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Kommunalwahl 2020 in Warngau: Die Gemeinderatskandidaten der CSU mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Leonhard Obermüller (vorne M.). 

Kommunalwahl 2020 

Bürgermeisterwahl in Warngau: Obermüller fordert Thurnhuber heraus

Die CSU greift bei der Kommunalwahl 2020 in Warngau wieder an: Mit Leonhard Obermüller (42) fordert sie bei der Bürgermeisterwahl Amtsinhaber Klaus Thurnhuber (FWG) heraus. 

Warngau– Bei der Kommunalwahl 2014 hatte der CSU-Ortsverband Warngau-Wall auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten verzichtet. 2020 könnte die Wahl vielen Warngauer Bürgern deutlich schwerer fallen. Nachdem sich die Zurückhaltung für die CSU alles andere als ausgezahlt hatte – im Gemeinderat verlor sie, zumal vor dem Eindruck der Causa Kreidl, drei Sitze – fährt die Partei diesmal mit ihrem Wunschkandidaten ihr politisch gewichtigstes Geschütz auf: Leonhard Obermüller (42) aus Wall, seit 2002 Gemeinderat, Kreisrat, Biolandwirt und vielseitig ehrenamtlich engagiert.

Kommunalwahl 2020 in Warngau: Leonhard Obermüller (CSU) tritt als Bürgermeisterkandidat an

„Leonhard hat langjährige Erfahrung, kennt sich aus, ist gut vernetzt“, betonte Ortsvorsitzender Henning Fromm bei der Nominierungsversammlung beim Huberwirt in Osterwarngau. Obermüller könne gut kommunizieren, habe eigene Ideen. Und: „Er will wirklich.“

Daran ließ der Kandidat keinen Zweifel: „Ich bin voller Motivation, das anzupacken.“ Viele hätten ihn angesprochen, ob er kandidiere. „Zur Demokratie gehören Wahlen, und zu Wahlen gehört, dass man eine Auswahl hat“, erklärte der verheiratete Vater zweier kleiner Töchter. „Ich will keinen Wahlkampf führen, sondern um Vertrauen werben, fair, ehrlich und kollegial“, betonte Obermüller mit Blick auf die bereits nominierten Klaus Thurnhuber und Andrea Anderssohn (Grüne). „Wir verstehen uns und sind alle Kollegen, und wir müssen auch im nächsten Gemeinderat gut zusammenarbeiten.“

Kommunalwahl 2020 im Landkreis Miesbach: Alle Bürgermeister- und Landratskandidaten im Überblick

Was die Ziele an sich betrifft, dürfte er sich mit dem Amtsinhaber dabei kaum in die Quere kommen. „Unsere Gemeinde ist ländlich, dörflich und bäuerlich geprägt, das soll auch so bleiben.“ Es brauche bezahlbaren Wohnraum bei geringem Flächenverbrauch, „denn Boden ist nicht vermehrbar“. Geschosswohnungsbau, Eigentumswohnungen, Generationenwohnen: Es dürfe keine Denkverbote geben. Die dazu geplante Gemeinderatsklausur habe aber „bis heute nicht stattgefunden“.

Die Infrastruktur müsse mitwachsen, etwa für die Kinderbetreuung. Beim Öffentlichen Personennahverkehr könne die Gemeinde an ein Seniorenticket denken. Den Aufbau eines Radwegenetzes wolle die CSU wieder anschieben: „Der einzige Radweg seither ist in Wall entstanden.“ Auch wenn das Auto in Flächengemeinden unverzichtbar sei, „Radwege sind praktizierter Umweltschutz“. Nachhaltigkeit heiße für ihn auch, „dass man handelt und nicht nur redet“. Die Erweiterung der Wasserschutzzone Thalham-Reisach-Gotzing lehne er, zumal selbst betroffen, „entschieden ab“, und beim Gewerbe sei ihm ein gesunder Mix wichtig. Am Herzen liege ihm der Austausch: „Ich möchte ein Teamspieler sein, aber vorangehen.“

Auch die Kandidatenliste für den Gemeinderat hat die Versammlung einstimmig aufgestellt. Man habe nicht bloß ein Team, sondern eine richtige Crew, sagte Fromm. Nicht dabei ist Vize-Bürgermeister Jakob Weiland, der Thurnhuber seit dessen Unfall Ende Juni im Amt vertritt: Nach 30 Jahren im Gemeinderat sei es Zeit, dass andere übernehmen, so Weiland.

Kandidaten der CSU Warngau-Wall zur Gemeinderatswahl

1. Leonhard Obermüller, 2. Adolf Schwarzer, 3. Barbara Deflorin, 4. Engelfried Beilhack, 5. Peter Huber, 6. Yvonne Frischmuth, 7. Henning Fromm, 8. Andreas Bichler, 9. Sabine Faschinger, 10. Andreas Beilhack, 11. Sepp Quercher, 12. Katharina Schreier, 13. Georg Huber jun., 14. Georg Bichler, 15. Hubert Rimböck, 16. Florian Mehringer.

Katrin Hager

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