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Leonhardifahrten im Landkreis Miesbach: Auch Kreuth sagt wegen Corona ab

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Von: Christine Merk, Stephen Hank, Sebastian Grauvogl

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Leonhardifahrer bei der Leonhardifahrt 2019 in Warngau
Ist für heuer abgesagt: die Leonhardifahrt in Warngau, hier eine Aufnahme von 2019. © Thomas Plettenberg

Corona lässt den Rosserern keine Wahl: Immer mehr Leonhardifahrten im Landkreis Miesbach werden abgesagt. Jetzt hat es auch Schliersee und Kreuth erwischt.

Update Freitag, 18. September: Leonhardifahrt Kreuth fällt aus

In einer aktuellen Pressemitteilung verkünden die Gemeinde und das Katholische Pfarramt St. Leonhard Kreuth die Absage der diesjährigen Kreuther Leonhardifahrt. Hier die Stellungnahme von Bürgermeister Josef Bierschneider und Pfarrverbandsleiter Monsignore Walter Waldschütz im Wortlaut:

„Aufgrund der rechtlichen Vorgaben zu Veranstaltungen in Bezug auf die Corona-Pandemie ist es in diesem Jahr nicht möglich, die Leonhardifahrt in Kreuth im gewohnten Rahmen abzuhalten. Die Begrenzung der Teilnehmer beim Gottesdienst, die Vorgaben hinsichtlich Masken- und Abstandsgebot und die nur schwer durch die Veranstalter zu kontrollierende Einhaltung dieser Vorschriften erschwert eine würdige Gestaltung des Festes. Wir hoffen, dass im Jahr 2021 das Fest wieder im gewohnten Rahmen möglich ist.

Natürlich bleibt es jedem unbenommen, der am 6. November, dem Festtag des Heiligen Leonhard seinen Dank und seine Bitte um die Fürsprache des Heiligen darbringen möchte, eine persönliche Wallfahrt zur Leonhardskirche nach Kreuth zu unternehmen.“

Update Dienstag, 15. September: Auch Schliersee sagt Leonhardifahrt ab

In den kommenden Tagen wäre es ernst geworden. Die Veranstaltung hätte beim Landratsamt zur Genehmigung angemeldet werden müssen, auch die Versicherungsfrage wäre zu klären gewesen. „Jetzt wäre es ans Eingemachte gegangen“, sagt Leonhard Markhauser. Höchste Zeit also, die Entscheidung über die Durchführung der Leonhardifahrt in Fischhausen zu treffen. Dies ist nun geschehen. Bei einem Gespräch mit Gemeinde und Pfarramt sei man zu der Überzeugung gekommen, die Traditionsveranstaltung wegen den Auflagen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie heuer ausfallen zu lassen.

„Wir haben nach einer Lösung gesucht, wie wir die Veranstaltung entzerren können, sind aber auf keine vertretbare Variante gekommen“, sagt Markhauser als Vorsitzender des Leonhardi-Komitees. Die Leonhardifahrt sei ein Fest für die ganze Marktgemeinde. Neben der Pferdesegnung gehöre auch der „weltliche Teil“ in Form des gemütlichen Beisammenseins im Anschluss dazu. All das wäre heuer den Infektionsschutzvorgaben zum Opfer gefallen. „Dann wäre es nicht mehr das gewesen, was es eigentlich sein sollte.“

Wohin die Reise in Hundham geht, klärt sich in der kommenden Woche. Am Montagabend hat sich der Fischbachauer Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung mit der Leonhardifahrt befasst, berichtet Bürgermeister Johannes Lohwasser auf Nachfrage. Eine Entscheidung sei dabei noch nicht gefallen. „Wir wollen das gemeinsam mit unserem Komitee klären“, sagt Lohwasser. Nach Gesprächen mit dem Gesundheitsamt sei aber absehbar, dass sich die Auflagen nur schwer oder mit großem Aufwand erfüllen lassen. Ob auch die Hundhamer Leonhardifahrt heuer ausfällt, klärt sich laut Lohwasser voraussichtlich final am 22. September.

Ursprünglicher Artikel von Freitag, 11. September:

Die berühmte Leonhardifahrt in Bad Tölz ist wegen der Corona-Beschränkungen bereits gestrichen – und die Rossnarrischen werden heuer wohl auch auf die Leonhardifahrten und -Umritte im Kreis Miesbach verzichten müssen. Die Termine in Reichersdorf (Gemeinde Irschenberg) und Warngau sind bereits abgesagt, für Neuhaus/Schliersee fällt die Entscheidung an diesem Sonntag.

2019 sorgte Ilse Aigners Fuchspelz für Aufregung

„Auch bei uns wird es wohl auf eine Absage hinauslaufen“, erklärte Philipp Lidschreiber vom Leonhardi-Komitee Hundham am Freitag. Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider war bezüglich des aktuellen Planungsstands nicht erreichbar. Er hatte zuvor allerdings schon erklärt, dass man bis spätestens Ende September entscheiden werde. Die Kreuther Leonhardifahrt hatte im vergangenen Jahr wegen eines Fuchspelzes von Ilse Aigner im Nachhinein für Schlagzeilen gesorgt.

Der Verzicht fällt allen schwer. „Es ist wirklich schade“, sagt Josef Huber, Vorsitzender des Leonhardi-Komitees Warngau. Aber niemandem könne man zumuten, unter diesen Umständen die Verantwortung für eine solche Veranstaltung zu übernehmen. Leonhard Rieder vom Reichersdorfer Leonhardi-Komitee sieht das ebenso. Ein Hygienekonzept wäre so aufwendig, das sei bei einer Leonhardifahrt, zu der normalerweise Tausende Besucher kommen, nicht umzusetzen.

Entscheidung in Schliersee fällt am Sonntag

In Schliersee werden an diesem Sonntag das Leonhardi-Komitee mit Leonhard Markhauser als Vorsitzendem, Vertreter der Pfarrei und der Gemeinde sowie die Touristiker beraten. Auch diese Leonhardifahrt ist immer ein Publikumsmagnet. Markhauser will der Entscheidung nicht vorgreifen, erklärt aber, dass strenge Auflagen etwa hinsichtlich der erlaubten Besucherzahl und der Registrierung von Teilnehmern und Zuschauern erfüllt werden müssten. Für Lidschreiber aus Hundham ist angesichts der Besucherbegrenzung auch klar: „Da kommt ja keine Stimmung auf.“ 

cmh/sh/sg

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