Tragischer Frontalunfall auf der Ortsumfahrung fordert zweites Todesopfer

Tragischer Frontalunfall auf der Ortsumfahrung fordert zweites Todesopfer
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Das frühere Bahnhofsgaststätte Tafelmayer in Warngau wird dank einer Schenkung an die Gemeinde zu einem Haus mit Mietwohnungen ausgebaut. Bürgermeister Klaus Thurnhuber freut sich über den sprichwörtlichen Sechser im Lotto. 

„Ich dachte erst, das ist eine Gaudi“

Gutes Geschäft für Warngau: Unbekannter Gönner spendiert Wohnungen

Das ist mal ein gutes Geschäft: Ein Spender, der anonym bleiben will, hat der Gemeinde Warngau ein Angebot unterbreitet: sie soll bezahlbare Mietwohnungen bauen, er zahlt die Rechnung.

Warngau „Ich dachte erst, das ist eine Gaudi“, gesteht Bürgermeister Klaus Thurnhuber freimütig. Oder eine dubiose Betrugsmasche. Kein Wunder: Auch im Warngauer Rathaus klingelt ab und an das Telefon, und es ist von einem verheißungsvollen Gewinn oder Geschäft die Rede. „Einer hat mal fünf Millionen geboten“, erzählt Thurnhuber. Doch diesmal war am anderen Ende der Leitung weder ein Trickbetrüger noch „Verstehen Sie Spaß“. Es war tatsächlich ein spendabler Bürger. Mit einem verlockenden und in diesem Fall auch nicht unmoralischen Angebot: Er will die Kosten für einen Ausbau der früheren Bahnhofsgaststätte Tafelmayer, das die Gemeinde vor gut einem Jahr kaufte, zu einem Mehrparteien-Wohnhaus übernehmen – komplett. Die Bedingung: Die Gemeinde soll dort sozialen Wohnraum schaffen. Ein sprichwörtlicher Sechser im Lotto: „Vielleicht passiert so was alle 100 Jahre mal“, meint Thurnhuber. „Und ich hab das Glück, da Bürgermeister zu sein.“ Die Gemeinde kann dadurch ein zweites soziales Wohnbauprojekt nach dem in Osterwarngau (wir berichteten) umsetzen.

Die Schenkung ist bereits notariell besiegelt. Über die Höhe schweigt der Bürgermeister, ebenso über die Identität des Spenders. „Es ist Stillschweigen vereinbart, und daran halten wir uns.“ Klar ist: So eine Sanierung mit Einbau mehrerer Wohnungen kostet locker einen hohen sechsstelligen oder gar siebenstelligen Betrag. Der Unbekannte hat der Gemeinde zwar keinen Blankoscheck ausgestellt, aber genug, dass es reichen sollte für den Ausbau mit Wohnungen – die Gemeinde rechnet jedenfalls nicht damit, dass sie noch Geld drauflegen muss.

Warum der wohlhabende Unbekannte derart viel Geld locker macht, um die Gemeinde beim Bau von Wohnungen zu unterstützen, dafür zumindest hat Thurnhuber eine Erklärung: „Er sagt, er hat im Leben so viel Glück gehabt und in einem sicheren Land leben dürfen, da will er einen Teil an die Allgemeinheit zurückgeben.“

Im Schenkungsvertrag sei klar geregelt, dass die Wohnungen nach sozialen Gesichtspunkten an Warngauer Bürger vergeben werden sollen. Welcher Bewerber im Zweifelsfall den Vorzug erhält, dafür wolle sich die Gemeinde klare Spielregeln geben, kündigt Thurnhuber an. Grundsätzlich ist sie dank des Spenders bei der Vergabe aber weder an übergeordnete staatliche Instanzen noch an Bedingungen von Fördertöpfen gebunden.

Der Gemeinderat hat nun mit einstimmigem Beschluss die ersten Weichen für den Um- und Ausbau des Tafelmayer-Anwesens gestellt, das seit Jahrzehnten nicht mehr als Bahnhofsgaststätte dient und nicht unter Denkmalschutz steht. Ein Planer soll schauen, wie mit den zur Verfügung stehenden Mitteln und konform mit dem Baurecht der meiste Wohnraum herausgeholt werden kann. „Ich könnte mir vorstellen, dass es drei Etagen werden“, sagte Thurnhuber. Bisher befindet sich in dem alten Anwesen, das die Gemeinde vor gut einem Jahr erworben hat, nur eine Wohnung. Der derzeitige Bewohner soll für die Zeit des Ausbaus in einer anderen Wohnung untergebracht werden, die Gemeinde unterstütze ihn dabei. „Wenn er will, kann er danach wieder einziehen“, kündigte Thurnhuber an.

Der Rathauschef rechnet damit, dass Planung und Ausschreibung der Arbeiten mehrere Monate dauern werden. Vielleicht, meint er, sei es zu schaffen, dass die Baufirmen, die im Sommer ohnehin Hochkonjunktur haben und dann oft teurere Angebote aufrufen, in der kalten Jahreszeit mit dem Umbau loslegen können. „Die Fassade bleibt ja stehen.“

Katrin Hager

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