Bunte Eier gehen bei den Kunden immer besser, einige jedoch färben noch selbst, berichtet Maria Holzer vom Betzinger-Hof in Lochham. Dort dürfen die Hühner auch in Zeiten von Vogelgrippe draußen rumsausen.
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Bunte Eier gehen bei den Kunden immer besser, einige jedoch färben noch selbst, berichtet Maria Holzer vom Betzinger-Hof in Lochham. Dort dürfen die Hühner auch in Zeiten von Vogelgrippe draußen rumsausen.

Maria Holzer (29) über Produktion in Zeiten der Geflügelpest

Hühnerhof in Lochham vor Ostern: „Unser Betrieb läuft auf Hochtouren“

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Geflügelpest trifft Osterfest: Wie steht‘s da um die Ostereierproduktion? Maria Holzer (29) vom Geflügelhof Betzinger in Lochham im Interview.

Lochham – Die Geflügelpest ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Doch die Ostereier-Produktion am Betzinger-Hof in Lochham läuft auf Hochtouren, berichtet Maria Holzer (29) aus dem Familienbetrieb. Ein Gespräch über frei laufende Hühner, unruhige Kunden und Eiertrends.

Frau Holzer, die Geflügelpest breitet sich immer mehr aus. Ist die Ostereier-Produktion heuer in Gefahr?

„Nein, bei uns im Betrieb nicht. Wir haben genügend Eier. Und unser Betrieb läuft – wie gewohnt an Ostern – auf Hochtouren. Seit Corona ist der Wert regionaler Erzeugnisse sowieso gestiegen. Und wegen des Lockdowns sind die Leute mehr zu Hause und kaufen mehr ein. Wir machen also einen guten Umsatz. So können wir unseren Ausfall in der Gastronomie – normalerweise beliefern wir ja auch Restaurants – durch den privaten Direktverkauf kompensieren.“

Nach bisherigen Erkenntnissen hält sich die Gefahr der Geflügelpest für den Menschen in Grenzen. Spüren Sie trotzdem die Unruhe der Verbraucher?

„Ja, viele Verbraucher sind verunsichert, vor allem wegen der Stallpflicht. Viele rufen uns an und fragen, warum unsere Hühner noch draußen rumlaufen dürfen.“

Und was antworten Sie den Leuten?

„Dass die Stallpflicht nur in Risikozonen gilt, und da gehören wir zum Glück nicht dazu. Ich verweise die Leute immer auf das Veterinäramt in Miesbach. Dort können sie sich genauer informieren.“

Trotzdem müssen auch Sie strengere Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Beeinflusst das Ihren Arbeitsalltag stark?

„Wir müssen bestimmte Schutzkleidung wie Überschuhe und einen Overall tragen. Und wir haben die Tiere in unserem Stall in zwei Altersklassen geteilt. Aber für uns hält sich der Aufwand im Moment noch in Grenzen.“

Wird für einen Betrieb Stallpflicht verhängt, darf er keine „Freilandeier“ mehr verkaufen. Wirkt sich das positiv auf Ihr Geschäft aus, nachdem Ihre Tiere noch an die frische Luft dürfen?

„Es gibt bestimmte Leute, die lieber Freilandeier wollen. Und insgesamt werden sie schon knapp wegen der Geflügelpest. Im Moment spüren wir die Veränderung aber nicht so stark, da an Ostern, wie gesagt, immer viel los ist.“

Laut Landratsamt gab es im Landkreis bislang keine Fälle von Vogelgrippe im Kreis Miesbach. Ist die Angst unter Züchtern und Haltern trotzdem groß?

„Es herrscht schon eine gewisse Unruhe, aber keine Panik. Wir hoffen eben, dass uns die Vogelgrippe nicht zu nahe kommt. Notfalls hätten wir einen Wintergarten für die Tiere. Das ist ein echter Luxus.“

Wie bereiten Sie sich generell für Ostern – also die stressigste Zeit – im Jahr vor?

„Wir schauen immer, dass für Ostern die Hühner aller Altersgruppen beim Legen sind. Das heißt, wir kaufen rechtzeitig junge Tiere ein. Die fangen erst mit kleinen Eiern an. Die sind ja meistens nicht so beliebt bei den Kunden. An Ostern legen sie dann schon Eier in M- oder L-Klasse. In der Osterzeit haben wir meist um die 7500 Hühner, die insgesamt zwischen 7300 und 7400 Eier pro Tag legen. Nach Ostern sind es dann gut 2500 Tiere weniger.“

Kaufen die Kunden die Eier lieber gefärbt oder in natura?

„Es gibt schon einige Leute, die Eier zum selber färben und backen brauchen. In den vergangenen Jahren hat aber der Trend zugenommen, dass die Leute mehr gefärbte und gekochte Eier kaufen. Und das schon lange vor Ostern. Etwa ein Viertel bis ein Fünftel unserer Eier lassen wir färben, und zwar in Erding. Wir verkaufen nur unsere eigenen Eier. Das ist nicht überall so. Häufig kommen die Eier aus dem Ausland und werden hier gefärbt, dann gelten sie schon als bayerische Eier.“

Und welche Farben sind der Renner?

„Das ganze Jahr über wollen die Leute lieber braune Eier kaufen, die von den braunen Hühnern stammen, die viel ruhiger sind. Nur an Ostern ist die Nachfrage nach weißen Eiern größer, weil die sich leichter färben lassen. Bestimmte Farben wie Gelb gehen auf weißen Eiern besser. Aber für Rot und Blau eignen sich auch braune Eier gut. Wir mischen unsere Schachteln immer, daher weiß ich gar nicht, welche Farben am beliebtesten sind.“

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mar

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