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Sauber herausgetrennt: Unbekannte schnit ten ein ganzes Segment des neuen Maschendrahtzaunes heraus, um in Richtung Bahnsteig abkürzen zu können. 

Am Warngauer Bahnhof

Gefährliche Abkürzung: Unbekannte schneiden Loch in Zaun zur BOB-Strecke

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Um in Richtung Warngauer Bahnhof abzukürzen, schneiden Unbekannte regelmäßig ein gefährliches Loch in einen Sicherheitszaun. Die Gemeinde kündigt jetzt eine härtere Gangart gegen die Zaunschlitzer an.

Warngau – Der Zug wartet nicht. Wenn’s pressiert, zählt jede Minute. Wer in Oberwarngau im Bereich Heckenweg oder Rehwinkl wohnt, hat den Bahnsteig schnell vor Augen, muss aber erst die Hartpenninger Straße (Kreisstraße MB 19) hinunter, dort das Gleis queren und auf der anderen Seite wieder „zurück“, ehe der Bahnsteig erreicht ist.

Ein „Umweg“ von 400 Metern, der einigen offenbar zu weit ist: Auf Höhe der Hartpenninger Straße 15 schnitten Unbekannte ein Loch in den Maschendrahtzaun – in den nagelneuen Maschendrahtzaun. „Wir haben die Stelle erst kürzlich flicken lassen“, sagt Kämmerer Anton Kaunzner. Keine vier Tage habe es gedauert, da war das Loch wieder da. „Ein komplettes Zaunsegment wurde mit Spezialwerkzeug sauber herausgeschnitten“, berichtet Kaunzner. Völlig verschwunden ist das Warnschild „Übertreten verboten“.

Den Sicherheitszaun hatte die Gemeinde schon vor Jahren ziehen lassen, als die Kreisstraße (Hartpenninger Straße) saniert worden war. Die Abschirmung verläuft neben der Straße, vom Beginn der Bebauung bis zum Übergang in die Bahnhofstraße. „Wir wollen damit verhindern, dass sich die Leute in Gefahr begeben und wild das Gleis überqueren“, sagt Bürgermeister Klaus Thurnhuber.

Die „Abkürzer“ ließen sich davon nicht bremsen. Ende 2017 war der Zaun so niedergetrampelt, dass ihn selbst Kinder locker überstiegen. „Als der Schnee jetzt im Frühling weg war, haben wir diesen Durchschlupf schließen lassen“, sagt Kaunzner – was bekanntlich nicht von langer Dauer war.

Thurnhuber hat das Spielchen jetzt satt: „Wir haben Anzeige bei der Polizei erstattet, wegen Sachbeschädigung.“ Dabei gehe es weniger um die Kosten – etwa 200 Euro – als um die Sicherheit. „Wir können nicht zulassen, dass da jemand eine dauerhafte Gefahr heraufbeschwört.“ Kleinere Kinder, die Jugendlichen und Erwachsenen über das Gleis nachlaufen, seien besonders gefährdet – und könnten sogar Probleme haben, drüben den Bahnsteig zu erklimmen.

Der Zaun soll so bald wie möglich erneut geflickt werden, auch ein Warnschild will man wieder aufstellen. Und dann? Warten, bis wieder die Drahtschere angesetzt wird? „Vielleicht können wird Anlieger sensibilisieren, ein Auge darauf zu werfen“, sagt Kaunzner. Oder gar eine Kamera aufstellen? „Das ist rechtlich schwierig“, weiß Thurnhuber, „aber wir haben schon noch ein paar Möglichkeiten in der Hinterhand.“

Langfristig könne man sogar überlegen, eine Fußgängerbrücke zu bauen, sagt der Rathauschef, weiß aber auch um die Schwerfälligkeit des Verhandlungspartners Bahn. „Bis so eine Brücke steht, wär’s ein weiter Weg.“

Auf der östlichen Gleisseite, etwas weiter nördlich neben dem Wohnquartier Am Einfang, gibt es in Richtung Bahnsteig nichts abzukürzen; trotzdem ging die Gemeinde dort erst im Vorjahr auf Nummer sicher. Das Rathaus zahlte laut Kaunzner rund 10.000 Euro für einen etwa 400 Meter langen, stabilen Stabgitterzaun, der zusätzlich zu einer Hecke verhindern soll, dass Kinder aufs Gleis geraten. Die Anwohner beteiligten sich und erledigten die Montage.

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