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Kollision mit Auto - die BOB wird für ihr Krisenmanagement im absoluten Ernstfall vergangene Woche gelobt.

Passagier würdigt Verhalten

Unfall-Chaos! Aber BOB-Personal behält kühlen Kopf

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Vergangene Woche erfasste ein Zug der BOB ein Auto am Bahnübergang bei Thann. An Bord des Zuges saß Michael Willmann. Er schildert den Aufprall und lobt das BOB-Personal. 

Thann/Rottach-Egern – Wenn Michael Willmann von Rottach-Egern aus nach München fährt, lässt er das Auto stehen und nimmt die Bayerische Oberlandbahn (BOB). So auch vergangenen Freitag, als der 70-Jährige seinen Sohn besucht hat. Die Rückfahrt ins Tegernseer Tal allerdings war diesmal überschattet von dem schweren Unfall, der sich gegen 19.45 Uhr am Bahnübergang bei Thann ereignete. Ein Autofahrer wurde, wie berichtet, vom Zug erfasst, überlebte aber schwerstverletzt.

An dem Moment, als der tonnenschwere Triebwagen in den Skoda krachte, erinnert sich Willmann noch genau. „Es hat einen Wahnsinnsschlag gegeben“, beschreibt der Rentner. Doch was auf den ersten Schrecken folgte, überraschte ihn genauso – im positiven Sinn. „Die BOB hat wirklich super reagiert“, sagt Willmann. „Es wird immer viel gemeckert, aber das hat nun wirklich auch mal ein Lob verdient.“

Besonders die Reaktion des Personals nach der Kollision hebt Willmann hervor. Die Zugbegleiterin habe sich sofort bei den Passagieren erkundigt, ob alles in Ordnung oder ob jemand verletzt sei. Außerdem habe sie die Leute beruhigt, die es nötig gehabt hätten. Selbst der Triebwagenführer, der laut Angaben der Rettungskräfte selbst unter Schock stand, habe Passagiere per Lautsprecherdurchsagen auf dem Laufenden gehalten, was draußen vor sich geht, erzählt Willmann.

In einer Situation, in der vor dem Zug Hektik herrschte, habe das BOB-Personal einen kühlen Kopf behalten, sagt der 70-Jährige. Dadurch, so glaubt er, sei auch verhindert worden, dass die Stimmung im Zug ins Negative kippt. „Das Schlimmste ist doch, wenn keiner weiß, was eigentlich los ist. Da schaukelt sich das schnell hoch.“

Bernd Rosenbusch freut sich über das Lob.

Sein Lob übermittelte Willmann dem Unternehmen per Mail. „Das hat uns natürlich gefreut“, sagt BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch. Seine Mitarbeiter würden genau für solche kritischen Situationen geschult. Deeskalieren, informieren, auf Leute zugehen: „Wir legen den Grundstein“, sagt Rosenbusch. „Die Ausführung liegt dann aber bei den Menschen im Zug.“ In diesem Fall habe man zwei Mitarbeiter vor Ort gehabt, die lobenswerterweise alles richtig gemacht hätten.

Doch nicht nur im Zug fühlten sich Willmann und seine Mitreisenden, von denen niemand bei dem Unfall verletzt wurde, vollends umsorgt. Die Evakuierung, Zugabschnitt für Zugabschnitt, sei „super organisiert“ gewesen, sagt der Rottacher. Im Anschluss ging es mit Ersatzbussen weiter nach Schaftlach. Weil die BOB jedoch notdürftig auf der Strecke nach Tegernsee pendelte, hätten die Passagiere, schätzt Willmann, in der Kälte eine Dreiviertelstunde warten müssen. Doch nicht mit dem Busfahrer: „Er hat gesagt: Ich fahre euch alle heim“, erzählt ein von so viel Einsatz beeindruckter Willmann. Und so ging es mit dem Bus ins Tegernseer Tal.

fp

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