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Rückzug: Die wöchentliche Sprechstunde des gemeindlichen Pass- und Meldeamts im alten Waller Rathaus wird eingestellt.

Nach vier Jahren

Gemeinde gibt Außenposten in Wall auf

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Vier Jahre lang unterhielt Warngau eine Außenstelle in Wall. Wohnortnah konnten die Waller dort etwa Pässe beantragen. Jetzt wird das Waller Rathaus endgültig außer Dienst gestellt.

Warngau – Bürgernähe, so lautete das Stichwort im Jahr 2013. Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) überzeugte damals den Gemeinderat, es auf einen Versuch ankommen zu lassen. Im Waller Rathaus, das 1978 nach der Eingemeindung nur als Wohnhaus genutzt worden war, wurde ein Pass- und Meldeamt der Gemeindeverwaltung eingerichtet. Einmal in der Woche, immer dienstags für vier Stunden, ist das Büro seitdem besetzt.

Die Nachfrage ist mittlerweile überschaubar. Wie Thurnhuber jetzt im Gemeinderat erklärte, nützen durchschnittlich drei Bürger das wöchentliche Angebot. „Viel oder nicht viel – darüber lässt sich streiten“, sagte Thurnhuber. Es lag auch nicht an dieser Frequenz, weswegen die Gemeinde den Service nach vier Jahren in Frage stellte. Auslöser der Überlegungen, die Außenstelle aufzugeben, sei ein abzusehender Personalwechsel, betonte der Rathauschef. „Eine Mitarbeiterin geht nächstes Jahr in Ruhestand“, erklärte Thurnhuber. Die sich daraus ergebenden internen Umschichtungen würden eine regelmäßige Besetzung der Außenstelle erschweren. „Wir werden den Service nicht mehr dauerhaft anbieten können“, erklärte der Bürgermeister. Und wenn keiner mehr verlässlich wisse, ob überhaupt geöffnet sei, „wird’s mit der Akzeptanz schwierig“. Sein Vorschlag; Die Außenstelle wird Mitte 2017 geschlossen. Computer und Büroeinrichtung, die 2013 rund 7500 Euro kosteten, werden ins Warngauer Rathaus übernommen.

Einzig Anton Bader (FWG) war im Gemeinderat mit der Schließung nicht einverstanden: „Kommunalpolitik sollte nah am Bürger sein.“ Dass nur wenige Waller den Service nutzen, sieht er nicht als Argument: „Drei ist schon einer mehr als ein Paar.“ Ausschlaggebend sei weniger die Nachfrage als die Personalsituation, betonte Jakob Weiland (CSU): „Wenn die Personaldecke besser ist, könnte man den Service ja wieder einrichten.“ Thurnhuber deutete an, dass er sich stattdessen eher einen „mobilen Service“ der Verwaltung vorstellen kann: „Warum nicht über Hausbesuche nachdenken?“

Im Waller Rathaus soll wieder Wohnraum entstehen, wie es bereits vor 2013 der Fall war. Laut Thurnhuber sind nicht viele Umbauten nötig: „Eine neue Küche müsste halt rein.“ 4200 Euro an jährlichen Mieteinnahmen erlöste die Gemeinde damals durch Vermietung des Erdgeschosses. Ob das Rathaus womöglich als Unterkunft für anerkannte Asylbewerber in Frage kommt, konnte Thurnhuber noch nicht sagen.

„Wohnraum ist auf jeden Fall wichtig“, fand Leonhard Obermüller (CSU). Den Verlust der Außenstelle müsse man angesichts der Personallage hinnehmen. „Und jetzt, da Warngau eine Eisdiele hat, ist es für Waller ohnehin interessanter geworden, mal nach Warngau zu fahren“, fügte er augenzwinkernd hinzu.

avh

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