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Klaus Thurnhuber

Klaus Thurnhuber gilt als heißer Kandidat für eine Landratskandidatur

Strebt der Warngauer Bürgermeister nach Höherem?

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Ein Jahr vor der Kommunalwahl ist unklar, ob Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) erneut antritt – oder ob er nach Höherem strebt. Der 54-Jährige gilt als heißer Kandidat für eine Landratskandidatur. Und was macht die Warngauer CSU? Ist sie so selbstbewusst, auch Thurnhuber herauszufordern?

Warngau– Wo sieht Klaus Thurnhuber seine Zukunft? Peilt er eine dritte Amtszeit als Warngauer Bürgermeister an oder geht er bei der Kommunalwahl im März 2020 für die Freien Wähler als Landratskandidat ins Rennen? Noch lässt der 54-Jährige beide Optionen offen. Aktuell gilt: Thurnhuber kandidiert mindestens wieder als Bürgermeister. „Wenn es meine Gesundheit erlaubt und mich die Freien Wähler aufstellen“, wie er auf Anfrage betont.

Der Warngauer Rathauschef hat sich mittlerweile aber auch ein landkreisweites Profil erarbeitet. Seit 2014 fungiert er als Dritter Landrat. Abwegig wäre eine Kandidatur für den Chefposten im Miesbacher Landratsamt nicht. „Wir als Freie Wähler müssen erst noch Gespräche führen“, sagt Thurnhuber, „es wäre aber schon gut, wenn wir mit einem eigenen Kandidaten antreten.“

Thurnhuber macht kein Geheimnis daraus, dass er mit der derzeitigen Führung des Landkreises unzufrieden ist. „Ich will da eine Veränderung.“ Er würde sich zutrauen, als neuer Landrat diese Veränderung herbeizuführen. „Aber es gilt abzuwarten, wer bei den Freien Wählern sonst noch bereit wäre“, sagt der 54-Jährige.

Von Thurnhubers Entscheidung dürfte abhängen, ob andere Warngauer Gruppen eigene Bürgermeister-Kandidaten benennen. Räumt der Amtsinhaber das Rathaus und riskiert eine Landratskandidatur, werden die Karten in Warngau neu gemischt – ohne dass der Amtsbonus zum Tragen kommt. Die CSU bekäme die Chance, das Rathaus zurückzuerobern, das 2008 verloren gegangen war. Auch die Freien Wähler müssten nach einem neuen Spitzenkandidaten für Warngau Ausschau halten.

Was machen die anderen Parteien?

Bleibt Thurnhuber, muss sich die CSU entscheiden, ob sie auch dann einen Herausforderer stellt, wenn es gegen den favorisierten Amtsinhaber geht. Vor sechs Jahren verzichtete die CSU auf einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten. „Es gibt Stimmen im Ortsverband, die sagen, dass wir auf jeden Fall einen Kandidaten brauchen“, sagt der erst kürzlich wiedergewählte CSU-Ortsvorsitzende Henning Fromm. Schon deswegen, weil eigene Bürgermeister-Kandidaten in der Regel die ganze Liste mitziehen – und womöglich mehr Sitze im Gemeinderat bringen.

Mit einer Entscheidung werde man sich Zeit lassen, sagt Fromm. Hegt er selber Ambitionen? „Wir werden das alles in der zweiten Jahreshälfte in aller Ruhe besprechen“, sagt der Ortsvorsitzende.

Auch die Grünen haben sich noch keine Strategie zurechtgelegt. „Es ist alles offen“, sagt Ortsvorsitzender Winfried Dresel. Wie bei der CSU liegt der Fokus bis Ende Mai auf der Europawahl. Dann widme man sich der Kommunalwahl, sagt Dresel. „Für uns Grüne geht es darum, nicht nur Sympathisanten zu bekommen, sondern auch Leute, die aktiv Politik machen wollen.“

So lief‘s bei den vergangenen Wahlen

Grundsätzlich gilt: Der Ball in Warngau liegt im Feld von Klaus Thurnhuber. Er war 2008 zum Nachfolger von Altbürgermeister Lorenz Aigner (CSU) gewählt worden. Damals lag Thurnhuber im ersten Wahlgang noch deutlich hinter seinem CSU-Rivalen Lorenz Rinshofer. In der Stichwahl zog er aber überraschend klar vorbei und kam auf 56,2 Prozent. Offenbar war es ihm gelungen, die Wähler auf seine Seite zu ziehen, die im ersten Wahlgang noch den Kandidaten der Grünen, Christian Triendl, unterstützt hatten. Triendl hatte damals aus dem Stand 20,2 Prozent erreicht.

Sechs Jahre später verteidigte Thurnhuber sein Amt sehr souverän. Fast 87 Prozent der Wahlberechtigten votierten für ihn. Sein Rivale hieß wieder Lorenz Rinshofer, der allerdings nicht mehr für die CSU, sondern für die Bayernpartei ins Rennen gegangen war. Stimmenverhältnis 1663:250. Ein drittes Mal wird es dieses Duell nicht mehr geben. „Als Bürgermeister kandidiere ich sicher nicht mehr“, sagt Rinshofer, „das ist vorbei.“

Die Serie

Wie es ein Jahr vor der Kommunalwahl in den einzelnen Kommunen aussieht, welche Herausforderer die Fraktionen ins Rennen schicken wollen und welche Namen gehandelt werden, beleuchten wir in dieser Serie.

Lesen Sie dazu auch unseren Auftaktbericht. Dort finden Sie weitere Links zum Thema Kommunalwahl 2020 in den übrigen Städten und Gemeinden.

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