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Die Miesbacher Tracht trägt Lorenz Rinshofer aus Warngau mit Stolz. Er wird sie auch beim Bürgerfest des Bundespräsidenten in Berlin präsentieren.

Lorenz Rinshofer zu Gast bei Gaucks Bürgerfest

„Das ist fast so wie auf einer Modenschau“

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Warngau - Bundespräsident Joachim Gauck bittet am 9. und 10. September zum Bürgerfest ins Schloss Bellevue. Auch Menschen, die das Ehrenamt herausragend ausfüllen, sind geladen. Unter ihnen ist BP-Kreisrat und Gemeinderat Lorenz Rinshofer (61) aus Warngau

Herr Rinshofer, Sie gelten offenbar als Musterbeispiel eines Trägers der bayerischen Tracht. War das Ihnen bewusst?

Rinshofer: Ja, das war mir schon immer bewusst. Die Miesbacher Tracht ist eben etwas ganz besonderes, ich trage sie gerne und gehe damit sogar in die Kreistagssitzungen. Mal mit, mal ohne Hut. Aber die Leute sollen nicht glauben, dass ich nur ein Gewand habe, manchmal trage ich auch einen Anzug.

So viel Lob für die Miesbacher Tracht. Was zeichnet diese denn aus?

Rinshofer: Wir haben ein grünes Gelee, eine graue Trachtenjoppe und wirkliche Trachtenschuhe mit höheren Absätzen und bestickt, nicht nur Haferlschuhe. Außerdem tragen wir einen Scheibling, viele andere haben ja nur den Tegernseer Hut.

Sind Sie ein bisschen stolz auf die Einladung ins Schloss Bellevue?

Rinshofer: Da bin ich sehr stolz drauf, das ist eine große Ehre. Wir präsentieren die bayerische Tracht, und alle werden schauen. Das ist fast so wie auf einer Modenschau. Meine Frau kommt mit, sie trägt einen Schalk, nicht nur die Ilse (Anmerkung der Redaktion: Ilse Aigner) hat einen (er lacht).

Sie sind ja der einzige Repräsentant aus dem Landkreis. Wie kamen Sie eigentlich zu der Ehre?

Rinshofer: Als ich heuer im April bei einer Tagung des deutschen Trachtenverbands im Trachtenkulturzentrum in Holzhausen bei Landshut war, wurde ich eingeladen.

Aus welchem Grund?

Rinshofer:  Ich engagiere mich seit 51 Jahren ehrenamtlich und habe mich von ganz unten hochgearbeitet. 1965, also mit zehn Jahren, habe ich im Trachtenverein Thalham-Gotzing als Taferlbua, der das Taferl vorne trägt, angefangen. Und seit 2006 bin ich zweiter Gauvorstand des Oberlandler Gauverbands mit Sitz in Miesbach.

Was wollen Sie den Menschen da in Berlin vermitteln von der bayerischen Tradition?

Rinshofer:  Dass wir stolz sind auf unsere Heimat. Und dass sie gerne mal hier Urlaub machen dürfen, dann dürfen sie aber wieder heimfahren. Denn wir können unsere schöne Heimat nicht für Norddeutsche verbauen.

Gilt das auch für Gauck?

Rinshofer:  Ja, wenn der aufhört, braucht er nicht glauben, dass er sich in Bayern ein schönes Häuschen bauen kann (er lacht).

Sie sind also froh, dass er nicht mehr kandidiert...

Rinshofer:  Ich habe eigentlich kein großes Problem mit ihm. Er war vor zwei Jahren beim Patronatstag der Bayerischen Gebirgsschützen in Miesbach, da ist er eigentlich sympathisch rübergekommen. Aber prinzipiell finde ich, dass so ein Bundespräsident sehr viel kostet und nicht viel bringt – er ist ja nur zum Repräsentieren da.

Schlägt Ihr Herz denn eher für einen von Gaucks Vorgängern?

Rinshofer:  Sehr sympathisch fand ich Christian Wulff, obwohl er nicht mehr in meiner Partei ist – ich bin ja von der CSU zur Bayernpartei gewechselt. Aber der wurde so fertig gemacht – und am Ende kam nichts dabei raus.


Das Gespräch führte

Marlene Kadach

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