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Graben durch den Ort, der eigentlich verbinden sollte: Warngauer Tieferlegung der B318.

Warngauer Läden am Ende

Dauerbaustelle Tieferlegung B318: So hart trifft sie die Geschäftsleute

Die Warngauer Dauerbaustelle bringt die Geschäftsleute im Ort an den Rand des Abgrunds. Drei Stimmen aus der Warngauer Geschäftswelt, die erschrecken.

Warngau - Für den Pendler, der sich tagtäglich um den klaffenden Graben herumschlängelt und sich dabei fragt, ob da auch mal jemand arbeitet, ist die Dauerbaustelle ein Ärgernis. Aber eben auch nicht mehr. Sich lustige Namen ausdenken, helfen zum Beispiel schon viel, die Zeit rumzubringen, die man da in Schrittgeschwindigkeit auf einer Bundesstraße verbringt. Warngau21 zum Beispiel. Lustig. 

Die Warngauer selbst können allerdings schon lange nicht mehr lachen. Vor allem die Geschäftsleute unter ihnen. Sie trifft die Baustelle richtig schlimm - und deren Verlängerung ins Nirvana wegen der Entwässerungsproblematik bringt sie an den Rand des Existenzminimum. Selbst, wenn jetzt irgendwann der Dorftransit kommen sollte. Drei Stimmen aus der Warngauer Geschäftswelt, die erschrecken. 

Birgit Klaus Bäckerei und Konditorei Klaus, Bahnhofstraße

„Das spürt man schon sehr. Die Leute fahren nicht her, wenn sie erst einen Umweg von fünf Kilometern machen müssen. Das ist nicht existenzgefährdend, aber man merkt es einfach. Viele fahren eher weiter weg, um sich ihre Semmeln zu holen. Vor allem dachten wir, dass es ein Jahr dauert, und jetzt gibt es einen Baustopp und soll sich noch bis nächstes Jahr ziehen. Dabei weiß jedes Kind, dass der Tunnel mit Wasser volläuft, nur anscheinend die Ingenieure nicht. Und die sind doch sogar vom Fach, die müssten das doch wissen. Das ist eine Frechheit. Es muss irgendwas passieren.“

Cornelia Kranz Schreibwaren Kranz, Bahnhofstraße:

„Es ist schade, dass es so weit gekommen ist. Und es ist verständlich, dass jeder den kürzesten Weg nimmt, da sind wir doch alle gleich. Wir leben von vielen Kunden, mit vielen kleinen Beträgen. Und diese vielen kleinen Beträge fallen jetzt weg – das merken wir im Umsatz. Da ist es egal ob Ost- oder Westseite, wir sind alle gleich betroffen. Die spontanen Kunden fehlen einfach. Die, die schnell was mitnehmen. Sei das eine Zeitung bei mir oder eine Brotzeit beim Bäcker. Aber dafür haben wir eine ganz solidarische Bevölkerung, die uns stützt.“

Ingeborg Deflorin Edeka Deflorin, Taubenbergstraße:

„Wir haben enorme Umsatzeinbußen. Von Kunden kommt oft die Aussage: ,Da kann ich ja gleich nach Holzkirchen fahren, statt den Umweg zu nehmen.’ Uns ist schon viel Kundschaft weggebrochen, und dadurch ist auch einiges an Ware abgelaufen, was uns sonst nicht passiert. Wir befinden uns jetzt fast in einer Sackgasse, da fährt man wenn, dann nur geplant hin. Aber die, die spontan von der Bundesstraße abfahren, Handwerker zum Beispiel, fehlen uns. Und das auf diese Länge der Zeit. Wir müssen die Fehler von irgendeinem Ingenieurbüro ausbaden.“

ag/kmm

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