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Anstoß voraussichtlich im Frühjahr 2017: Auf der Wiese zwischen dem Café Waldeck (im Hintergrund r.) und dem Waller Sportplatz (im Hintergrund l.) ist eine Fußballgolfanlage geplant.

Gemeinderat Warngau beschließt Baurecht

Fußballgolf in Wall: Der Weg ist frei 

Warngau – Das Projekt Fußballgolf in Wall strebt einem erfolgreichen Finale entgegen: Der Warngauer Gemeinderat hat am Dienstag mit 13:2 Stimmen den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst – das Baurecht für die Anlage, die Wirt Anton Mehringer plant, steht.

Damit kann der Waller Wirt auf der 3,4 Hektar großen Wiese zwischen der Kreisstraße MB 10 und dem Waller Sportplatz die geplante 18-Bahnen-Fußballgolfanlage verwirklichen. Dafür werden bis zu 60 Zentimeter hohe Geländeaufschüttungen angelegt. Das gesamte Areal wird umzäunt von einem 1,50 Meter hohen, weitmaschigen Stahlgitterzaun. 

Das Vorhaben ist nicht unumstritten. Wie berichtet, liegt das Areal im Landschaftsschutzgebiet Egartenlandschaft und muss erst durch das Landratsamt Miesbach davon befreit werden. Diese werde aber im nächsten Schritt, wenn Mehringer seinen Freiflächengestaltungsplan einreicht, vom Amt geprüft und unterzeichnet, erklärte Bauamtsleiter Michael Wagner auf Nachfrage. „Die Zusicherung wurde im Vorfeld abgeklärt – lediglich die Unterschrift steht noch aus“, sagt er. Zudem sträubte sich Christian Kotz, der Wirt des Café Waldeck und unmittelbarer Nachbar der neuen Anlage, gegen zusätzlich geplante Parkplätze an seinem Café, weil er dadurch Ruhe und Aussicht seiner Gäste gefährdet sah. Die Parkplatzthematik ist ohnehin vom Tisch: Auch die Polizei stufte die Situation am Café Waldeck bei zusätzlichen Parkplätzen als problematisch ein, weil diese in einer Kurve liegen würden. Der zweite Vorschlag, zwölf zusätzliche Stellplätze weiter südlich an der Kreisstraße zu integrieren, wurde vom Gemeinderat abgeschmettert (wir berichteten). 

Diskussionen gab es im Gemeinderat diesmal kaum mehr zum Thema. Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) informierte, dass der neue Rad- und Gehweg entlang am Café Waldeck bereits vertraglich gesichert sei. Er machte seinem Unmut, dass die Parkplätze entlang der Kreisstraße nicht kommen werden, noch einmal Luft: „Dass wir nicht versucht haben, dort die gegebene Verkehrsproblematik durch zusätzlichen Parkraum zu entschärfen, tut mir weh“, bekannte Thurnhuber. „Aber wir haben eine Demokratie und ich werde mich fügen.“ 

Der befürchtete zusätzliche Pkw-Ansturm entstehe nicht durch die Fußballgolf-Anlage, dafür seien eigene Parkplätze geplant, konterte Reinhard Bücher (Grüne). „Dass es hin und wieder zu Parkplatzproblemen bei Restaurants kommt, ist bekannt“, sagte er. „Ich sehe deshalb keine Notwenigkeit für zusätzlichen Parkraum.“ Max Bauer (FWG) sah dagegen eine gewisse Entlastung und Verkehrssicherheit, geschaffen gerade durch den neuen Radweg zur Sportanlage. „Die Parkplätze sind deshalb verschmerzbar – viel wichtiger ist, dass wir mit dem Fußballgolf jetzt endlich vorwärtskommen.“ 

Die Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt sah durch die neue Anlage dank der Entfernung der Spielbahnen und -richtung sowie des Zaun keine Gefährdung der Verkehrssicherheit. Auch die Untere Naturschutzbehörde vom Landratsamt Miesbach gab ihrerseits grünes Licht für das Projekt. Und auch die Emissionsschutzbehörde gab Entwarnung in Sachen Lärmbelastung: „Die Rasenpflege kann entsprechend der Sportanlagen-Lärmschutzverordnung durchgeführt werden.“ 

So ähnlich wird die Anlage in Wall aussehen: Fußballgolf funktioniert ähnlich wie Minigolf – nur dass die Spieler einen Fußball durch Hindernisse bugsieren und einlochen.

Somit kommt das Fußballgolf-Projekt in die Endspielphase. Wirt Anton Mehringer freut sich über den Beschluss: „Jetzt machen wir eine schöne Anlage für Familien, Einheimische und Touristen.“ Die Gaudi funktioniert ähnlich wie Minigolf – nur dass die Spieler nicht mit dem Schläger einen kleinen Ball durch Hiundernisse bugsieren und einlochen, sondern per Fuß einen Fußball. Das Spiel ist geeignet für Groß und Klein, Jung und Alt. Die weitere Planung sei nur noch ein formeller Gang, so Mehringer. „Der Spielbetrieb ist für kommendes Frühjahr geplant“, erklärt er, „heuer werden wir das nicht mehr schaffen.“

Daniel Wegscheider

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