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Das Mai-Gelöbnis, das die Pfarrgemeinde aus Dank für das für sie glimpfliche Kriegsende lobte, wollen Archivar Albert Engl (l.), Anton Bader und der Trachtenverein D’Hochbergler nun wieder ins Gedächtnis rufen.

Gelöbnisamt am 1. Mai in Allerheiligen

Ein Gelöbnis als Mahnmal des Friedens

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Oberwarngau blieb von der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg weitestgehend verschont. Die Pfarrgemeinde legte aus Dank ein Mai-Gelöbnis ab. Eine zuletzt vernachlässigte Tradition, die wiederbelebt werden soll.

Oberwarngau – Tod, Verwüstung, Verzweiflung – der Zweite Weltkrieg hatte Ende April 1945 bereits eine Schneise des Grauens durch Europa gezogen. In den letzten Kriegstagen rollten die Panzer der Alliierten dann auch auf Oberwarngau zu. Bereits in den Tagen zuvor hatten die amerikanischen Streitmächte Luftangriffe geflogen auf den Militärflugplatz in Oberlaindern, dort, wo heute Golf gespielt wird. Immer wieder heulte der Fliegeralarm auf, und die verängstigte Bevölkerung suchte Schutz in Kellern und Bunkern.

Doch so unmittelbar wie am 1. Mai 1945 war die Gefahr nie. Als die amerikanische Panzerspitze von Holzkirchen kommend den Ort ansteuert, verschanzen sich SS-Soldaten in den Häusern. Mitten im Dorf beziehen Geschütze kampfbereit Stellung. „Die SS wollte den Ort bis zum letzten Mann verteidigen“, erzählt Albert Engl. „Als die US-Panzer immer näher kamen, haben sie aber Reißaus genommen.“

Engl, der Gemeindearchivar, steht in der Allerheiligenkirche und lässt den Blick durch den lichtdurchfluteten Raum wandern. „Nur so sind die Pfarrgemeinde und diese Kirche verschont geblieben.“ Aus Dankbarkeit dafür, dass die Schrecken und das Leid des Krieges am Ort weitestgehend vorüberzogen, legte die Kirchengemeinde um den damaligen Pfarrer Johann Müller ein Mai-Gelöbnis ab und feiert seither jedes Jahr am 1. Mai ein Gelöbnisamt – erstmals 1947. Das belegen die Verkundbücher, die der Geistliche gewissenhaft geführt hat. Seine Nachfolger behielten die Tradition bei, wenn auch ohne den anfänglichen Bittgang, teils auch nur „sporadisch“, wie Engl sagt. Doch das Maigelöbnis blieb Bestandteil des Kirchenkalenders.

Mit jedem Jahr, das das Kriegsende in die Vergangenheit rückte, lichteten sich jedoch die Sitzreihen im Kirchenschiff. „Die Beteiligung hat schwer nachgelassen“, betont Anton Bader. Ein Umstand, den er und mit ihm der Trachtenverein D´Hochbergler, dem Bader vorsteht, ändern möchte. Alle Warngauer sind daher am 1. Mai eingeladen zur Gelöbnisamt in der Allerheiligenkirche. Der Trachtenverein rückt mit der Fahne aus, als Zeichen für die Bedeutung des Gelöbnisses.

„Wir wollen es wieder ins Gedächtnis rufen, das darf nicht in Vergessenheit geraten“, sagt Bader, als er mit Engl aus der Allerheiligenkirche tritt. Für ihn ist die Erneuerung des Gelöbnisses mehr als nur der Dank dafür, dass der Krieg für die Pfarrgemeinde damals relativ glimpflich zu Ende ging. Das Thema sei aktueller denn je. „Es ist nicht abwegig, dass wir nochmal so eine Sauerei erleben“, sagt Bader und bekräftigt seine Aussage mit drei Schlagwörtern: Trump, Syrien, Nordkorea. Baders Forderung: „Wir dürfen nicht aufhören, für den Frieden zu beten.“

US-Kampfflieger und die Mutter Gottes auf einem Bild: Die Votivtafel in der Allerheiligenkirche wurde am 26. Mai 1946 geweiht.

Ein stetes Mahnmal des Friedens und der Dankbarkeit hängt in der Allerheiligenkirche, direkt gegenüber des Hauptportals: eine Votivtafel, das die Pfarrgemeinde nach Kriegsende vom ortsansässigen Maler Josef Jilke hat anfertigen lassen. Sie ist eine von gut 50 Tafeln im Gotteshaus. Doch sie sticht heraus. Während andere vornehmlich mit Engeln und Heiligen versehen sind, sind auf der Kriegs-Votivtafel moderne Symbole abgebildet: vier US-Flieger, die von Oberwarngau ablassen und abdrehen. Ein Motiv als Sinnbild dafür, dass „die Kriegsfurie über unsere Gegend“ hinwegzog, wie es in der Inschrift heißt.

Mai-Gelöbnisamt

Der Gottesdienst am Dienstag, 1. Mai, in der Allerheiligen beginnt um 10.30 Uhr. Der Trachtenverein trifft sich bereits um 10.15 Uhr vor der Kirche; die Frauen im Kirchengewand, Männer in langer Hose.

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