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Streitpunkt: Sollte der Bahnübergang bei Lochham geschlossen werden, will die DB den Verkehr entlang der Schienen über eine Straße umleiten. Dort grasen im Sommer allerdings die Ziegen von Hubert Rimböck (Zaun rechts), der die Fläche nicht verkaufen will. 

Bahnübergänge bei Thann und Lochham 

Unfall-Bahnübergang: Gemeinde ärgert sich über DB und setzt klares Signal

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  • Florian Prommer
    Florian Prommer
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Es brodelt in Warngau. Die Gemeinde ärgert sich über die Deutsche Bahn (DB), die Bahnübergänge lieber schließen will als sie mit mit Halbschranken nachzurüsten. Der Bürgermeister ist entschlossen, ein Signal zu setzen.

Warngau – Hubert Rimböck steht am Bahnübergang bei Lochham und schüttelt den Kopf. Der Wind pfeift über die Gleise. Seine Mütze hat er tief ins bärtige Gesicht gezogen. Er blickt die Bahngleise entlang in Richtung Süden. Gute 300 Meter liegen zwischen dem Lochhamer Übergang, „seinem“ Übergang, und dem bei Thann.

Der DB schwebte vor, Lochham zu schließen und den Verkehr auf einer neuen Straße parallel zu den Gleisen nach Thann zu führen. Das Problem: Die Bahn bräuchte dafür Rimböcks Grund – und der denkt überhaupt nicht dran, die Flächen zu verkaufen.

„Ich gebe doch keinen Grund direkt vor meiner Haustür her“, sagt Rimböck bei einem Ortstermin. Seit über 50 Jahren züchtet er Ziegen auf seinem Hof bei Lochham, der gleich neben den Gleisen liegt. Im Sommer grasen 160 Tiere auf der Wiese zwischen Bauernhof und Schienen.

„Den Grund gebe ich nie her“, sagt Rimböck. Das teilte er sowohl der Gemeinde als auch der Bahn mit. „Er hat sich das gut überlegt“, wusste Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) jetzt im Gemeinderat, wo er über die aktuelle Entwicklung in Sachen Bahnübergänge berichtete, „mir war klar, dass er nicht verkauft.“ 

Umso überraschter sei er gewesen, so Thurnhuber weiter, als ein Bahnsprecher jüngst verlauten ließ, dass ein Grunderwerb kein Problem darstelle. „Das ist ein Saustall, solche Unwahrheiten über die Presse zu verbreiten“, schimpft Rimböck.

Auch der Bürgermeister ist angefressen. Seit sechs Jahren gebe es immer wieder Ortstermine und Gespräche, wie man die zwei „kleinen“ Bahnübergänge in der Gemeinde sicherer machen könnte, um schwere Unfälle wie vor wenigen Tagen zu vermeiden. Von der Bahn komme aber immer die Aussage, dass nur ein geschlossener Übergang wirklich sicher sei.

„Das ist mir zu wenig“, stellt Thurnhuber klar. Die Gemeinde werde nicht akzeptieren, dass die Schließung eines Übergangs Voraussetzung für weitere Verhandlungen ist. „Das sind keine kleinen Feldwege, sondern asphaltierte Straßen“, betonte Thurnhuber, „diese Infrastruktur geben wir nicht leichfertig her.“ Die Bahn verfolge da eine seltsame Taktik. „Wir können ja auch nicht sagen, wir rüsten bei einer Schule nur dann den Brandschutz nach, wenn wir eine zweite Schule schließen.“

Engelfried Beilhack (CSU) ist der gleichen Meinung: „Warum hier keine Halbschranken möglich sind, verstehe ich nicht.“ Leonhard Obermüller (CSU) schimpfte über die „übliche Arroganz“ der Bahn und regte an, die große Politik einzuschalten.

Der Bürgermeister kündigte an, beim Thema Bahnübergänge ein klares Signal setzen zu wollen. Man werde bald im Gemeinderat eine Marschrichtung abstecken. Schon im Haushalt 2018 soll Geld eingestellt werden für eine Nachrüstung mit Halbschranken. „Die Bahn soll wissen: Wir beteiligen uns.“ Die zweite Botschaft formulierte Reinhard Bücher (Grüne): „Wir lassen uns nicht erpressen.“

Darauf hofft Hubert Rimböck, er ist auf den Bahnübergang angewiesen. Jenseits der Gleise steht der Futterstadl für seine Ziegen. „Mehrmals täglich muss ich über die Gleise.“ Außerdem nutzen Reiter der umliegenden Anlagen den Übergang, genauso wie Kinder, die zum Schulbus in Lochham müssen – so wie Rimböcks vierjährige Enkelin.

„Würde der Übergang geschlossen, marschieren die Kinder halt über die Gleise“, prophezeit Rimböck. Eine Umleitung, da ist er sicher, „die würde niemand nutzen“.

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