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Reiterinnen willkommen: Berittene Wallfahrer lockerten den Zug auf.
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Ein Schnapserl gegen die Kälte: Gutgelaunt warten diese Schalkfrauen auf den Leonhardi-Segen. Insgesamt dreimal zogen di e Wallfahrer um die Kirche.
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Gut beschirmt waren gestern auch diese jungen Trachtlerinnen, als es bei Regen und Wind von Oberwarngau hinaus nach Allerheiligen ging. Etwa 50 Gespanne nahmen an der Wallfahrt teil. 
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Geistlichkeit und Ehrengäste: Pfarrer Gottfried Doll (l.) und Diakon Klaus Mrosczok zelebrierten den Gottesdienst.
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Ehrenvolle Aufgabe: Die Vorreiter führten den Zug an, im Hintergrund die Allerheiligen-Kirche.
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Leonhardi Warngau
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Kavalier bei der Arbeit: Helfende Hände sind Ehrensache für jeden Wallfahrer. Der Schnappschuss entstand nach der Ankunft in Allerheiligen.
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Leonhardi Warngau

Leonhardi Warngau

Erste Leonhardi-Fahrt im Landkreis: Ein Tag für waschechte Wallfahrer

Lästige Windböen, nerviger Dauerregen: Die Leonhardifahrt in Warngau gestern war eine Angelegenheit nur für waschechte Wallfahrer. Bilder und Eindrücke:

Warngau Früh am Morgen schon trafen die ersten Rosserer in Oberwarngau ein, um den Segen des Heiligen Leonhards zu erbitten. Dicke Wolken hingen am Himmel, der immer wieder seine Schleusen öffnete. Kamen deswegen weniger Gespanne und Reiter? Josef Huber, Vorsitzender des Leonhardi- Komitees, winkte ab: „Eisernen Rosserern macht das nichts aus.“

Uralt ist dieser Brauch der Segnung, uralt wie die Liebe zu den Rössern. Zum 34. Mal in Folge fand die Warngauer Leonhardifahrt statt. Wer ein Warngauer sein will oder ein echter Rosserer der Region, der hält sich den vierten Sonntag im Oktober stets frei. Sogar bei Schneefall sind sie schon gefahren. Nur weniger Zaungäste als bei schönem Wetter waren es diesmal, aber das kümmerte die Beteiligten nicht allzu sehr.

Während die Rösser mit den Hufen scharrten, predigten Pfarrer Gottfried Doll und Diakon Klaus Mrosczok auf dem Freiluftaltar vor der Kirche. Gesäumt von Zuschauern zogen Gespanne und Reiter schließlich zweimal am Portal von Allerheiligen vorbei, wo Pfarrer Doll den Leonhardi-Segen spendete.

Josef Huber, ein Leonhardifahrer seit frühester Jugend, hatte nicht selber angespannt. Als viel gefragter Organisationschef verzichtet er schon seit zehn Jahren darauf, beim Heimspiel selbst zum Zügel zu greifen. Huber koordinierte, während die Ehrengäste, darunter Landrat Wolfgang Rzehak, in der Kutsche vorbeizogen. Kleine und große Reiter waren mit dabei. In Warngau dürfen sich auch Reiterinnen einreihen, was etwa bei Leonhardi in Bad Tölz nicht möglich ist. Vom kleinen Pony bis zum mächtigen Kaltblut waren alle Größen vertreten.

Blickfang und Herzstück der Wallfahrt waren auch diesmal die festlich geschmückten Truhenwägen. Etwa 50 Gespanne aus dem ganzen Oberland waren nach Warngau gekommen. Die Wände der Wägen zeigten Szenen aus dem bäuerlichen und kirchlichen Leben und Darstellungen traditioneller Handwerke. In Festtagstracht saßen die Wallfahrer auf den Wägen. Vereinsfahnen waren witterungsbedingt in Schutzhüllen gepackt. Schalkfrauen zogen ihre Köpfe ein, wenn der Regen allzu frech wurde. Schirme drehte der Wind nach außen, einige landeten sogar auf der Straße. Das Fell der kräftigen Rappen, die den Wagen der Brauerei Aying zogen, wirkte im Regen noch schwärzer, die sorgsam geflochtenen Mähnen hingen tropfnass herunter. Prächtig sahen sie trotzdem aus, viele Zuschauer fotografierten.

Zur Erleichterung Hubers versank kein Gefährt in der aufgeweichten Wiese. „Wundert mich, dass niemand stecken geblieben ist“, sagte Huber. Doch die Fuhrleute, in der Regel erfahrene Leonhardi-Veteranen, bugsierten ihre Fracht geschickt durch den Matsch.

Zwischenfälle blieben aus. Die Polizei meldete eine rundum friedliche, unfallfreie Fahrt. „Heute ist alles wunderbar über die Bühne gegangen, ohne dass wir irgendwelche Einsätze gehabt hätten“ meldet Markus Probst. Er ist Bereitschaftsleiter des Roten Kreuzes Holzkirchen und war mit elf Kollegen vor Ort, für alle Fälle. „Leonhardi in Warngau ist eigentlich immer ohne Vorkommnisse“, weiß Probst. 

Johanna Wieshammer

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