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Dankeschön: Simbachs Bürgermeister Klaus Schmid überreicht Barbara Weingand ein Gastgeschenk. 

Fest für die Fluthelfer

Beginn einer herzlichen Freundschaft

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Die Chemie stimmte: 25 Fluthelfer aus Simbach verbrachten ein entspanntes Wochenende in Wall. Gäste und Gastgeber fanden sofort einen Draht. Schon steht eine Gegeneinladung. 

Wall Bald ist es ein Jahr her, dass in Simbach am Inn die Hölle losbrach. Eine riesige Flutwelle zerstörte weite Teile des Orts. Menschen starben, viele Häuser sind bis heute unbewohnbar. Als Barbara Weingand im Fernsehen sah, welch enormen Belastungen die Helfer ausgesetzt waren, organisierte sie spontan eine Einladung nach Wall zu einem „Fest der Begegnung“. Und ein solches wurde es: Eine 25-köpfige Gruppe aus Simbach, darunter Einsatzkräfte der Feuerwehr, des THW und des BRK, genossen ein unbeschwertes Wochenende in Wall und am Tegernsee.

Am Sonntag, während des abschließenden Weißwurst-Essens im Waller Feuerwehrhaus, zog Weingand ein erstes Resümee. „Es ist das geworden, was wir uns alle gewünscht haben: Harmonische Stunden mit netten Gesprächen und Begegnungen.“ Sie blickt kurz in den Saal, wo Waller und Simbacher eifrig miteinander ratschen. „Man könnte fast meinen, wir kennen uns schon ewig.“

Geldspenden von Waller Bürgern, insgesamt gut 1500 Euro, sowie viele Sachspenden regionaler Firmen und Gastronomie-Betrieben finanzierten den Besuch. „Es war eine Welle der Hilfsbereitschaft, ich musste nie betteln“, berichtet die Organisatorin. Am Samstag besuchten Gäste und Gastgeber den Tegernsee. „Hat mich sehr gefreut, dass sich Landrat Wolfgang Rzehak Zeit genommen hat und einige Stunden mit dabei war“, sagt Weingand.

Der Sonntag begann mit einem Gottesdienst in St. Margaret, den Pfarrer Gottfried Doll zelebrierte und die Waller Bläser mitgestalteten. Nach der Messe berichteten Simbachs Bürgermeister Klaus Schmid und sein Stellvertreter Thomas Klumbies, welche Wunden in ihrem Ort immer noch klaffen. „Die sind immer noch am Aufräumen“, berichtet Weingand. „Es wird Weihnachten werden, ehe sie wieder in ihre Wohnungen zurückkönnen.“

Immer wieder betonten die Gäste, wie wichtig es ihnen sei, dass da jemand im bayerischen Oberland ihre Not nicht vergaß. „Es hat ihnen gutgetan, dass Außenstehende ihren Einsatz in diesen schrecklichen Tagen würdigen“, glaubt die 62-Jährige.

Auch wenn Simbach rund 10 000 Einwohner zählt und kaum mit der kleinen Dorfgemeinschaft Wall zu vergleichen ist, stimmte die Chemie von Anfang an. Das traumhafte Wetter tat sein Übriges. „Unsere Landschaft hat ihnen natürlich gefallen“, sagt Weingand. „Viele waren noch nie in der Gegend.“ Mehr als das aber imponierte den Simbachern die kompromisslose Gastfreundschaft der Waller. „Der persönliche Kontakt ist entscheidend“, sagt Weingand, „und das hat wirklich wunderbar gepasst.“

Gut möglich, dass aus der einmaligen Situation eine festere Beziehung wird. Vertreter aller vier Simbacher Stadtfeuerwehren waren mit dabei und tauschten sich rege mit ihren Waller Kollegen aus. Der Beginn einer Partnerschaft? Die Simbacher haben die Waller jedenfalls zu ihrem Stadtfest eingeladen. Und sie gingen nicht mit leeren Händen. Heinrich Hafner, Inhaber eines Elektro-Geschäfts in Gmund, spendierte eine fabrikneue Waschmaschine und einen Trockner.

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