Polizei nimmt vier mutmaßliche Islamisten in Berlin fest

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In der Gemeinschaftsunterkunft in Warngau – hier vor dem Bezug im Dezember – ist durch einen Fehlalarm ein Defekt der Brandmeldeanlage entdeckt worden. Ansonsten nimmt das Leben dort offenbar ruhig seinen Lauf.

Asylbewerber in Warngau

Kein Feuer unterm Dach

Warngau - Der Alltag ist eingekehrt in der Asylbewerberunterkunft in Warngau – und wurde schon auf die Probe gestellt. Vorige Woche ging die Brandmeldeanlage los – ein Fehlalarm, der möglicherweise Schlimmeres verhindert hat. Der Helferkreis hat derweil schon neue Pläne.

Es war ein Glück, dass der Fehlalarm losging, da sind sich inzwischen alle einig. Am vergangenen Freitag, spätabends nach 23 Uhr, schrillte plötzlich der Alarm in der Asylbewerberunterkunft in Oberwarngau. Die ist derzeit voll ausgelastet, 52 Menschen leben in den Containern, die erst vor gut zwei Monaten bezogen wurden. Während einige der Bewohner Pfarrer Gottfried Doll im benachbarten Pfarrhaus benachrichtigten, rief ein anderer bei Andrea Anderssohn auf dem Handy an, der Sprecherin des Helferkreises Asyl in Warngau. Er erklärte, dass es kein Feuer gebe, die Feuerwehr hatte also nichts zu löschen. „Alle Bewohner haben sich vorbildlich verhalten“, so Anderssohn. Der Fehlalarm hatte allerdings sein Gutes: Denn die Brandmeldeanlage hat nicht richtig funktioniert. 

Eigentlich sollte sie sofort bei Feuerwehr und bei einem Sicherheitsdienst in Miesbach anschlagen, der mit einem Schlüssel für die Technik wie etwa Alarmanlage und Hauptgasanschluss anrücken muss, rund um die Uhr. Doch beim Sicherheitsdienst kam der Warngauer Alarm nicht an – erst als die Feuerwehr diesen abstellte, meldete die Anlage dies. „Wir sind froh, dass das ohne Feuer passiert ist“, so Anderssohn. Der Fehler in der Software ist inzwischen behoben, damit im Ernstfall nun alles rund läuft. Ob der Alarm durch die Fehlfunktion ausgelöst wurde oder vielleicht etwa durch Zigarettenrauch – das kann niemand sagen, erklärte Anderssohn. 

Ansonsten laufe es in der Unterkunft rund, berichtete die Helferkreis-Sprecherin, die für die Grünen auch im Gemeinderat sitzt. Drei junge Bewohner besuchen inzwischen eine Integrationsklasse an der Berufsschule. „Die sind ganz begeistert und auch pünktlich“, betonte Anderssohn. Drei weitere junge Asylbewerber aus der Warngauer Gemeinschaftsunterkunft werden demnächst in einer neuen Vorbereitungsklasse in Holzkirchen starten. 

Am nächsten Schritt wird ebenfalls schon gearbeitet: dem in die Arbeitswelt. „Wir haben 20 Bewerbungsprofile fertig“, erklärte Anderssohn. Die Profile bündeln den bisherigen Werdegang und die Fähigkeiten der Asylsuchenden, die sie auch durch Dokumente nachweisen können – diese zu besorgen, wenn sie auf der Flucht verloren gingen, ist gerade in Krisengebieten ohne funktionierende Behördenstruktur schwierig. Potenzielle Arbeitgeber bekommen dadurch aber einen besseren Eindruck, ob einer der Warngauer Asylbewerber in die Firma passen könnte. Demnächst will der Helferkreis Kontakte mit Arbeitgebern knüpfen. Denkbar wäre etwa eine Art Praktikum, meint Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG). „Der Arbeitgeber sollte keinen Nachteil haben, wenn es doch nicht funktioniert.“ Die Asylbewerber, so Anderssohn, hätten in jedem Fall etwas davon: zum einen Kontakt und Austausch mit Einheimischen, zum anderen aber auch bessere Qualifikation als vorher. „Das ist also keinesfalls umsonst, auch nicht, wenn die Asylbewerber wieder zurück in ihr Land müssen.“ Dort könne neues Know-how vielleicht sogar mal viel bewirken. 

Demnächst ist ein Vortragsabend für die Ehrenamtlichen der Asylhelferkreise Warngau, Otterfing und Valley geplant, der diese für den Umgang mit traumatisierten Menschen besser wappnen soll. Denn: „Viele der Flüchtlinge sind traumatisiert“, erklärte Anderssohn. Und auch das „Café“ im Pfarrsaal, in dem an Wochenenden ein paar Stunden lang Helfer und Asylbewerber mal in lockerer Atmosphäre bei selbstgebackenem Kuchen und Gebäck zusammentreffen, soll demnächst noch mehr zur internationalen Begegnungsstätte werden: Der Helferkreis plane, das „Café“ für alle zu öffnen, so Anderssohn. 

Weder beim Helferkreis noch im Rathaus seien bisher Beschwerden wegen der Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft vorgebracht worden. Was an Stammtischen so geredet werde, wisse er nicht, so Thurnhuber. Probleme traten mit den neuen Einwohnern bislang aber nicht auf. „Vielleicht haben wir einfach Glück – mit unseren Helfern und auch mit unseren Asylbewerbern“, sagt der Bürgermeister. Insgesamt leben momentan 62 Asylsuchende in der 3800-Einwohner-Gemeinde, zehn davon in Privatwohnungen.

Katrin Hager

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