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Es werde LED-Licht: In Warngau – hier Rathaus und Altwirtsanwesen – wird die Straßenbeleuchtung umgestellt.

Mietmodell für Straßenbeleuchtung 

Warngau steigt auf LED um

Warngau - Die Gemeinde Warngau macht Ernst mit der Energiewende. Sie will die Straßenbeleuchtung auf Leuchtdioden umstellen, über ein Mietmodell.

Die Zeit ist reif, sich von alten Stromfressern zu trennen. LED ist dabei vielversprechend: Weniger Stromverbrauch, höhere Lebensdauer – aber noch wenig erprobt im dauerhaften Großeinsatz: Als „Bürgermeister einer kleinen Landgemeinde“ will Klaus Thurnhuber (FWG) da selbst noch kein endgültiges Urteil fällen. „Versprochen wird viel, und der Dumme ist der, der’s gekauft hat.“ Deshalb hat Warngau einen Weg gesucht, die vielversprechende Technik zu nutzen und gleichzeitig das Risiko zu minimieren: Die Gemeinde mietet die LED-Technik für die Straßenbeleuchtung. Der Gemeinderat hat nun einstimmig beschlossen, eine Nutzungsvereinbarung mit dem Oberhachinger Unternehmen Wire Umwelttechnik GmbH zu schließen. Die Gemeinde hatte zwei Angebote vorliegen gehabt. 

208 Straßenlampen sorgen im Warngauer Gemeindegebiet für Erleuchtung, alle sollen auf Leuchtdioden umgestellt werden – möglichst binnen sechs Monaten, hofft Thurnhuber. LEDs brauchen etwa halb so viel Strom wie die alten Quecksilber- und Natrium-Dampflampen und sparen damit auch CO2-Ausstoß ein – ein wichtiger Schritt also, wenn die Energiewende geschafft werden soll. Ihre Lebensdauer liegt bei rund 20 000 Betriebsstunden. Und sie lassen sich intelligent steuern, was Thurnhuber sehr charmant findet: „Wir können dadurch zum Beispiel in den Seitenstraßen die Leuchtstärke spätnachts automatisch absenken.“ 

Die Kosten für zehn Jahre liegen bei dem Miet-Modell bei insgesamt gut 168 000 Euro, inklusive Strom. Rechnet man den momentanen Ist-Zustand mit dem aktuellen Strompreis auf zehn Jahre hoch, ergäbe sich ein Vergleichswert von 192 000 Euro – die Gemeinde kommt durch den gemieteten Umstieg also günstiger weg. Ein Kauf der neuen LED-Technik für alle Lampen wäre mit 80 000 Euro auf ein Mal zu Buche geschlagen – mit dem Risiko, dass die Technik vielleicht doch nicht so lange hält wie versprochen, meint der Bürgermeister. Nach zehn Jahren dürfte die Gemeinde genügend Erfahrungswerte haben, um sich zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Die Gemeinde hat dafür die Option, der Firma Wire die LED-Lampen zum Preis von drei Monatsmieten abzukaufen – oder sie schreibt die Straßenbeleuchtung neu aus. 

Ein ganz neuer Weg ist das nicht, den die Gemeinde damit einschlägt. Denn auch bisher lief das mit der Straßenbeleuchtung in vielen Kommunen so: Die Gemeinde bestellte quasi Licht, und ein Stromlieferant lieferte selbiges. In Warngau war jahrzehntelang die heutige Bayernwerk AG, eine E.On-Tochter, beauftragt. Dem Unternehmen gehört dank alter Verträge auch die „Hardware“, nämlich die Masten der Straßenlaternen, selbst wenn diese die Kommune bezahlte. Im Gegenzug übernahm der Stromkonzern die komplette Wartung. Die Gemeinde Warngau hat deshalb künftig drei Vertragspartner für ihre Straßenbeleuchtung: Wire, das die LED-Leuchtmittel liefert und wartet, das E-Werk Tegernsee, das bei der Ausschreibung vor einigen Jahren den Zuschlag für die Stromlieferung erhalten hatte, und die Bayernwerk AG, der noch die Masten gehören. Mit Letzterer müsse noch eine eigene Vereinbarung für die Nutzung der Strommasten geschlossen werden, sagt Thurnhuber.

ag

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