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Umstrittener Standort: Der Gemeindewerke-Hauptsitz im Gewerbegebiet soll demnächst eine Mobilfunk-Anlage tragen.

Vodafone-Sender auf dem Gebäude der Gemeindewerke

Angestellte machen sich Sorgen

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Holzkirchen - Vodafone braucht zwei neue Sender-Standorte für Holzkirchen. Der Gemeinderat hat nun dafür das Kulturhaus und ein Gebäude der Gemeindewerke vorgeschlagen. Doch Mitarbeiter der Gemeindewerke haben ihre gesundheitlichen Bedenken brieflich geäußert.

Fast jeder nutzt heutzutage ein Handy oder Smartphone, doch vor der Strahlung fürchten sich nach wie vor viele. Und viele wollen keinen Sender in ihrer Nähe haben. So auch die Mitarbeiter der Gemeindewerke Holzkirchen. In einem Brief ans Rathaus haben sie mitgeteilt, dass sie „gesundheitliche Bedenken“ haben, wenn ein solcher Sender auf eines ihrer Gebäude kommt. 

Um das Thema Mobilfunk und diesen Brief ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Der Grund: Vodafone braucht zwei neue Standorte in den Suchkreisen Holzkirchen Süd und Gewerbegebiet Ost, um sein Netz nach LTE-Standard auszubauen. Neben dem Kultur im Oberbräu ist auch ein Gebäude der Gemeindewerke ins Visier geraten. „Wir empfehlen die Standorte, damit die Belastung möglichst gering ist“, schickte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) voraus. Das sei auch zutreffend, wenn sich ein Mast direkt auf einem Hausdach befinde. „Auch wenn das vielleicht zunächst absurd klingt.“ 

Bauamtsleiter Karl Herbst erinnerte in der Sitzung an die Vorgeschichte. Die Gemeinde ließ ein Gutachten vom Umweltinstitut München erstellen. „Damit wir mitreden und uns aktiv einbringen können“, ergänzte Löwis. Die Experten sollten überprüfen, wie stark Mobilfunk-Sender im Ort strahlen, und welche Standorte geeignet wären (wir berichteten). Ende 2015 eröffnete Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut der Kommune, dass es nun eine Chance zum Handeln gebe. Vodafone suche zwei neue Standorte, nachdem die bisherigen Verträge mit Hexal und dem Gasthof Zur Post auslaufen würden. Das Umweltinstitut nahm 22 Standorte genauer unter die Lupe. 

Im Ortskern empfahl es das Kulturhaus, auch weil es dank seiner Höhe technisch gut geeignet sei. „Strahlungsmäßig wäre dieser Standort eine 30-prozentige Verbesserung gegenüber dem alten Platz auf der Post“, sagte Ulrich-Raithel damals. Von der Idee, den Sender auf die bestehende Telekom-Anlage zu packen, nahm man hingegen schnell wieder Abstand – wegen der hohen Strahlung, die dann zusammengekommen wäre. Im Gewerbegebiet Ost legten sich die Experten auf kein konkretes Haus fest. In den Fokus rückte dennoch ein Gebäude der Gemeindewerke. 

Ulrich-Raithel zufolge kämen Standorte außerhalb der Bebauung kaum noch in Frage – weil Smartphones gute Netze bräuchten. 

Laut Albert Götz, Leiter der Gemeindewerke, wäre wohl das Verwaltungsgebäude wegen seiner Höhe am besten geeignet. „Die Antenne wird dann bestimmt noch mal zehn Meter hoch“, sagt er. Wie er selber zu dem Ansinnen steht, verschweigt er. Aber es sei „das gute Recht“ seiner Mitarbeiter, dass sie Bedenken äußern. „Sie wurden technisch noch nicht ausreichend informiert“, meint Götz. Das habe eventuell zu Unsicherheiten geführt und müsse nachgeholt werden. 

Beim Kulturhaus kam in der Sitzung die Frage nach dem Denkmalschutz auf. Laut Löwis bezieht sich dieser aber nur auf Saal und Gewölbe. Herbst erinnerte daran, dass es eine Außentreppe und eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach gebe. „Da dürfte einem Antennenmasten nichts im Wege stehen.“ Am Ende werde der Aufsichtsrat der Gemeindewerke Holzkirchen, in dem Gemeinderäte und Bürgermeister sitzen, entscheiden, ob der Mast dorthin kommt, sagt Götz. Ähnlich verhält es sich laut Löwis mit dem Kultur-im-Oberbräu-Gebäude, das ebenfalls einer Tochter der Gemeinde, der Kultur- und Bürgerhaus GmbH, gehört. Indirekt aber profitiert auch die Gemeinde von der Pacht, die Vodafone bezahlt. 

Der Gemeinderat beschloss bei einer Gegenstimme, diese beiden Standorte vorzuschlagen. Der Mobilfunkbetreiber muss dann eigens das Gespräch mit den Eigentümern suchen.

Von Marlene Kadach

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