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2022: Das steht in der Gemeinde Warngau an

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Von: Katrin Hager

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Kommt 2022 aus der Warteschleife: der geplante Ausbau der Kita am Kapellenfeld in Oberwarngau.
Kommt 2022 aus der Warteschleife: der geplante Ausbau der Kita am Kapellenfeld in Oberwarngau. © Archiv tp

In Warngau steht im neuen Jahr eine ganze Reihe Projekte in den Startlöchern. Darunter der Radverkehr und der Ausbau der Kinderbetreuung sowie das neue Gewerbegebiet.

Warngau – Obwohl die Pandemie anhält: Das befürchtete Streichkonzert bei den Kommunen ist bislang ausgeblieben. Corona habe vieles verzögert, aber nichts verhindert, sagt der Warngauer Bürgermeister Klaus Thurnhuber: „Direkte Ausfälle hatten wir eigentlich nicht.“ Der Rathauschef bleibt trotzdem in Habachtstellung. „Die Steuerausfälle kommen noch – aber zeitversetzt.“ Denn die Zuweisungen für Kommunen im Finanzausgleich berechnen sich jeweils an den Ergebnissen vor drei Jahren – als Corona noch nicht zu Buche schlug. „Es wird schon noch einen sauberen Knick geben“, schätzt Thurnhuber. „Sichtbar wird er ab 2023.“ Deshalb als Kommune schon mal ohne Not an Investitionen zu sparen, macht volkswirtschaftlich aber keinen Sinn. „Wenn wir jetzt bremsen, steigt die Gefahr, dass die Delle zum Loch wird“, betont Thurnhuber. Entsprechend wird in Warngau 2022 wieder in die Hände gespuckt.

Kinderbetreuung

Die Gemeinde will ihre Kinderbetreuung weiter ausbauen – und zwar gleich an drei „Baustellen“. Die 2020 wegen der Baustoff-Lieferengpässe vertagte Erweiterung der Kita am Kapellenfeld steht in den Startlöchern. Und der Startschuss für den Anbau mit einem weiteren Gruppen- sowie Bewegungsraum soll 2022 auch wirklich fallen, versichert Thurnhuber.

In direkter Nachbarschaft arbeitet die Gemeinde zusammen mit dem Landratsamt an Plänen für eine Großtagespflege, in der Tagesmütter und -väter Kinder im Alter zwischen einem und zehn Jahren betreuen sollen, also vom Krippen- bis zum Hortalter. Für die Tageseltern selbst mit dem Vorteil, dass sie die Räume außerhalb ihrer Privatsphäre nutzen können, für Eltern mit dem Vorteil, dass die Betreuung auch gesichert ist, wenn die eigene Tagesbetreuung etwa wegen Krankheit unvermittelt ausfällt. „Wir erweitern unser Betreuungsangebot damit um eine familiäre Form“, meint Thurnhuber. Einen Platz soll die neue Großtagespflege im inzwischen leerstehenden alten Lehrerhaus an der Turnhalle bekommen, zwischen Grundschule und Kita am Kapellenfeld. „Besser kann ein Standort nicht sein“, findet Thurnhuber. Da es für die Tagespflege nicht so detaillierte Vorschriften zu beachten gebe wie für Betreuungseinrichtungen der öffentlichen Hand, dürfte sich der bauliche Aufwand auch in Grenzen halten, hofft der Rathauschef. „Vielleicht können wir das schon ab September anbieten.“

In Wall soll der Kindergarten von einer eingruppigen zu einer zweigruppigen Einrichtung ausgebaut werden, während die Waldkindergartengruppe bestehen bleibt. Die Gemeinde hätte einen Anbau an den Kindergarten im Sinn, um die Kinderbetreuung dort vom Kindergarten- bis zum Grundschulkind weiter zu bündeln. Die Weichen für diese Erweiterung zu stellen, ist allerdings deutlich mühseliger als am Kapellenfeld, denn der Waller Kindergarten wird nicht nur von der Kirche betrieben, auch das Gebäude selbst und sein Umgriff sind in kirchlicher Hand.

Die Gemeinde hat bereits mehrere Gespräche mit Vertretern der Kirche geführt, das Ordinariat sei am Zug: „Die Kirche muss wissen, wie sie in Zukunft aufgestellt sein will“, sagt Thurnhuber. Auch baulich. Davon hänge ab, wo und wie die Erweiterung des Kindergartens geplant werden könne. Die Zeit dränge, sagt der Bürgermeister: „Die Leute warten drauf, wir müssen da mal in die Gänge kommen.“

Infrastruktur

Auch der Ausbau einer attraktiveren Radinfrastruktur wird Warngau 2022 beschäftigen. Im Frühling oder Frühsommer soll am Bahnhof eine neue Fahrradabstellanlage entstehen, für die sich die Gemeinde erfolgreich um Fördermittel aus der Bike+Ride-Offensive der Bahn und des Bundesumweltministeriums beworben hat. Und die Planung für eine Raddirektverbindung zwischen Otterfing und Gmund dürfte konkret werden – in weiten Teilen über Warngauer Gemeindegebiet.

Auch zwei teure Brückenschläge stehen auf dem Programm: Die Planung für den Neubau der Mangfallbrücke bei Thalmühl zusammen mit der Nachbargemeinde Gmund sowie der Festenbachbrücke geht Schritt für Schritt weiter.

Weichenstellungen

Für einige Projekte werden im kommenden Jahr die Weichen gestellt. So muss sich die Planung für ein neues Feuerwehrhaus verdichten, auf das die Wehr um Kommandant Johann Eder schon lange wartet. Die neue Arbeitsgruppe mit Vertretern von Gemeinderat, Verwaltung und Feuerwehr habe ein erstes Treffen hinter sich, berichtet Thurnhuber. Sechs potenzielle Standortvorschläge habe die Gruppe priorisiert, nun gehe es an Besprechungen mit Grundstücksbesitzern. „Bis Sommer wissen wir, wo wir was können oder dürfen“, schätzt der Rathauschef. „Wir werden zeitnah eine Lösung vorstellen, aber es gibt eben noch viele Fragezeichen.“

Die Erweiterung des Gewerbegebiets Birkerfeld in Lochham wird die Gemeinde im neuen Jahr weiter vorantreiben. Derzeit läuft dazu die erste öffentliche Anhörung. Im Februar oder März werde der Gemeinderat voraussichtlich die Ergebnisse behandeln, dann folgt eine zweite Auslegungsrunde. Bis Ende 2022 könnte das „Birkerfeld II“ soweit baureif sein, dass es erschlossen werden kann. „2023 könnten dann erste Bauten von Firmen beginnen.“ Die Gemeinde dürfte eine ordentliche Auswahl haben, welche Firmen auf den 88 000 Quadratmetern verkaufbarer Gewerbefläche zum Zug kommen sollen, denn die Nachfrage ist riesig, berichtet Thurnhuber: „Wir sind momentan doppelt überzeichnet.“

Der Jahreswechsel ist Gelegenheit, nach vorne zu blicken. Was wird 2022 trotz der Pandemie möglich, was muss gestrichen werden? Wir haben uns in den Rathäusern umgehört.

ag

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