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WC Fehlanzeige: Auch um Taubenberg-Wanderern einen besseren Service zu bieten, dachte die Gemeinde jetzt über den Bau einer öffentlichen Toilette nach. 

Kein dringendes Bedürfnis

Gemeinde verzichtet auf ein Toilettenhäuschen

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Wer in Oberwarngau dringend muss, der kann nicht – zumindest nicht in einem öffentlichen WC. Wäre das nicht ein überfälliger Service für Taubenberg-Wanderer, Friedhofsbesucher und Kirchgänger? Die Gemeinde sieht vorerst kein dringendes Bedürfnis.

Warngau Gemeinderat Sepp Gschwendtner (FWG) hatte vor einiger Zeit den Stein ins Rollen gebracht. Warngau sei zwar kein touristischer Hotspot, so der Gemeinderat, aber speziell während der Wandersaison im Frühling und Herbst seien viele Naherholer unterwegs, die nach einer schönen Taubenberg-Tour ein gepflegtes stilles Örtchen bestimmt zu schätzen wüssten.

Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) streckte daraufhin die Fühler aus, was in Oberwarngau diesbezüglich machbar wäre und welche Kosten damit verbunden sind. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte er dem Gremium seine Erkenntnisse vor.

Zunächst wurde abgeklopft, ob sich die Vereinsheim-Toilette gleich neben dem Rathaus zu einer öffentlich zugänglichen Bedürfnisanstalt erweitern lässt. „Funktioniert leider nicht“, sagt Thurnhuber auf Anfrage.

Die dortigen Toiletten sind der Eisdiele und, als Personal-WC, der benachbarten Metzgerei zugeordnet. „Genehmigungstechnisch sind wir dort am Anschlag“, weiß der Rathauschef, „wenn wir dort für Wanderer öffnen, bekommen wir Probleme bei den beiden Geschäften.“

Bliebe der Gemeinde also nur, ein neues Gebäude zu errichten und zu unterhalten. Einige Gemeinden im Landkreis haben bereits eigene WC-Anlagen gebaut, etwa der Markt Holzkirchen am Bahnhof. Etwa 120 000 Euro habe das gekostet, wie Thurnhuber in Erfahrung brachte; dazu kommen Reinigungskosten in Höhe von 10 000 bis 12 000 Euro im Jahr. „Und es ist wohl gar nicht so leicht, überhaupt Reinigungspersonal zu finden.“

Im Gemeinderat schwand daraufhin jede Euphorie, das Thema würde zurückgestellt. Anton Bader (FWG), der in der Pfarrei Oberwarngau für Friedhof und Gebäudlichkeiten zuständig ist, schlug laut Thurnhuber vor, über eine gemeinsame Toilettenanlage für Friedhofs-Besucher und Wanderer im Bereich der Friedhofs-Parkplätze nachzudenken. „Wäre eine Überlegung wert“, findet der Bürgermeister.

Aber braucht es das wirklich, eine für teures Geld gebaute Toiletten-Anlage im beschaulichen Warngau? Thurnhuber hat Zweifel: „Ein typischer Touristenort sind wir nicht wirklich.“ Überdies gehe niemand gerne auf öffentliche Toiletten, besonders Frauen schrecke die vermeintlich mangelnde Hygiene meistens ab, „da können wir noch so beim Putzen hinterher sein“.

Für Notfälle, wenn dringende Geschäfte absolut keinen Aufschub zulassen, verweist Thurnhuber auf zwei Gastronomie-Betriebe im Dorfkern. Nach einer Taubenberg-Runde könne man dort wunderbar einkehren – und die dortigen Toiletten nutzen. „Niemand muss bei uns ins Gebüsch.“ 

Der Bürgermeister gibt sogar zu bedenken, dass eine neue Toilettenanlage am Friedhof, immerhin 150 Meter vom Rathaus entfernt, womöglich den kulinarischen Angeboten im Rathaus-Umgriff Umsatz mit Wanderern kosten könnte. „Derzeit sehe ich keine Notwendigkeit für eine Toilettenanlage in Oberwarngau“, fasst Thurnhuber zusammen.

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