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Entwässerung wird nachgebessert 

B 318: Tieferlegung dauert länger als geplant

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Weil das Entwässerungssystem der tiefer gelegten B 318 nachgebessert werden muss, verzögert sich die Baustelle um einige Monate. Sieht so aus, als wäre die Trasse erst 2018 befahrbar. 

Warngau – Sehr gut, beinahe optimal verlief die Tieferlegung der B 318 im Ortsbereich Warngau. Ein Jahr nach dem Spatenstich hat die Grünbrücke Gestalt angenommen, die Warngauer sahen Licht am Ende des Tunnels. Im Herbst sollte laut Zeitplan die neue Trasse geöffnet werden. Die Behelfsfahrbahn könnte verschwinden, die Kreisstraße über die neue Grünbrücke führen. Der Ort wäre wiedervereint.

Doch zu früh gefreut. Die Entwässerung der tiefer gelegten Trasse, „sie funktioniert nicht“, seufzt Bürgermeister Klaus Thurnhuber. Was sich im August andeutete (wir berichteten), ist jetzt fast Gewissheit. Die zwei geplanten Überlauf-Sickerschächte in Verbindung mit einer kleineren Sickermulde aus Kies (Rigole) reichen nicht. „Wir prüfen gerade, wie wir nachrüsten können“, sagt auf Anfrage Matthias Geitz, der im Straßenbauamt das Projekt betreut. Entweder es werden entlang der 900 Meter langen Tieferlegung 18 zusätzliche „Brunnenschächte“ nötig, die über 20 Meter in die Tiefe reichen. Alternativ könnte die Kies-Rigole neben der Straße deutlich großflächiger ausfallen. Die Variante, ein Pumpensystem mit Rückhaltebecken zu installieren, wurde als zu teuer verworfen.

Die zusätzlichen Arbeiten kosten Geld – und vor allem Zeit. Die Mehrkosten, die zulasten des Bundes gehen, konnte Geitz noch nicht beziffern. Fest steht aber, dass sich die Verkehrsfreigabe der tiefer gelegten Trasse und der Grünbrücke, auf der die Kreisstraße verlaufen soll, deutlich verzögert. „Wir müssen die zusätzlichen Kosten mit dem Bund abstimmen“, sagt Geitz. Die Entscheidung für oder gegen eine Alternative sei ja auch eine Kostenfrage. Das Wasserwirtschaftsamt werde eingebunden. „Und wenn wir wissen, welche Technik es wird, muss man sehen, wann das Material geliefert ist und wann die Baufirma aktiv werden kann.“ Fakt ist: Die Erdarbeiten ruhen bis auf Weiteres.

Eine Freigabe der neuen B 318 noch in diesem Jahr hält Geitz zwar für theoretisch möglich, „aber ehrlich gesagt für nicht sehr wahrscheinlich“. Ab Mitte November ist witterungsbedingt an Asphaltieren kaum mehr zu denken. Will heißen: Die Behelfsfahrbahn wird einen zweiten Winter zu überstehen haben – und mit ihr die Warngauer und die Autofahrer. Geitz dämpft Hoffnungen, wenigstens die Kreisstraße schon über die Grünbrücke führen zu können. „Wir können sie nicht sauber an die Behelfsfahrbahn anschließen, das wäre zu gefährlich.“

Der Bürgermeister ist bedient. „Es wäre so wichtig gewesen, heuer noch umlegen zu können“, sagt Thurnhuber. Geschäftsleute und Bürger hätten die Baustelle bisher tapfer ertragen. „Vorbildlich, wie sie ohne großes Murren Umwege und Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen.“ Jetzt, so fürchtet er, werde das Grummeln lauter werden. Die Gemeinde habe die Planer stets darauf hingewiesen, dass an dieser Stelle Wasser schlecht versickert. „Wenn es stark regnet, kommt das Wasser vom Taubenberg.“

Eine Erkenntnis, die Baugrund-Erkundungen des Straßenbauamts bestätigten, wie Geitz einräumt. Die Bohrproben vermittelten aber auch die trügerische Erwartung, dass nur die oberen, ohnehin durch die Abgrabung beseitigten Schichten das Wasser stauen. „Wir hätten unter der neuen Fahrbahn durchlässigen Kiesschotter erwartet“, sagt Geitz, „dem war aber nicht so.“ Ein Schüttversuch durch die Feuerwehr sorgte dann für Ernüchterung.

Ein planerisches Versäumnis sieht Geitz nicht. „Es gab Probebohrungen, aber natürlich nicht alle fünf Meter.“ Auch ihn ärgere die Verzögerung. „Die Leidtragenden sind vor allem die Warngauer“, weiß Geitz, „uns wäre das anders auch lieber gewesen.“

Die im September 2016 begonnene Tieferlegung der B 318 in Oberwarngau kostet etwa 6,5 Millionen Euro. 1,8 Millionen trägt die Gemeinde, um damit als „Upgrade“ die Grünbrücke zu finanzieren; auf dieser kann die Kreisstraße MB 19 kreuzungsfrei die Bundesstraße queren.

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