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Im „Schdandesamt“: Der Standesbeamte Geislein (l.) traute den „gstumbaden Kasimir“ alias Elisabeth Estner und seine widerwillige Braut die „langhaxade Stasi“ alias Franz Ihle junior. Der langjährige Feuerwehrkommandant Freddy Woehl gab die Trauzeugin Viktoria Kokett.
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Die „Warngauer Feierwehrkappain“ gab den Party-Takt vor.
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Hochzeitsgesellschaft: 600 Gäste feierten zwischen Rathaus und Feuerwehrgerätehaus.
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600 Gäste feierten das Brautpaar bei der Bettelhochzeit in Warngau.
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600 Gäste feierten das Brautpaar bei der Bettelhochzeit in Warngau.
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600 Gäste feierten das Brautpaar bei der Bettelhochzeit in Warngau.

„Jetz gib a Ruha und sog Ja“

Bettelhochzeit in Warngau: Die besten Bilder und die frechsten Sprüche im Überblick

Rund 600 Zuschauer feierten bei der Bettelhochzeit in Warngau ein  Brautpaar, das so gar nicht zueinander passte. Die besten Bilder und die frechsten Sprüche gibt`s hier.

Warngau – Alle zehn Jahre veranstaltet die Warngauer Feuerwehr ihre Bettelhochzeit, und dass es dabei nicht gerade politisch korrekt zugeht, ist bekannt und beabsichtigt. So begrüßte der Standesbeamte Geislein (Gemeinderat Anton Bader) die rund 600 Gäste am Warngauer Dorfplatz standesgemäß mit „ätzende und gscherte Anwesende der Gemeinde Warnblau“. Das Brautpaar wurde stilecht in einem motorisierten Festzug mit kuriosen Gefährten zur Heiratsstätte beim Strizä-Misthaufen kutschiert.

Auf der einen Seite die „obaghunzde, ausgnaglde, langhaxade Stasi, Stanglkutscherin von der auslaffadn Ross-Wellnessoase aus dem Südseeparadies Reitham alias Holz-Transportunternehmer Franz Ihle jun., zugleich Vizekommandant der Warngauer Wehr. Den Gegenpart bildete die Feintäschnerin und aktive Feuerwehrfrau Elisabeth Estner aus Warngau, besser bekannt als der „gstumbade, aufblade, froschaugade Kufernnoda Kasimir, wohnhaft auf dem hoibadn Weg nach Arschpenning.

„Oana alloa kon ned so bläd sei“

Standesbeamter Geislein sparte auch nicht mit einem Seitenhieb auf die Verzögerung bei der Tieferlegung der B318: „Im Jahre eins der geilen Wiedervereinigung von Ost- und Westwarnblau, die im Vergleich zum Berliner Flughafen in Rekordzeit über die Bühne gegangen ist, ist es wieder so weit, dass sich ein hirnloses Weib und ein noch dümmeres Mannsbuid zum Stand des damischen Ehebundes entschlossen haben.“ Er habe den Geisteszustand beider überprüft: „De Zwoa miassn heiratn, weil oana alloa kon ned so bläd sei.“ 

Die Ansprüche an das Brautpaar waren schnell erklärt: Der Bräutigam muss mindestens einmal jährlich zuhause sein, „um seinen Fortpflanzungsauftrag zu erfüllen“, zudem ist ihm jederzeit erlaubt, „sich sein greisliges Weib schön zu saufen“. Die Braut muss lediglich für den Unterhalt des Mannes sorgen, das Haus von „Ratzn und Mäus“ freihalten und den Mann, sollte er betrunken heimkommen, „mit dem Nudlwoigla empfangen und damit durchwoigln, bis er wieda niachtan is.“ Ansonsten müsse sie nur alle ehelichen Sonderwünsche erfüllen und „das Maul halten und nur reden, wenn´s gfrogt is“.

Bürgermeister feiert als Frau verkleidet mit

Unter diesen Voraussetzungen war es nur logisch, dass beide in diesen „traurigen Bund der Faschingsnarren“ einwilligten. Wobei die Braut nach anfänglichen Fluchtversuchen festgehalten werden musste und vom Standesbeamten Geislein mit einem „Jetz gib a Ruah und sog endlich Ja“ ermuntert wurde. Als sich beide schließlich das Ja-Wort gaben und die „Ringe“, zwei übergroße Schraubenmuttern, anlegten, ertönte lauter Jubel bei den Gästen. Wie sich denn das Brautpaar nun fühle, wurde gefragt: „Ich fühle mich benutzt und in den Dreck gezogen“, sagte die Braut Franz Ihle und lacht. Bräutigam Elisabeth Estner legt den Arm um seine Angetraute und beschwichtigt: „Schmarrn, des is der schönste Tag deines Lebens.“

Während die Schaulustigen am Dorfplatz weiterfeierten, ging es für die geladenen Gäste zur Feier zum Wirt. Dort, berichtet Feuerwehr-Sprecher Stefan Markl, herrschte ausgelassene Stimmung, angetrieben von fetziger Partymusik der Stürzlhamer Musikanten. „Alle Gäste hatten ein schönes Fest, an das sie sich gern erinnern werden“, sagte Markl. Zufrieden war auch Feuerwehr-Vorstand Sepp Gschwendtner, der die Bettelhochzeit mit einem zehnköpfigen Team über drei Monate organisiert hatte: „Es ist super gelaufen, aber ich bin froh, dass es jetzt vorbei ist.“ Lob gab es auch von Bürgermeister Klaus Thurnhuber, der als Frau verkleidet kräftig mitfeierte: „Das ganze Dorf ist auf den Beinen, es war eine tolle Veranstaltung.“

Ob es in zehn Jahren erneut eine Bettelhochzeit in Warngau geben wird? „Da gehe ich stark davon aus“, grinste Markl.

Leonhard Obermüller

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