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Bunte Truppe mit dem Ziel 25 Prozent plus x: Die Gemeinderatskandidaten der Warngauer Grünen mit ihrer Bürgermeisterkandidatin Andrea Anderssohn (vorne M.). Die Mehrheit hat kein Parteibuch. 

Andrea Anderssohn zur Kandidatin nominiert

Grüne fordern Amtsinhaber heraus

Die Warngauer Grünen starten den Angriff auf den Chefsessel im Rathaus. Andrea Anderssohn tritt gegen Amtsinhaber Klaus Thurnhuber an.

Warngau– Die Grünen beenden das Wahlkampf-Vakuum in Warngau: Der Ortsverband hat Andrea Anderssohn als Bürgermeisterkandidatin nominiert. Die 55-Jährige ist die erste Kandidatin für den Chefsessel im Warngauer Rathaus, die zur Kommunalwahl 2020 feststeht.

Nach der schweren Stierattacke auf Klaus Thurnhuber im Sommer war völlig offen, wie es weitergeht. Der Amtsinhaber von den Freien Wählern galt als Anwärter auf eine Landratskandidatur – das Amt des Bürgermeisters wäre dann wohl neu vergeben worden. Nach der Stierattacke war allerdings auch klar, dass es Monate dauern würde, bis er fit genug ist für eine Rückkehr ins Amt und obendrein einen Landrats-Wahlkampf. 

Nachdem Thurnhubers Genesung voranschreitet und sich seine erneute Bürgermeisterkandidatur abzeichnete, sahen die Grünen die Zeit nun reif. „Wenn jemand im Krankenstand ist, wollten wir keinen Druck aufbauen“, sagt Anderssohn, „wir sind uns aber so nah, dass wir darüber reden können.“

Grüne Warngau: Klein, aber stark

Der Grünen-Ortsverband Warngau ist mit nur knapp zwei Handvoll aktiven Parteimitgliedern zwar klein, aber stark, hat derzeit vier Mandate im Gemeinderat – ein Viertel der Sitze. Ehrensache, dass der selbstbewusste Ortsverband einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen will: „Wenn es nur einen Kandidaten gibt, hätten wir sonst nichts zu wählen“, sagt Anderssohn.

Kommunalwahl 2020: Die Kandidaten im Landkreis Miesbach in der Übersicht.

Die 55-Jährige gehört seit 2014 dem Gemeinderat an. Sie arbeitet selbstständig als Masseurin und freiberuflich als Dozentin in der Physiotherapeuten-Ausbildung, ist ehrenamtlich aktiv im Asylhelferkreis und dessen Sprecherin. Die Mutter zweier Söhne (20 und 19) zog mit ihrem Mann vor fast 20 Jahren der Familie wegen raus aus München und fand in Oberwarngau ein Zuhause.

Grüne Warngau: Das sind die Themen

Was Themenschwerpunkte betrifft, müsse man das Rad nicht neu erfinden, sagt Anderssohn: Drängend seien gerade Ortsentwicklung und Kinderbetreuung. Hinsichtlich Ortsentwicklung und Wohnungsbau müsse man sich überlegen, was man auch infrastrukturell stemmen könne. 

Ein Thema will Anderssohn aber anpacken, auch wenn es in Warngau besonders heikel ist: den Trinkwasserschutz als Grundaufgabe einer Kommune. In der Gemeinde kümmern sich sieben Wasserbeschaffungsvereine um die Versorgung. „Wir müssen alle, die damit zu tun haben, an einen Tisch bringen und vorausschauende Lösungen finden“, sagt Anderssohn und denkt an 2018, als in mehreren Bereichen Verunreinigungen bekämpft werden mussten. „Es geht nicht darum, einen Schuldigen zu suchen, sondern das zu vermeiden.

Grüne Warngau peilen 25 Prozent plus x an

Auch die Kandidatenliste für den Gemeinderat wurde im Gasthof Zur Post aufgestellt. Probleme, die Plätze zu füllen, hatten die Grünen nicht. Das Ziel, Frauen und Männer zu gleichen Anteilen aufzubieten, ist aber nicht erreicht, sechs Frauen stehen zehn Männern gegenüber. Angesprochen hatten die Grünen eigentlich genügend Damen. „Frauen sind vielleicht oft noch zurückhaltender oder mit Kindern zu eingebunden“, vermutet Anderssohn.

Die Warngauer Grünen visieren 25 Prozent plus x an. Dass grüne Themen gerade im Aufwind sind, kann da nur helfen, meint Anderssohn: „Wir nehmen den Rückenwind gerne mit.“

Katrin Hager

Die Gemeinderatsliste

in absteigender Reihenfolge: Andrea Anderssohn, Michael Spannring, Reinhard Bücher, Eddy Biyogho, Katrin Knabl, Winfried Dresel, Lo Bücher, Hubert Alexander, Hubert Knabl, Bernhard Stoll, Dagmar Schneider, Florian Kudritzki, Lena Prieger, Hajo Netzer, Gaby Schöppner und Markus Arzberger.

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