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Der Brandschutz an der Warngauer Schule wird heuer nachgerüstet. 

Teurer Brandschutz

Zweiter Rettungsweg für Schule kostet Warngauern 330.000 Euro

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Kräftig schluckten die Warngauer Gemeinderäte, als sie von den Kosten für die Brandschutz-Nachrüstung der Warngauer Schule hörten: Rund 330.000 Euro sind fällig.

Warngau Dass Brandschutz ins Geld geht, ist dem Gemeinderat nicht unbekannt. Vor fünf Jahren kostete die Nachrüstung der Waller Schule bereits 200 000 Euro. Trotzdem überraschte die Summe, die Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) am Dienstag in der Gemeinderats-Sitzung für das Brandschutz-Paket der Warngauer Schule aufrief: 330 000 Euro brutto summierte ein Sachverständiger.

„Für das Geld bauen andere ganze Häuser“, stöhnte Adolf Schwarzer (CSU); er bat darum, die einzelnen Posten nachzurechnen. Das werde am Ergebnis nichts ändern, machte Thurnhuber deutlich: „Brandschutz ist teuer, aber notwendig.“ Leonhard Obermüller (CSU) treiben die exorbitanten Brandschutz-Rechnungen trotzdem um: „Ich habe den Eindruck, dass bei öffentlichen Bauten alles deutlich teurer ist als wenn ein Privater baut.“ Eine stimmige Analyse, bestätigte Thurnhuber: „Die öffentliche Hand kann nur zertifizierte Baustoffe verwenden – und das macht’s teuer.“

Entscheidend ist, dass die 130 Grundschüler und ihre Lehrerinnen künftig zwei Rettungswege nehmen können. Dafür wird an der Westfassade eine Fluchttreppe aus Eisen angebaut. „Fürs Sicherheitsgefühl der Leute ist das sehr wichtig“, glaubt Thurnhuber, „sie wissen, dass sie zwei Optionen haben, um einem Feuer zu entkommen.“

Der maßgebliche Kostentreiber ist die Treppe allerdings nicht, sie kommt auf etwa 50 000 Euro. Wie Thurnhuber erklärte, steht vor allem im Gebäude ein ganzes Bündel von Brandschutz-Maßnahmen an. Zusätzliche Abmauerungen sind nötig; feuerfeste Türen müssen angeschafft werden, eine Sicherheits-Beleuchtung wird installiert. Über allem wacht künftig eine moderne Gefahrenmelde-Anlage. Dazu kommen Honorare für Planer, Statiker und Sachverständige. „Die Gewerke summieren sich“, sagt Thurnhuber.

Der Gemeinderat fügte sich in die Notwendigkeit und segnete die Kosten einstimmig ab. „Es geht da weniger ums Wollen als ums Müssen“, machte Thurnhuber deutlich. „Sind wir froh, dass wir in Warngau wenigstens noch eine Grundschule haben“, tröstete sich Anton Bader (FWG). Und Fraktionskollegin Manuela Gschwendtner erinneret daran, „dass die Brandschutz-Nachrüstung an der Warngauer Schule schon seit Jahren ein Thema ist“.

Die Baumaßnahmen sollen sich weitgehend auf die Ferien beschränken. „Erste Arbeiten finden vielleicht schon Ostern statt“, sagte Thurnhuber auf Anfrage. Das Gros der Arbeiten soll in den Sommerferien erledigt werden.

Parallel zur Brandschutz-Nachrüstung will die Gemeinde neue EDV-Kabel in die Klassenzimmer legen. Man reagiert damit auf den Trend, dass Computer im Grundschul-Unterricht wichtiger werden. „Kabel sind besser als Wlan“, findet der Bürgermeister. 15 000 Euro sind dafür veranschlagt. Der Gemeinderat muss diese Ausgaben aber erst noch absegnen.

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