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Schöne Aussicht: Der Taubenberg lockt viele Ausflügler an. Weil Ortsunkund ige bislang im Ort weitgehend wildparken, will die Gemeinde ein Parkleitsystem schaffen. 

Rund um den Taubenberg

Warngau will Wildparker bändigen

Der Taubenberg ist ein beliebtes, familientaugliches Ausflugsziel. Das sorgt an schönen Wochenenden für einen regelrechten Ansturm – und in Oberwarngau für massenhaftes Wildparken. Jetzt will die Gemeinde handeln.

Warngau – Der Blick ins Umland und die Berge ist gut, der Gipfel recht kommod zu erreichen, und den Stau in die Berge kann man sich weitgehend sparen: Der Taubenberg ist ein massentaugliches Ausflugsziel. Die Schattenseiten dieser Popularität treffen die Anwohner am Fuß des Ausflugsbergs: An schönen Tagen, vor allem im Herbst, werden Warngauer Ortsstraßen am Fuße des Taubenbergs von Ausflüglern zugeparkt. 

„Das kommt stoßweise“, weiß Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG), und betroffen sei vor allem die Lindenstraße. Dabei gäbe es genug Parkplätze in Oberwarngau in bequemer Reichweite, die Ausflügler gut mitnutzen könnten: am Friedhof etwa 40 Stellplätze, am Rathaus noch mal zwölf und am Hackschnitzel-Heizkraftwerk am Kapellenfeld etwa 20. Nur: Das wissen nur die Ortskundigen. „Das Wildparken ist so schlimm geworden, dass wir das regeln müssen“, sagt Thurnhuber.

Fremdparken vor Feuerwehrhaus vermeiden

Der Gemeinderat hat nun eine Lösung auf den Weg gebracht. Es soll ein „Parkleitsystem“ installiert werden. Das klinge etwas hochtrabender als es sei, meinte auch Thurnhuber in der Sitzung: Tatsächlich handelt es sich lediglich um den Kauf eines großen Schilds, das die drei Parkoptionen an der Kreisstraße im Überblick präsentiert; es soll an der Ecke Taubenberg-/Lindenstraße aufgestellt werden. Hinzu kommen drei kleine Schilder, die jeweils die Zufahrt zu den drei offiziellen Parkplätzen ausweisen. 

Auf einen Hinweis auf die Rathaus-Parkplätze von der Taubenbergstraße soll verzichtet werden, um nicht abermals Probleme mit Fremdparkern vor dem Feuerwehrhaus zu provozieren, die die Einsatzkräfte im Ernstfall entweder selbst am Parken hindern oder das Ausrücken mit dem Tanklöschfahrzeug behindern. Die Problematik war erst voriges Jahr gelöst worden, indem die Müllcontainer ans Heizkraftwerk versetzt wurden.

Kleine Maßnahme, große Wirkung?

Kleine Maßnahme, große Wirkung – das zumindest erhoffen sich Gemeinderat und Bürgermeister nun auch vom „Parkleitsystem“ für die Taubenberg-Ausflügler. „Wenn wir damit 80 Prozent derjenigen auf die Parkplätze kriegen, die bisher an der Straße stehen, ist schon viel geholfen“, meint der Bürgermeister. Diskussionsbedarf hatte der Gemeinderat dazu nicht, zumal die Verwaltung die Kosten nur auf 450 Euro schätzt. „Das ist überfällig“, meinte Engelfried Beilhack (CSU). Die Parkplatz-Ausschilderung soll zum Frühling schon aufgestellt werden, kündigt Thurnhuber auf Nachfrage an.

Mehr Abstimmungsbedarf liefert ein ebenfalls geplantes „Leit- und Orientierungssystem“. Die Gemeinde plant, drei Hinweisschilder zu beschaffen, die in Warngau willkommen heißen und den Weg weisen zu öffentlichen Einrichtungen und örtlichen Betrieben. Zwei solcher Schilder aus Holz gab es schon, die Gewerbetreibenden hatten diese selbst beschafft, erklärte Thurnhuber. Auf nicht nachvollziehbaren Wegen verschwanden sie, als die Bauarbeiten für die Tieferlegung der B 318 begannen. „Wir sind in der Pflicht, die zu ersetzen“, findet Thurnhuber. 

Bedarf bei Betrieben abklopfen

Das sieht auch der Gemeinderat nicht anders. Die Gemeinde will die grundlegenden Sammler bereitstellen, Gewerbetreibende bräuchten dann nur noch kleine Schilder zum Einschieben beisteuern. Und die Gemeinde könnte auch ein Segment für Veranstaltungshinweise anbieten. Aufgestellt werden sollen zwei Schilder an den Einmündungen der Rampen von der B 318 und eines an der Taubenbergstraße an der Einmündung aus Richtung Osterwarngau.

Die steril wirkenden Exemplare aus nahezu unverwüstlichem Metall, die die Verwaltung als Beispiel vorlegte, um mal eine Kosten-Vorstellung zu bekommen (in diesem Fall: 6800 Euro insgesamt), werden es wohl kaum werden. „Die Optik ist noch nicht das, was man sich unter einem Willkommen in der Gemeinde vorstellt“, räumte Thurnhuber ein. Auch die Form bedarf noch genauerer Erörterung: „Wir sollten vorher den Bedarf bei den Betrieben abklopfen“, schlug Leonhard Obermüller (CSU) vor. „Wenn unbedingt neun drauf wollen und wir hätten nur sechs Plätze, müssten wir die sechs aussuchen – das können wir nicht machen.“

Katrin Hager

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