Auf der Bundesstraße B318 bei Warngau zwischen Reitham und Oberwarngau fahren Autos in einer Kolonne am Wegweiser-Schild vorbei, das auf die Abfahrten zur Verbindungsstraße Richtung Piesenkam und zum Flugplatz bei Tannried hinweist.
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Zwei sind eine zu viel: Das Straßenbauamt plant, die Zufahrt zum Flugplatz (Tannried) zu schließen. Für die Zufahrt zur Verbindungsstraße nach Piesenkam soll dagegen eine Linksabbiegespur auf der B 318 entstehen.

Straßenbauamt plant Umgestaltung

B318/Warngau: Abbiegespur soll für mehr Sicherheit sorgen

  • vonKatrin Hager
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Mehr Sicherheit an einem Unfallschwerpunkt soll eine Linksabbiegespur auf der B 318 zwischen Reitham und Oberwarngau an der Einmündung in Richtung Piesenkam bringen. Die Pläne erörterten am Dienstagabend Vertreter von Staatlichem Bauamt, Landratsamt und Polizei dem Gemeinderat.

Warngau – Mehr als 30-mal hat es seit 2016 auf der eigentlich weit einsehbaren B 318 zwischen der Reithamer Kurve und Oberwarngau gescheppert, bei neun der Unfälle gab es neben dem Blechschaden sogar Verletzte, berichtete der Verkehrsfachbereichsleiter am Landratsamt, Peter Schiffmann. Die Unfallkommission im Landkreis hat den Bereich daher schon länger auf dem Schirm. Sie empfiehlt, die Zahl der Einmündungen zu reduzieren und die verbleibenden sicherer auszubauen.

Während für den Gefahrenbereich an der Tankstelle bei Reitham noch keine Lösung gefunden sei, soll der Unfallschwerpunkt ein Stück weiter nördlich bald beseitigt werden: Das Staatliche Bauamt Rosenheim plant auf der Bundesstraße in Fahrtrichtung Norden eine Linksabbiegespur zur Gemeindeverbindungsstraße nach Piesenkam. Die Einmündung soll im Kreuzungsbereich einen abgesetzten „Tropfen“ bekommen, der die Fahrbahnen teilt und Fahrer zum Spurhalten zwingt, erklärte Gebietsleiter Alexander Eisner vom Staatlichen Bauamt Rosenheim.

Die nächste Einmündung, die nur etwa 200 Meter weiter nördlich zum Flugplatz führt, soll derweil mit einer Leitplanke geschlossen werden. „Sonst macht die Linksabbiegespur keinen Sinn“, sagte Eisner. Etwa eine halbe Million – eine valide Kostenschätzung gibt es allerdings noch nicht – dürfte das Staatliche Bauamt für den Umbau in die Hand nehmen. Anvisiert ist er für die zweite Jahreshälfte 2022, kombiniert mit einer Fahrbahnsanierung auf der Bundesstraße, führte Eisner aus.

Die Abbiegespur soll eine Hauptursache der Unfälle in dem Bereich beseitigen. Denn die liege nicht etwa im Einbiegen auf die B 318 von Fahrzeugen, die aus Richtung Tölz kommend gen Autobahn fahren, wie Gemeinderat Reinhard Bücher (Grüne) mutmaßte; sondern in zu geringem Abstand (13 Unfälle in den vergangenen fünf Jahren) und Vorfahrtsverstößen (sechs Unfälle) beim Linksabbiegen von der Bundesstraße, erklärte Schiffmann. Der hohe Verkehrsdruck auf der B 318 verleite dazu, dicht aufzufahren oder mit Blick auf den folgenden Verkehr ein zu knappes Linksabbiegen zu riskieren. Man habe vor einigen Jahren versucht, das Problem mit größeren Wegweisern zu lösen, damit Fahrer der Linksabbieger besser gewahr würden, so Schiffmann – ohne Erfolg. „Dass Tempobegrenzungen und Überholverbot hier nichts bringen, sieht man an der Tankstelle.“

Am Handlungsbedarf, den auch Verkehrs-Sachbearbeiter Ernst Größwang von der Holzkirchner Polizei bestätigte, zweifelte im Gemeinderat niemand. Doch das erwartbare Mehr an Verkehr, das die Verbindungsstraße nach Piesenkam nach dem Umbau wird schlucken müssen, ziehe Folgekosten nach sich, wandte etwa Harald Stanke (FWG) ein: Die Gemeinde müsse die Fahrbahn dann auf etwa 100 Metern auf ein heute reguläres Maß ausbauen. „Ich möchte schon gern, dass sich der Bund an den Kosten beteiligt“, sagte Stanke.

Die Zuständigkeit des Bundes ende an der Einmündung, entgegnete Eisner: „Wir dürfen da nicht finanziell tätig werden, wir müssen dem Bundesrechnungshof Rede und Antwort stehen.“ Überdies zeige der ausgefahrene Zustand der Straße, dass diese eigentlich längst ausgebaut gehöre. In den Beschluss wurde aufgenommen, dass die Gemeinde zu einem späteren Zeitpunkt noch in Verhandlungen mit dem Bund treten wolle.

Engelfried Beilhack (CSU) sah zwar die Linksabbiegespur als „überfällig“, den Verzicht auf die „Fliegerstraße“ zum Flugplatz aber kritisch: „Mit jeder Straßenschließung machen wir die Infrastruktur schlechter.“ Ebenso wie Winfried Dresel (Grüne) und Bücher stimmte er in namentlicher Abstimmung aber als einziger gegen die Maßnahme. Das Straßenbauamt steigt auf dieser Grundlage nun in die Planung ein.

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ag

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