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Die Tage des Cafés Waldeck sind gezählt: Wegen Erbstreitigkeiten beendet Christian Kotz den Café- und Restaurant-Betrieb. Was aus dem Gebäude wird, ist noch unklar. Letzter Öffnungstag ist der 25. Februar. 

Café Waldeck

Beliebtes Ausflugslokal gibt auf

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Die Kuchen und Torten waren in aller Munde: Seit über 40 Jahren gilt das Café Waldeck in Wall als gastronomische Berühmtheit. Jetzt aber ist Schluss. Wirt Christian Kotz schließt den Betrieb am 25. Februar. 

Wall – Vor gut zwei Jahren, im November 2015, nahm das Unglück seinen Lauf. Seniorchef Georg Kotz, Gründer des weithin bekannten Ausflugslokals in Wall, starb während eines Radlausflugs in den Tegernseer Bergen. Plötzlicher Herztod. Der leutselige und allseits beliebte Wirt wurde nur 65 Jahre alt.

Sohn Christian (46) führte die Gaststätte seitdem weiter. Der gelernte Konditor und Koch hatte sich zuvor schon alleinverantwortlich um den Restaurant-Betrieb gekümmert. Nach dem Tod des Vaters übernahmen er und seine Frau auch das Backen, das bis zuletzt noch der Seniorchef besorgt hatte.

Das Erbe der Eltern – Mutter Marianne war bereits 2011 einer Krankheit erlegen – brachte dem Familienbetrieb aber offenbar kein Glück. „Es gibt Erbstreitigkeiten mit meiner Schwester“, sagt Christian Kotz auf Anfrage. Er habe es probiert, die Gastronomie trotzdem weiterzuführen und zu erhalten. „Aber die Kosten sind für uns nicht zu stemmen“, sagt der Waller. 

Zu allem Überfluss wären größere Investitionen nötig geworden, um gesetzliche Auflagen zu erfüllen. „Es geht nicht mehr“, stellt der 46-Jährige fest.

So sind die Tage des legendären Café Waldeck gezählt. Am Sonntag, 25. Februar, wird letztmals aufgetischt. Etwa zehn Mitarbeiter verlieren ihren Job. „Eine der Damen war uns 28 Jahre lang treu“, sagt Christian Kotz.

Vater Georg und Mutter Marianne hatten das Café Waldeck anno 1974 gegründet und damit den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Sein süßes Handwerk hatte Georg Kotz im Gmunder Café Wilhelm gelernt.

Aus dem ehemaligen Kramerladen am Waller Ortsrand, dem Schneider Weiß, machte das Paar ein florierendes Ausflugslokal. 1989 wurde das Café sogar zu einem klassischen Wirtshaus ausgebaut.

Bleibt wenigstens die Gaststätte erhalten? „Unser Geschäft wird es definitiv nicht mehr geben“, stellt Christian Kotz klar, ein Comeback schließt er aus. Pläne, wie es weitergeht mit dem Gebäude, gebe es nicht. Ein Selbstläufer sei die Gastronomie nicht mehr gewesen, auch wenn zu Stoßzeiten der Parkplatz der Ausflugs-Gaststätte immer voll war. „Ein gutes Wochenende im Monat, das reicht auf die Dauer nicht.“

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