Über den Festenbach führt die Verbindungsstraße zwischen dem Warngauer Ortsteil Thalmühl und dem Gmunder Louisenthal über die baufällige Brücke.
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Über den Festenbach führt die Verbindungsstraße zwischen dem Warngauer Ortsteil Thalmühl und dem Gmunder Louisenthal über die baufällige Brücke.

Detailplanung der Arbeitsgruppe

„Kurze Bauzeit“ überzeugt: Rahmenbrücke aus drei Fertigteilen könnte Festenbach überspannen

  • Christine Merk
    VonChristine Merk
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Eine Brücke aus drei Fertigteilen könnte künftig den Festenbach bei Thalmühl überspannen. Diese Idee wird nun konkreter.

Warngau – Der Warngauer Gemeinderat hat einer Detailplanung zugestimmt. Nun will die Gemeinde die Genehmigung des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim einholen und bayerische Fördergelder für das Projekt beantragen.

Die bestehende Brücke, die über den Festenbach führt, kurz bevor dieser in die Mangfall mündet, ist bei der letzten Prüfung durchgefallen (wir berichteten). Sie stammt aus den 1960er-Jahren und weist gravierende Schäden an Beton und Stahlträgern auf. Die Tonnagelast wurde nach der Prüfung umgehend reduziert.

Schon in ihren Sitzungen im Januar und Februar hatten sich die Warngauer Gemeinderäte mit dem notwendigen Neubau befasst. Eine Sanierung des Bauwerks sei weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll, hatte Brückenbauingenieur Marcel Kober vom Fachingenieurbüro OK aus Lenggries damals erklärt. Das Büro prüfte daraufhin verschiedene Varianten für den Neubau und kam so auf eine Rahmenbrücke.

Festenbach-Brücke: Kostenaufstellung unterhalb der ersten Schätzung - Fachbüro bietet elegante Lösung

Nachdem die erste Kostenschätzung mit rund 415 000 Euro nebst schätzungsweise 870 000 Euro für den ebenfalls nötigen Neubau der Mangfallbrücke bei Thalmühl den Gemeinderat doch heftig schlucken ließ, beschloss das Gremium, eine Arbeitsgruppe mit vier Mitgliedern des Gremiums (Peter Huber, Michael Spannring, Hans Gillhuber und Florian Rank) die Planungen der Fachleute des Ingenieurbüros begleiten zu lassen. Grünen-Gemeinderat Spannring, der selbst ein Ingenieurbüro betreibt, das sichmit Wasserbau befasst, stellte die Ergebnisse der Arbeitsgruppe nun vor.

„Das Pfiffige an dem Entwurf ist, dass es sich um eine Rahmenbrücke handelt“, sagte er. Eine solche Brücke habe schlanke Querschnitte. „Sie kann in Fertigteilen angeliefert werden, und das bedeutet eine kurze Bauzeit.“ Kein unwesentlicher Faktor für die Kosten. „Wir können so auf eine temporäre Behelfsbrücke verzichten“, sagte Spannring. „Das spart viel Geld.“ Konkret rund 50 000 Euro. Der Plan für die neue Brücke sieht zwei Fahrbahnen mit einer Breite von je 2,25 Metern vor sowie beidseitig Kappen von je 0,75 Metern Breite.

Spannring überraschte die Gemeinderäte zudem mit einer Kostenaufstellung, die eine mögliche Preissteigerung beinhaltete. Zwischen 320 000 und 375 000 Euro würde der Neubau demnach kosten. „Eine wirtschaftliche Lösung“, lautete Spannrings Urteil. Die Planung sei zudem so gestaltet, dass örtliche Bauunternehmen zum Zuge kommen könnten. Skeptisch sah er allerdings die Prognose des Fachbüros, dass der Bau in sechs Wochen zu schaffen sei. „Das ist sportlich.“

Dank Kooperationsbereitschaft des Sägewerks: Behelfsbrücke nicht notwendig - 50 000 Euro Sparpotenzial

Dennoch: Eine temporäre Brücke muss die Kommune wohl nicht aufstellen. Ein großes Dankeschön sprach Leonhard Obermüller (CSU) der Familie Waldschütz aus, die hinter der Brücke ein Sägewerk betreibt. Deren Kooperationsbereitschaft ermögliche es, dass auf eine Behelfsbrücke verzichtet werden kann, was der öffentlichen Hand viel Geld spare. „Das ist herausragend“, lobte Obermüller. Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) schloss sich an: „Das freut uns besonders, dass die Familie ihre Betriebsabläufe so umplant, damit das möglich wird.“ Thurnhuber fügte noch hinzu, dass auch mit der Feuerwehr eine nötige Änderung der Alarmpläne bereits abgesprochen sei.

Reinhard Bücher (Grüne) wollte wissen, ob die Ausschreibung über das Kommunale Dienstleistungszentrum (KDZ) Oberland laufen werde. Das sei noch nicht entschieden, sagte Thurnhuber. Jetzt gehe es erst um die Genehmigung der Detailplanung, um die weiteren Schritte in die Wege leiten zu können. Der Neubau ist für kommendes Jahr anvisiert, wie Ernst Bauer vom technischen Bauamt der Gemeinde mitteilt.

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