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An dieser Stelle soll mittels Brücke eine Verbindung zum Kaiserbichl geschaffen werden.

Gemeinderat Warngau

Hauserbauernbrücke: Braucht's das?

Warngau - Die Hauserbauernbrücke soll für eine zweite Querung der B318 sorgen. Plötzlich kostet diese aber doppelt so viel wie angenommen. Unumstritten ist der Bau jetzt nicht mehr.

Der geplante Bau der Hauserbauernbrücke spaltet den Warngauer Gemeinderat. In der Sitzung am Dienstagabend stellten Vertreter des zuständigen Ingenieurbüros die Baupläne mit Kostenschätzung vor. Gerade Letztere sorgte für Diskussionsstoff, denn insgesamt werden nun statt 350 000 Euro rund 862 000 Euro fällig (wir berichteten). Letztlich einigte sich das Gremium bei vier Gegenstimmen darauf, den Beschluss zum Bau auf die Dezembersitzung zu vertagen. 

Die Hauserbauernbrücke soll als zweite Querung der B318 dienen

Die Planungen zum Bau einer 5,50 Meter breiten, einspurigen Verbindungsbrücke zwischen dem Angerweg im Osten und dem Kaiserbichl im Westen starteten im Mai 2012. Die Umsetzung sollte im Zuge der Tieferlegung der B 318 erfolgen. „So können wir Synergieeffekte nutzen und Kosten sparen“, sagt Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG). 

Die Kosten für die Gemeinde belaufen sich auf 862 000 Euro 

Die Kosten für den Bau der Brücke, die Anbindung an den Angerweg im Osten und für eine Wendeanlage muss die Gemeinde Warngau nämlich selbst tragen. Lediglich für die Anbindung des Kaiserbichls im Westen wird das Straßenbauamt Rosenheim aufkommen. Insgesamt beläuft sich der Anteil der Gemeinde auf 862 000 Euro: 695 000 Euro für den Bau der Brücke, 38 000 Euro für die Anbindung an den Angerweg sowie 129 000 Euro für die Wendeanlage. Verglichen mit der bisherigen Schätzung verschlingt die Brücke nun also mehr als das Doppelte. „Die Kosten haben uns alle erschlagen“, sagt Thurnhuber. Bislang, so Kämmerer Anton Kaunzner, sei die Frage „Brücke oder nicht?“ kein Thema gewesen. Bis zur jüngsten Sitzung. 

„Die Wegersparnis durch die Brücke beträgt rund 260 Meter, das ist so gut wie nichts“

Vor allem Max Bauer (FWG) stellte die Notwendigkeit der Brücke in Frage. „Die Wegersparnis durch die Brücke beträgt rund 260 Meter, das ist so gut wie nichts.“ Steuergelder gehörten sinnvoll genutzt, der Bau der Brücke grenze für ihn an Steuergeldverschwendung. Weil das Bauvorhaben bislang nicht durch den Bund bezuschusst wird, regte Reinhard Bücher (Grüne) an, die Abstimmung zu vertagen. „Wir sollten eine Verkehrsuntersuchung durchführen. So haben wir die Chance auf einen sechsstelligen Zuschuss.“ 

Durch die Tieferlegung der B318 und den Bau der Hauserbauernbrücke soll der Ort zusammenwachsen

Auch Anton Bader (FWG) machen die Kosten zu schaffen. Dennoch brauche Warngau diese Brücke dringend, vor allem dann, wenn eine Querung vorübergehend wegfiele. „Außerdem zahlen wir in drei Jahren nochmal zehn Prozent mehr.“ Engelfried Beilhack (CSU) sprach sich ebenfalls für den Bau der Brücke aus. „Durch die Tieferlegung der B 318 sollte der Ort zusammenwachsen. Wenn wir diese Brücke nicht bauen, dann haben wir das Gegenteil erreicht.“ 

Die Änderung des Flächennutzungsplans und der Bebauungsplan wurden bereits verabschiedet

Letztlich war es Christian Triendl, der mit seinem Vorschlag, die Abstimmung zu vertagen, beim Bürgermeister auf offene Ohren stieß. „Wir lassen die Bauleitplanung weiterlaufen und verschieben die Abstimmung um zwei Monate“, sagt Thurnhuber. „So können wir Einsparungsmöglichkeiten prüfen.“ Zumindest die Änderung des Flächennutzungsplans und den Bebauungsplan hat der Gemeinderat aber schon verabschiedet.

hb

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