Mountainbikes auf dem Taubenberg.
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Mountainbikes auf befestigten Wegen sind nicht das Problem am Taubenberg. Für Ärger sorgen Unbelehrbare, die auf wilden Trails durch den Bergwald flitzen. Um die Problematik zu entschärfen, machte Warngaus Bürgermeister den Vorschlag, zwei „offizielle“ Trails zu ermöglichen – gegen Zahlung an die Grundbesitzer.

Grundstücksbesitzer bleiben kompromisslos

Mountainbike-Trails am Taubenberg: Bürgermeister blitzt mit Vereins-Lösung ab

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Ein neuer Verein, mit Leuten aus der Gemeinde, der sich um zwei Bike-Trails kümmert: Mit dieser Idee versuchte Warngaus Bürgermeister, den sich zuspitzenden Konflikt zwischen Mountainbikern und Grundstücksbesitzern am Taubenberg zu entschärfen. Vergeblich.

Warngau – Für Kompromisse ist es am Taubenberg offenbar zu spät. Nachdem sich Konflikte zwischen Grundbesitzern und Mountainbikern, die wilde Trails durch den Wald nutzen, gehäuft und zugespitzt hatten, kündigte das Landratsamt ein schärferes Vorgehen und mehr Kontrollen in der beliebten Ausflugsregion an.

Vergeblich hatte Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) eine „Verständigungslösung“ ins Spiel gebracht, die sportlichen Bikern wenigstens zwei „Wald-Trails“ ermöglich hätte. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte er seinen Vorschlag, den er bisher nur vor Grundbesitzern und Behördenvertretern erläutert hatte, der Öffentlichkeit vor – auch auf Druck einiger Gemeinderäte.

Grundstücksbesitzer hätten Pacht bekommen für die Trails

Wie Thurnhuber in der Sitzung erläuterte, habe er die Zulassung von zwei Mountainbike-Trails im Taubenberg-Gebiet angeregt. Um die betroffenen Grundstücksbesitzer vor rechtlichen Scherereien zu schützen, schlug der Rathauschef vor, die Eigentümer haftungsfrei zu stellen und von der Verkehrssicherungspflicht zu entbinden.

Thurnhubers größter Trumpf wäre ein „Warngauer Radverein“ gewesen, der sich um die Trails gekümmert hätte und als verbindlicher Ansprechpartner für Grundbesitzer fungieren hätte können. „Damit wären auch Pachterlöse für Eigentümer verbunden gewesen“, betonte der Rathauschef. In Warngau wisse er engagierte Bürger, die sich in einem Radverein engagiert hätten. Und auf seinem Schreibtisch liege sogar ein Brief von 53 Jugendlichen aus Warngau, die sich über einen sportlichen und offiziellen Trail am Taubenberg sehr freuen würden.

Doch des Bürgermeisters Idee kam unter die Räder. Bei der nicht-öffentlichen Aussprache im Sommer, an der stellvertretend zwölf von 163 Grundstücksbesitzern teilgenommen hatten, drang Thurnhuber mit seinem Kompromissvorschlag nicht durch. „Wahrscheinlich ist zu viel Porzellan zerbrochen“, stellte er ernüchtert fest.

Landratsamt will Schilder aufstellen und Kontrolldruck erhöhen

Die beiden Trails hätten seiner Meinung nach einen wichtigen Beitrag geleistet, das wilde Biken am Taubenberg zu kanalisieren und über einen Verein steuern zu können. „Es wäre mehr gewonnen als jetzt“, glaubt Thurnhuber, „denn ob strengere Kontrollen wirklich was bringen, da habe ich Zweifel.“ Auf Veranlassung des Landratsamts soll auf neuen Schildern auf das bestehende Verbot hingewiesen werden, abseits offizieller Forstwege zu radeln. In Arbeit ist sogar eine zusätzliche Rechtsverordnung für den Taubenberg, um das Verbot zu schärfen.

Im Gemeinderat kritisierte Winfried Dresel (Grüne), dass das Ergebnis der geheimen Aussprache öffentlich gemacht worden war: „Ich war verwundert, dass das plötzlich in der Zeitung steht.“ Sein Fraktionskollege Michael Spannring fand die Darstellung „extrem einseitig“, deswegen sei wichtig gewesen, dass der Bürgermeister seine Idee jetzt auch öffentlich präsentiert habe.

Das Votum der Grundstücksbesitzer, Trails unter keinen Umständen zu dulden, habe man zu akzeptieren, sagte Anton Bader (FWG): „Die wollen das nicht, das war eine klare Aussage.“ Die Gemeinde sei jetzt gefordert, auf den Brief der 57 jungen Gemeindebürger zu reagieren: „Wir müssen was für die Kinder tun.“

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