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Ein Anwohner hat sich beim Landratsamt über laute Musik und lärmende Gäste im Gasthof zur Post beschwert.

Im Biergarten und drinnen

„Musik und Gästelärm“: Nachbar stört sich an Traditionsgasthof

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Laute Musik und Gäste, die nach 22 Uhr  im Freien ratschen: Ein Anwohner hat Beschwerde gegen den Gasthof Zur Post eingereicht. Das sagen die Behörden.

Warngau – Das Schreiben schlug irgendwann im Herbst im Landratsamt auf. Genauer gesagt im Fachbereich 33, zuständig für Umwelt- und Naturschutz. Der kümmert sich unter anderem auch um Lärmschutz und etwaige Beschwerden, wenn es irgendwo mal zu laut zugeht. Und das war offenbar der Fall im Gasthof Zur Post in Warngau. Denn genau den betraf die Beschwerde eines Anwohners, die beim Landratsamt einging.

„Die Beschwerde richtete sich gegen den regulären, konzessionierten Gaststättenbetrieb“, bestätigt Pressesprecher Birger Nemitz. Geärgert hat sich der betroffene Anwohner, wie er in dem Beschwerdeschreiben angab, über „zu laute Musik und Gästelärm“, der in der Nachtzeit – sprich nach 22 Uhr – aus den offenen Gaststättenfenstern und -türen zu hören war. Außerdem beanstandete der Nachbar laut Nemitz Gäste, die nach 22 Uhr lautstark auf der Terrasse und im Biergarten ratschten. Und das obwohl der Biergarten per Konzession um diese Zeit schon geschlossen sein muss.

Im Gasthof Zur Post wollte man sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht zur Beschwerde äußern. Wirtin Petra Spiegler räumte lediglich ein, dass es derartige Probleme mit einem Nachbarn gegeben habe. Diese habe man aber wieder im Griff. Mehr wolle sie dazu nicht sagen.

Das Landratsamt hat Spiegler in der Zwischenzeit schriftlich an die Einhaltung der Regeln erinnert. Konkret: Die Fenster der Gaststätte müssen nachts geschlossen bleiben, und im Biergarten ist nach 22 Uhr Feierabend – auch für ratschende Gäste. Diese Auflagen hat das Landratsamt festgelegt, als die Konzession für den Gasthof erteilt wurde. „Diese Regeln sind nichts Besonderes und der engen Bebauung geschuldet“, sagt Nemitz. „Wir erwarten, dass das Problem beigelegt ist, sofern die Auflagen erfüllt sind.“

Falls die Beschwerden allerdings anhalten sollten, schaltet sich das Landratsamt ein. Insbesondere, wenn sich mehr als nur ein Anwohner melden würde. Dann könnte das Landratsamt als Untere Immissionschutzbehörde tätigt werden und stichprobenartig Kontrollen durchführen. Bei nachgewiesenen mehrfachen groben Verstößen hätte die Behörde dann die Möglichkeit, ein Ordnungsgeld zu verhängen. „Das wäre aber, als würde man mit Kanonen auf Spatzen schießen“, sagt Nemitz. Im Falle des Warngauer Gasthofs sei es nämlich bei Weitem nicht so schlimm.

Dass sich die Wogen glätten, hofft auch Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG). Er weiß um den Lärm-Zwist. In irgendeiner Art und Wiese Einfluss nehmen kann er jedoch nicht. „Die Gemeinde ist bei so was grundsätzlich außen vor“, sagt Thurnhuber. „Das obliegt in Gänze dem Landratsamt.“ Das Einzige, was er den Streitparteien anbieten könne, ist seine Hilfe als Mediator: „Wenn ich vermitteln kann, mache ich das gerne.“ Der Rathauschef betont bei dieser Gelegenheit, welchen Stellenwert die Gaststätte in der Gemeinde hat. „Es werden doch eh immer weniger Wirtschaften, speziell in kleineren Orten. Unseren Gasthof brauchen wir im Ort dringend.“ Nicht nur Thurnhuber wünscht sich in Warngau daher wohl künftig eine ruhige Nachbarschaft.

fp

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