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Soll ausgebaggert werden: Der Schlamm im Reithamer Dorfweiher gehört bald der Vergangenheit an. Im Gemeinderat wurde nun die Detailplanung vorgestellt.

Oberflächenversickerung nicht möglich

Dichter Boden: Reithamer Dorfweiher braucht Schluckmulde

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Die neue Entwässerung rund um den Reithamer Dorfweiher wird aufwendiger als gedacht: Weil der Boden dicht ist, braucht es eine Bohrung bis auf 30 Meter Tiefe.

Warngau – Was die Anwohner rund um den Dorfweiher in Reitham bei Starkregen regelmäßig auf ihren Wiesen beobachten, hat nun auch eine geologische Untersuchung ergeben. „Der Boden ist dicht“, erklärte Planer Anton Huber nun bei seinem Vortrag zur Umgestaltung des Areals im Warngauer Gemeinderat. Wegen einer fünf Meter dicken Lehmschicht sei eine Oberflächenversickerung des Regenwassers rund um den Weiher nicht möglich.

Genau das wollen Gemeinde und die Reithamer Dorfgemeinschaft mit ihrem Projekt aber erreichen (wir berichteten). Um die Wasserqualität im verschlammten Teich zu verbessern, soll eine Ringkanalisation gebaut werden. Damit würde verhindert, dass das Abwasser von der benachbarten Straße in den Weiher fließt und ihn damit verschmutzt.

Verabschieden müssen sich die Reithamer von diesem Vorhaben trotz der ungünstigen Bodenverhältnisse nicht, beruhigte Huber. Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim habe eine wasserrechtliche Genehmigung für eine Versickerung in tieferen Schichten in Aussicht gestellt. Dazu wird ein so genannter Schluckbrunnen auf einer Wiese neben dem Weiher angelegt. Über eine mehr als 20 Meter tiefe Bohrung sollen pro Stunde 100 Kubikmeter Wasser versickern. Der Schmutz wird in einer Mulde im Oberboden ausgefiltert. Der Eigentümer des Grundstücks, auf dem sich die Wiese befindet, sei einverstanden mit der Maßnahme, erklärte Huber. „Auch für ihn verbessert sich ja die Situation.“

Trotz des baulichen Mehraufwands muss die Gemeinde keine Kostenexplosion befürchten. Denn im Teich selbst ist der dichte Boden sogar ein Vorteil. Die zur Abdichtung vorgesehenen Matten seien damit nur an der tiefsten Stelle notwendig, sagte Huber. „Das holt die Kosten wieder rein.“ Auch das Ausbaggern des Schlamms lasse sich mit verhältnismäßig geringem Aufwand bewerkstelligen. „Er ist sehr stark belastet, aber nicht gefährlich“, meinte Huber. Somit könne man den Aushub vor Ort trocknen lassen und dann in einer Deponie in der Umgebung entsorgen.

Das Zeitfenster ist jedoch eng. Weil „wertvolle Froscharten“ am Weiher leben würden, könnten die Arbeiten nur von Ende Oktober bis Ende März durchgeführt werden. Um das Vorhaben schnell aufs Gleis zu setzen, ermächtigten die Gemeinderäte Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) einstimmig, die notwendigen Aufträge selbstständig zu vergeben.

Für Skepsis am Ratstisch sorgte lediglich die Tiefe der Bohrung für den Schluckbrunnen. „In Reitham gibt es teilweise sogar in 60 Metern Tiefe Sickerprobleme“, sagte Max Bauer (FWG). Huber verwies auf die Probebohrungen. „Mit 30 bis 35 Meter sollten wir auf jeden Fall hinkommen.“ Josef Gschwendter (FWG) erkundigte sich nach der Zisterne für die Feuerwehr. „Was passiert, wenn die leer ist?“, fragte er. Ein Zufluss vom Teich werde eingerichtet, erklärte Huber. Bei Trockenheit werde dieser zudem über eine Trinkwasserleitung gespeist.

Der Bürgermeister zeigte sich angetan von der Planung. Dank der Fördergelder des Amts für ländliche Entwicklung (ALE) seien die Gesamtkosten von gut 230 000 Euro gut zu schultern. Maximal 97 000 Euro werde das ALE übernehmen. „Wir haben damals die Planung bewusst aufgebläht“, erklärte er. Wenn es doch weniger wird, hat sich die Dorfgemeinschaft bei ein paar gestalterischen Elementen eine kleinere Lösung gewünscht – das sei kein Problem. Besonders freute Thurnhuber das Engagement der Reithamer. Alle würden etwas davon haben. „Es wird nur Sieger geben.“

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