Ein Aufkleber mit der Aufschrift „Cov19VacAstraZ“ klebt nach einer Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca in einem Impfausweis im Impfzentrum in der Koelnmesse.
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Wenige Tage nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca erkrankte der Warngauer Bürgermeister an Covid. Das kann passieren, spricht aber nicht gegen den Wirkstoff.

Fall sorgt für Irritationen

Bürgermeister nach Erstimpfung infiziert: Wie gut schützt AstraZeneca? Experte verschafft Klarheit

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Wie gut schützt der AstraZeneca-Impfstoff? Der Fall des Warngauer Bürgermeisters, der wenige Tage nach einer Erstimpfung mit dem Stoff positiv auf Corona getestet worden war, hat für Irritationen gesorgt. Experten zweifeln aber nicht an der Wirksamkeit des Vakzins.

Warngau - Der Warngauer Bürgermeister hatte Pech. Klaus Thurnhuber (FWG) infizierte sich in der vergangenen Woche mit Corona - wenige Tage nach seiner Erstimpfung mit dem Astrazeneca-Vakzin. Das kann passieren, so betonen Experten, wenn der Immunschutz im Körper noch nicht ausreichend aufgebaut wurde.

Corona-Impfung: Wie gut schützt AstraZeneca? Impf-Experte verschafft Klarheit

Die Meldung sorgte im Landkreis, aber auch überregional für hohe Aufmerksamkeit - verständlich in einer Zeit, da die einen dringend auf eine eigene Impfung warten, andere den Nutzen einer Impfung grundsätzlich in Frage stellen. Dr. Thomas Straßmüller, Ärztlicher Leiter des Impfzentrums für den Landkreis Miesbach, stellt auf Anfrage noch einmal klar, dass die Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs nicht in Frage steht.

Straßmüller weist darauf hin, dass der beginnende Immunschutz erst zehn Tage nach der ersten Impfung zu erwarten ist. Nach drei Wochen gehen Studien von einem 70-prozentigen Schutz aus. Gleichzeitig sinkt dann die Wahrscheinlichkeit, mit einem schweren Verlauf auf Intensivstationen behandelt werden zu müssen, gegen null.

AstraZeneca: „Vollständiger Impfschutz besteht nach der zweiten Impfung“

„Vollständiger Impfschutz besteht nach der zweiten Impfung, die bei Astrazeneca im Abstand von neun bis zwölf Wochen erfolgen soll“, erklärt Straßmüller. Thurnhubers Fall zeigt demnach, dass die Impfstoffe einige Tage brauchen, ehe sie Wirksamkeit entfalten. Allerdings ist laut Straßmüller möglich, dass bereits die Erstimpfung dafür sorgt, dass eine Covid-Erkrankung einen deutlich milderen Verlauf nimmt.

Wie Landratsamts-Sprecherin Sophie Stadler auf Anfrage erklärt, bekam der Warngauer Bürgermeister seinen Impftermin „auf völlig rechtmäßigem Weg über das Impfzentrum nach vorheriger Registrierung im Impfportal“. Die Termine vergebe der Algorithmus der Impfsoftware nach den aktuellen Priorisierungsgründen. „Das Impfteam vergibt keine Termine“, betont Stadler.

Bürgermeister nach Corona-Impfung infiziert: Termin regulär über Registrierung vergeben

Neben Thurnhuber erkrankten zwei weitere Rathaus-Mitarbeiter an Covid-19. Nach bisherigen Informationen leiden alle drei an Erkältungssymptomen.

Nach dem Corona-Ausbruch bei einer Bäckerei in Holzkirchen sind einige weitere Fälle entdeckt worden. Die Reihen-Schnelltests bei Mitarbeitern gehen weiter. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Holzkirchen-Newsletter.

(Von Andreas Höger)

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