Zu knapp bemessen: Das Gerätehaus der Warngauer Feuerwehr ist den aktuellen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Noch ist aber keine Entscheidung gefallen, ob es erweitert oder neu gebaut wird.
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Zu knapp bemessen: Das Gerätehaus der Warngauer Feuerwehr ist den aktuellen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Noch ist aber keine Entscheidung gefallen, ob es erweitert oder neu gebaut wird.

Planung stößt auf Skepsis

Feuerwehrhaus Warngau: Ausbau wohl kaum eine Option

  • vonKatrin Hager
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Ist der Platzbedarf der Warngauer Feuerwehr mit einem Ausbau des Gerätehauses zu decken? Darüber sollte eine Vorplanung Aufschluss geben. Eine Entscheidung hat der Gemeinderat noch nicht getroffen. Allerdings zeichnet sich ab, dass ein Neubau wohl die sinnvollere Alternative sein dürfte.

Warngau – Seit zwei Jahren ist klar: Die Feuerwehr Warngau soll mehr Platz bekommen. Konkret ist seither aber nicht viel vorwärts gekommen. Das ist nach der jüngsten Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend nicht anders. Immerhin: Es ist klarer, was nicht geht. Denn den beiden groben Vorentwürfen für einen Anbau, die ein Planungsbüro vorgelegt hatte, können weder Feuerwehr und Kreisbrandrat noch Gemeinderat viel abgewinnen.

Die beiden Ausbau-Varianten sahen im Wesentlichen vor, im Bereich hinterhalb des Gerätehauses Parkplätze für anrückende Einsatzkräfte zu schaffen und neben den beiden bestehenden Garagen das Gerätehaus um einen Anbau zu erweitern, an der Ost- oder an der Westseite. Die Kostenschätzung lag jeweils um die 1,2 Millionen Euro.

„Das geht gar nicht“, befand Kommandant Johann Eder und hatte einige Mühe, seine Fassungslosigkeit runterzuschlucken. „Das Platzangebot ist unzureichend.“ Die Lagerflächen seien viel zu wenig. Der Anhänger und Ausrüstung der Aktiven, die die Feuerwehr extern untergemietet hat, fänden bei beiden Varianten wieder keinen Platz im Gerätehaus. „Das ist alles zu klein, zu eng, und wir stehen wieder an der Wand und könnten nicht erweitern.“ Er mahnte, im Blick zu behalten, dass Warngau sich weiterentwickelt – etwa mit der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets.

Kreisbrandrat sieht den Standort kritisch

Auch Kreisbrandrat Anton Riblinger sah die Vorentwürfe sehr kritisch – wie auch die Kommunale Unfallversicherung Bayern, wie er informierte: „Der Knackpunkt ist das Nadelöhr an der Straße.“ Eine Ampellösung wie bei der Berufsfeuerwehr in München, wie sie Adolf Schwarzer (CSU) ins Spiel brachte, sei bei einer Freiwilligen-Wehr wie Warngau nicht praxistauglich, weil im Einsatzfall schon mal das erste Fahrzeug ausrückt, während noch Einsatzkräfte mit Privatautos anfahren.

Reinhard Bücher (Grüne) zeigte sich irritiert, dass offenkundig keine Abstimmung der Planung mit der Feuerwehr stattgefunden hatte. Sein Fraktionskollege Michael Spannring haderte damit, ob man die vorliegenden Entwürfe noch soweit anpassen könnte, dass sie doch tauglich wären, oder ob die beiden Varianten für den Papierkorb wären. Für Josef Gschwendtner (FWG), selbst Vorsitzender der Wehr, war die Sache klar: „Der Standort ist vom Platz her nicht mehr tragbar.“ An einem neuen Standort könne man den Bau sinnvoll gestalten. „Es ist wichtig, dass wir rauskommen aus dem Nadelöhr.“ Da stimmte Anton Bader (FWG) zu. Das alte Gebäude wäre ja auch nicht verloren: „Ich denke da an die Geräte der Gemeinde, die anderweitig untergebracht sind.“

Alternativstandort gibt es noch nicht

Dafür müsse aber erst einmal ein Alternativstandort zur Debatte stehen, wandte Engelfried Beilhack (CSU) ein. Die Kosten müsse man schon im Blick behalten – auch wenn allen klar sei, dass die Feuerwehr optimal ausgestattet sein müsse. Auch Schwarzer wollte den bisherigen Standort nicht so schlecht wegkommen lassen: „Es ist kein Grunderwerb nötig und keine Erschließung, und die Fernwärme liegt schon da – so schlecht ist der Platz auch wieder nicht.“

„Eine Erweiterung wird schwierig“, warnte indes Riblinger nochmals, zumal die Kostenschätzung nicht mehr reiche, wenn der Ausbau in größerem Stil erfolge. Der Kreisbrandrat wies auch auf das Wachstum, die B 318, den Zugverkehr und die Folgen des Klimawandels mit Hochwasser und Waldbränden hin: „Die Einsatzzahlen gehen nicht zurück.“

Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) schloss die Debatte schließlich; eine Entscheidung stand noch nicht an. „Wir haben zwei Vorschläge, die wenig zukunftsträchtig sind“, fasste der Rathauschef zusammen. Er will nun zunächst mit der Kommunalen Unfallversicherung klären, ob der bisherige Standort aus ihrer Sicht überhaupt zukunftsfähig wäre.

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ag

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