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Nach Erweiterung am Kapellenfeld in Warngau: Eine Kita wird erwachsen

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Von: Katrin Hager

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Hereinspaziert: Eva Vaupel und Martin Wolf präsentieren die neuen Räume in der Kita am Kapellenfeld. Die Kinder dürfen erst nach der Freigabe einziehen.
Hereinspaziert: Eva Vaupel und Martin Wolf präsentieren die neuen Räume in der Kita am Kapellenfeld. Die Kinder dürfen aber erst nach der Freigabe durch die Behörden einziehen. © Thomas Plettenberg

Die Handwerker sind abgezogen: Der Anbau an die Kita am Kapellenfeld in Warngau harrt der Freigabe durch die Behörden. Der Bezug ist nicht der letzte große Schritt: Die Einrichtung soll eigenständig werden.

Warngau – Pünktlich zum Start des neuen Betreuungsjahres sind die Handwerker an der Kita am Kapellenfeld in Warngau weitestgehend abgezogen. Der Bezug der neuen Räume, der noch aussteht, ist aber nicht der einzige große Schritt, der in der Kita geplant ist: Sie soll künftig eigenständig werden.

Die Anforderungen an Kinderbetreuung sind stetig gewachsen, ebenso der Bedarf. Die Gemeinde Warngau hat zuletzt viel gebaut, dem gerecht zu werden. 2015 eröffnete ein Kita-Neubau am Kapellenfeld für Kindergarten- und Hortkinder, der organisatorisch dem bestehenden Kinderhaus St. Johann mit Kindergarten- und Krippenplätzen zugeordnet wurde. Mit dem Bedarf hielt das nur wenige Jahre mit. Heuer im März begann die Erweiterung: ein spiegelgleicher Anbau mit einem Gruppen- und einem Bewegungsraum sowie Funktionsräumen.

Der Ausbau ist bis Ferienende weitgehend fertig geworden, schildert Eva Vaupel, stellvertretende Leiterin des Kindergartens. Ein paar Kleinigkeiten müssten noch erledigt werden, vor allem am Außengelände, letzte Lieferungen an Möbeln und Spielutensilien stünden noch aus. Genutzt werden kann der Platz aktuell noch nicht, Abnahme und Freigabe der neuen Räume durchs Jugendamt stehen noch aus. Die Freigabe sollte Formsache sein. Sie ist für kommende Woche geplant, ergänzt ihr Kollege in der Kapellenfeld-Kita, stellvertretender Hortleiter Martin Wolf.

Kita Kapellenfeld soll eigenständig werden

Spätestens mit dem Anbau ist die Kita am Kapellenfeld dem Status einer „Filiale“ allerdings entwachsen. Das Leitungsteam des Kinderhauses St. Johann strebt daher schon seit geraumer Zeit eine Teilung an, wie Regina Eberl erklärt. Sie ist derzeit Gesamtleiterin des Hauses für Kinder mit den beiden Kitas am Bergfeld und am Kapellenfeld in Trägerschaft der katholischen Kirche. Die Kindergartenkinder sollen künftig paritätisch aufgeteilt werden. Somit wären in beiden Einrichtungen in Oberwarngau jeweils 65 Plätze vorhanden. Wie bisher bliebe am Bergfeld unter der Leitung Eberls dazu die Krippe mit zweimal 24 Plätzen für die ganz Kleinen, am Kapellenfeld unter der Leitung Vaupels der Hort mit 50 Plätzen für die „Großen“ im Grundschulalter, erläutert Eberl die Pläne.

Die Größe der Organisationseinheiten wäre dann aus pädagogischer Sicht wieder ideal. „Die Teams wären kleiner, Absprachen flexibler“, meint Eberl, die selbst als Mutter in Teilzeit arbeitet. „Es ist immer alles gewachsen, gewachsen, gewachsen – das passt nicht mehr zu uns.“ Geben alle Beteiligten und Behörden ihren Segen, könnte die Kita am Kapellenfeld ab 2023 organisatorisch auf eigenen Beinen stehen. Sie wird gewissermaßen erwachsen. Eine enge Zusammenarbeit ist weiter vorgesehen.

Kinderhaus am Bergfeld: Planung für Sanierung läuft an

Für das Kinderhaus am Bergfeld läuft derweil die Planung der Sanierung an, das Ordinariat gab dafür jüngst grünes Licht, wie im Gemeinderat bekannt wurde. Der 40 Jahre alte Bau soll auf heutige Bedürfnisse umgeschneidert werden. „Früher hatten wir Kinder vorwiegend zwischen fünf und sechs Jahren, die nur vormittags im Kindergarten waren“, erinnert sich Eberl. „Heute kommen Kinder ab zweidreiviertel bis drei Jahren in den Kindergarten. Manche bleiben nur am Vormittag, andere über Mittag, andere den ganzen Tag. Ein Kind, das über acht Stunden da ist, braucht aber auch einen Platz zum Ausruhen. Da geht nicht alles in einem Raum mit 25 Kindern.“

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Um das volle Potenzial auszuschöpfen, braucht es aber nicht nur Platz, sondern auch Personal. Da tut sich auch Warngau derzeit schwer. Drei Vollzeitstellen sind unbesetzt, zwei davon am Kapellenfeld. „Wir mussten Kinder für das neue Jahr abweisen“, räumt Eberl ein. Das Team hat aber alle Hebel in Bewegung gesetzt, Kollegen stockten auf, schichteten um, sprachen mit Eltern, wo und wann der Bedarf am drängendsten ist. So blieben von 27 Kindern, die im Juli keine Zusage im Kinderhaus bekamen, zum Start nach den Ferien sechs übrig. Das Leitungsteam startet daher trotz allem optimistisch ins neue Betreuungsjahr, welche Herausforderungen es auch bringen mag. „Das Team ist voll mit dabei“, weiß Vaupel.

Erweiterung knapp elf Prozent teurer als geschätzt

Dem Gemeinderat Warngau hat Ernst Bauer vom technischen Bauamt im Rathaus die weitere Kostenverfolgung für den Ausbau der Kita am Kapellenfeld erläutert. Es fielen noch einige Nachtragsangebote an: eine zusätzliche Verdunklung für 4700 Euro, der Einsatz von Trocknungsgeräten beim Estricheinbau (1700 Euro), Feuerschutzverkleidungen im Trockenbau (4500 Euro), eine Ergänzung der elektronischen Schließanlage (3600 Euro), Windsensor, Schalter und Spiegellampe (700 Euro) sowie die Erweiterung der Blitzschutzanlage (5900 Euro). Für Stirnrunzeln sorgte die Summe für die vorgeschriebene Aufrüstung der bestehenden Innentüren mit einem Klemmschutz gegen eingeklemmte Kinderhände – 5555 Euro für eine schmale Abdeckung.

Insgesamt errechnete Bauer eine Kostensteigerung im Vergleich zur Kostenschätzung von 2020 von knapp elf Prozent auf 1,378 Millionen Euro. 2020 waren die Kosten auf 1,242 Millionen geschätzt worden, 2021 lag die aktualisierte Berechnung bei 1,279 Millionen Euro. „Im Großen und Ganzen können wir froh sein, wenn man weiß, was bei den Baustoffen abgeht“, kommentierte Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG). „Bei jeder zweiten Erhöhung heißt es, das kommt aus der Ukraine. Man kann fast nicht mehr glauben, was da alles herkommt.“

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