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Baustelle auf Hochtouren: In Osterwarngau, wo einst das alte Lehrerhaus stand, baut die Gemeinde ein Mehrparteienhaus mit sechs Wohnungen.

Gemeinde Warngau packt‘s weiter an

Mehr Spielraum für Wohnungsbau schaffen

Die Gemeinde Warngau lässt nicht locker beim Thema Wohnungsmangel. Neben dem Bau eines Mehrparteienhauses in Osterwarngau will sie auch mehr Spielraum im Bestand schaffen - und fängt im Ortszentrum an.

Warngau – Die Gemeinde Warngau meint es ernst damit, für erschwinglichen Wohnraum in der Region zu sorgen – und für weitere Kapazitäten. In der jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat noch mal an der Ausgestaltung des Mehrfamilienhauses geschraubt, das die Gemeinde derzeit in Osterwarngau baut. Und im Ortskern will sie baurechtliche Möglichkeiten für mehr Wohnraum auf gleicher Fläche schaffen.

Kämmerer Anton Kaunzner informierte das Gremium über den Fortschritt bei der Vergabe der Gewerke für den kommunalen Wohnungsbau an der Holzkirchner Straße in Osterwarngau. Die Gemeinde habe im vergangenen Monat drei Aufträge an Unternehmen vergeben. Für die Gerüstbauarbeiten erhielt eine Firma aus Holzkirchen den Zuschlag für 11 700 Euro, für die Malerarbeiten ebenfalls ein Holzkirchner Betrieb für 26 000 Euro. Die Putzarbeiten wird ein Schaftlacher Unternehmen für 34 000 Euro übernehmen. Damit sind bislang Aufträge im Wert von knapp 780 000 Euro erteilt.

Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) schlug im Gemeinderat zudem vor, in das Mehrparteienhaus mit zwei größeren Wohnungen mit 80 Quadratmetern und vier kleineren Wohneinheiten mit 37 Quadratmetern auch bereits Küchen mittlerer Qualität einzubauen. Thurnhuber rechnet mit Kosten etwa in Höhe von 38 000 Euro. „Wir haben nicht viel davon, wenn die Mieter dort selbst das Rumbauen anfangen“, meint der Rathauschef. „Nach drei, vier Jahren wird es dann wieder verändert, und die Wände sind bearbeitet.“ Zumal das den künftigen Mietern mit geringerem Einkommen entgegenkomme. „Letztlich handelt es sich ja um sozialen Wohnungsbau.“ Auch wenn die Gemeinde bekanntlich diesen nominell vermieden hatte, um die Wohnungen selbst vergeben zu können.

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Die Vorgehensweise fand Manuela Gschwendtner (FWG) richtig: „Gerade für sozial schwache Familien ist das ein tolles Angebot.“ Auch Engelfried Beilhack (CSU) und Reinhard Bücher (Grüne) hielten eine fachgerechte Ausführung gerade in der Küche für sinnvoll. Wie Kaunzner in Erfahrung gebracht hatte, rüste auch die Gemeinde Gmund nun Küchen selbst nach, auf die sie in ihrem Wohnbauprojekt zunächst verzichtet hatte. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, ein Leistungsverzeichnis erstellen zu lassen.

Dass der Neubau mit sechs Wohneinheiten nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist auf dem angespannten Mietmarkt, ist dem Bürgermeister klar. Deshalb will Thurnhuber anfangen, baurechtliche Weichen in der Gemeinde zu stellen, um auch dabei einen Beitrag zur Linderung leisten zu können. Denn wie in fast allen ländlichen Kommunen wurde das zulässige Maß der Bebauung lange eher klein gehalten. Bedeutet: Vielerorts darf nach gültigem Bebauungsplan nicht einmal der Dachstuhl ausgebaut werden. Die Gemeinde Warngau will nun anfangen, Schritt für Schritt einen zeitgemäßeren Rahmen zu finden und fängt beim Bebauungsplan mit der Nummer 1 für den Bereich Riedstraße/Allerheiligenweg an, wie Thurnhuber das Gremium informierte. „Wir können nicht nur in die Fläche gehen, sonst ist Warngau irgendwann nicht mehr Warngau.“

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Ein Planer solle sich die in die Jahre gekommenen Vorgaben anschauen und dem Gemeinderat Handlungsoptionen vorschlagen. „Ich will versuchen, auf der Fläche mehr zuzulassen“, erklärte Thurnhuber. Am Bebauungsplan an sich will der Rathauschef indes festhalten, damit die Gemeinde die Fäden in der Hand behält und „wir gestalterisch mitreden und Stellplätze regeln können“.

Katrin Hager

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