigen Parkplätze an ähnlicher Stelle. Solle man jetzt die ganze Planung nochmal neu aufrollen?

Geplant ist zudem, die Einmündung optisch mit einem natursteinähnlichen Pflaster hervorzuheben. Dies soll dem Autofahrer signalisieren, dass er auf eine innerörtliche Verbindungsstraße einbiegt, auf der gedämpftes Fahren angebracht ist.

Ähnliches gilt für die neue Straße Klosteranger. Sie wird zwar nicht als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, durch die gewählten Materialien von Asphalt, Rasenfugen und Pflastersteinen soll dies aber gewährleistet sein.

Die vorgestellten Pläne nahm der Gemeinderat einstimmig an. Nur für die Planung der J.-B.-Zimmermann-Straße gab es von Schlickenrieder ein Nein.

Bei der Gestaltung des Klosterwegs dagegen herrschte wieder Einigkeit im Gremium. Dieser soll im Zuge der Erschließungsarbeiten rund um den Klosteranger erneuert werden. „Er ist in einem nicht so tollen Zustand“, führte Weisser aus. Geplant ist auch hier ein Material-Mix aus Pflaster, Asphalt, Rasenschotter und Rasenfugen für die 17 Parkplätze, die hier entstehen sollen.

Während die Kosten für die Neuerschließung des Areals Klosteranger gemäß städtebaulichen Vertrag Investor Quest übernimmt, muss die Gemeinde für den Klosterweg selbst aufkommen. Wöhr rechnet mit Ausgaben in Höhe von etwa 250 000 Euro. Laut Weisser sollen die Arbeiten im Herbst 2016 abgeschlossen sein. Einzig die Asphaltdecke der neuen Erschließungsstraße Klosteranger wird später aufgetragen, voraussichtlich erst 2017 oder gar 2018, wenn die Bauarbeiten in diesem Bereich beendet sind.

Von Daniela Lang

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