Ein trauriger Anblick: Anton Bader, Vorstand der Hochbergler, zeigt, wo der Oberwarngauer Maibaum aufgestellt worden wäre.
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Ein trauriger Anblick: Anton Bader, Vorstand der Hochbergler, zeigt, wo der Oberwarngauer Maibaum aufgestellt worden wäre.

Wegen Corona-Pandemie

Kein Maibaum in Oberwarngau

  • Bettina Stuhlweißenburg
    vonBettina Stuhlweißenburg
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Oberwarngau – Am Samstag wäre es soweit gewesen. Doch pandemiebedingt muss das Aufstellen des Maibaums, das in Oberwarngau nur alle fünf Jahre stattfindet, ausfallen.

Im November, als „D’Hochbergler Oberwarngau“ den alten Maibaum aus versicherungstechnischen Gründen abgebaut hatten, hatten die Trachtler noch gehofft, am 1. Mai ein neues Prachtstück aufstellen zu können.

„Ende März haben wir das Aufstellen dann abgesagt“, erzählt Anton Bader vom Vorstand der Hochbergler. „Das war uns einfach zu unsicher.“

Die Fichte wurde an Holzhändler verkauft

Schließlich hatte der Trachtenverein bereits eine 29 Meter hohe Fichte spendiert bekommen. „Hätten wir die dann auch noch gehobelt und angemalt, wäre der ganze Aufwand umsonst gewesen“, so Bader. Der Baum war schon im Dezember gefällt worden. „Es ist üblich, die Bäume während ihrer Winterruhe zu fällen“, erklärt Bader. „Dann hat er noch nicht so viel Feuchtigkeit gezogen, ist leichter und trockener.“ So lasse er sich besser transportierten und bemalen.

Der Verein hat die Fichte nun an einen Holzhändler verkauft, der Spender bekommt den Erlös – und schenkt der Dorfgemeinschaft kommendes Jahr wieder einen Baum. „Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr einen aufstellen können“, sagt Bader. Dann vielleicht sogar wieder per Hand mit den geeinten Kräften der Oberwarngauer. Anders als es die Tradition vorsieht, hatte der Trachtenverein heuer nämlich einen Kran organisiert: Beim Aufstellen mit Muskelkraft hätten die Helfer den vorgeschriebenen Abstand nicht einhalten können. „Und mit FFP2-Maske kann man diese körperliche Arbeit eh nicht machen“, sagt Bader.

der Maibaum ist Symbol einer starken Dorfgemeinschaft

Ihn enttäuscht es, dass Oberwarngaus Ortsmitte nun ohne Maibaum bleibt. Denn der sei ein Zeichen für die Dorfgemeinschaft. Schließlich helfe der ganze Ort beim Aufstellen mit – „D’Hochbergler“ organisieren das Ritual nur. Außerdem werden am Maibaum Fahnen gehisst, zum Beispiel an Fronleichnam oder Leonhardi. „Das können wir heuer nicht machen“, sagt Bader. „Aber es hilft ja nichts.“

Immerhin ist Oberwarngau mit seinem Schicksal nicht allein. Auch Schaftlach zum Beispiel hätte heuer einen neuen Maibaum bekommen. Andere Orte wie Osterwarngau, sind schon das zweite Jahr ohne den traditionellen Mast.  

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