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Treue Mitglieder: Vorsitzender Sepp Gschwendtner und Kommandant Alfred Woehl (vorne v. r.) sowie Bürgermeister Klaus Thurnhuber, Zweiter Kommandant Johann Eder und Kreisbrandinspektor Andreas Schwabenbauer (hinten v. r.) und Zweiter Vorsitzender Manfred Rappl (hinten 4. v. l.) bedankten sich bei langjährigen Kameraden, darunter Andreas Deflorin (hinten m.), der für 40 Jahre aktive Dienstzeit ausgezeichnet wurde.

Feuerwehr Warngau

Neue Aufgabe: Wütende Autofahrer im Zaum halten

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40 Einsätze absolvierte die Warngauer Feuerwehr im vergangenen Jahr. Einer  bestand darin, bei einem Unfall die Wut von Autofahrern abzufedern.      

Warngau Weniger oft als in den Vorjahren rückte die Warngauer Feuerwehr im Vorjahr aus – dafür erforderten die Einsätze aber deutlich mehr Aufwand. Kommandant Alfred Woehl berichtete jetzt in der Generalversammlung über 40 Einsätze, die 1100 Stunden in Anspruch nahmen – das sind 400 Stunden mehr als 2016. Vor allem bei Bränden (475 Stunden) waren die Weyarner gefordert. „2017 war ein anspruchsvolles Einsatzjahr“, wusste Kreisbrandinspektor (KBI) Andreas Schwabenbauer, „das gilt für fast alle Wehren im Landkreis.“

Leider bekam auch die Warngauer Wehr zu spüren, dass am Rande von Notfall-Einsätzen oftmals die Nerven blank liegen. Unverblümt beschimpften aufgebrachte Autofahrer, die nach einem Auffahrunfall im August auf der B 318 im Stau standen, den Rettungsdienst. Vor dieser Wut mussten Feuerwehrler die Helfer abschirmen.

Insgesamt 450 Stunden leistete die aktive Mannschaft im Bereich der „technischen Hilfeleistung“. Mehrfach rückte die Truppe im vergangenen Jahr an die Tunnelbaustelle aus: Im April riss ein Bagger eine Hauptgasleitung auf; im Juni flutete die Wehr auf Wunsch der Baufirma das Abflusssystem, um mit diesem Stresstest die Funktionsfähigkeit der Entwässerung zu prüfen. Bekanntlich musste die Firma daraufhin prompt nachbessern, was die Baustelle empfindlich verzögert (wir berichteten).

An Nachwuchs mangelt es der Warngauer Wehr derzeit nicht. Knapp 20 Jugendliche befinden sich in Ausbildung. Ein Erfolg, in den die beiden Jugendwarte Franz Ihle jun. und Markus Angerer viel Zeit investieren. „Jugendliche kommen heute nicht mehr von alleine“, wusste KBI Schwabenbauer, „die wollen was geboten haben.“ 

Vorstand Sepp Gschwendtner wies darauf hin, dass „langjährige Mitglieder langsam ins Alter kommen.“ Also gelte es verstärkt, junge Kräfte für den Verein zu gewinnen. 2019 etwa steht in Warngau wieder eine Bettelhochzeit an. „Ohne einen großen Beitrag der Jugend droht dieser Veranstaltung das Aus“, gab der Vorstand zu bedenken.

Feiern will die Feuerwehr schon im laufenden Jahr: Zum 130-jährigen Gründungsjubiläum ist im Frühsommer ein Tag der offenen Tür geplant. Als kleiner Dank für die Mitglieder steht außerdem Anfang September ein zweitägiger Ausflug nach Bamberg auf dem Programm.

In Sachen Weiterbildung legt der Landkreis im Frühjahr ein neues Schulungsprogramm auf, in dessen Mittelpunkt die Mehrzweckfahrzeuge stehen, die bei Einsätzen eine immer größere Rolle spielen. Die Warngauer Wehr hatte erst Ende 2016 ein solches Auto neu angeschafft.

Seit Dezember verfügen die Warngauer über einen Defibrillator, der bei Herzrhythmusstörungen helfen kann. Feuerwehrleute können so noch öfter zu Lebensrettern werden. 

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