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Die gute Nachricht verkündete Bürgermeister Klaus Thurnhuber bei der Bürgerversammlung vor rund 70 Besuchern im Gasthof Zur Post.

Millionen-Projekt an der Bundesstraße in Warngau

Startschuss für die Tieferlegung der B318

Warngau – Die gute Nachricht sparte sich der Bürgermeister bis zur Halbzeit seiner Ansprache auf: Das Straßenbauamt Rosenheim hat diese Woche aus dem Bundesverkehrsministerium die Bauerlaubnis für die Tieferlegung der B 318 in Oberwarngau erhalten, berichtete Klaus Thurnhuber bei der Bürgerversammlung – der Startschuss für das insgesamt knapp 6,5 Millionen Euro schwere Bauprojekt.

Die Pläne sind erstellt erstellt, der Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern – also das Baurecht – liegt seit März 2014 vor. Doch der Startschuss für die Arbeiten ließ auf sich warten. Auch wenn bereits die Bäume fielen, wo die Behelfsfahrbahn um die Baustelle herumgeführt werden soll: Dem Bürgermeister war schon ein wenig mulmig geworden; schließlich wähnte die Gemeinde das Projekt schon mal in trockenen Tüchern, als der Bundesrechnungshof 2009 die damalige Planung stoppte. Straßenbauamts-Leiter Christian Rehm sah wie berichtet keinen Anlass zur Sorge, sprach von einer reinen Formsache, die im Bundesverkehrsministerium noch ausstehe. Jetzt ist sie abgehakt. 

Auf knapp 80 Metern Länge wird die Bundesstraße unter einer Grünbrücke abtauchen, auf der – auf heutigem Bodenniveau – die Kreisstraße MB 10 (Taubenberg- und Bahnhofstraße) über die bis zu sechs Meter abgesenkte B 318 führt; sie dockt mit zwei Rampen an die Bundesstraße an. 

Die Kosten teilen sich der Bund für die eigentliche Tieferlegung (4,6 Millionen) und die Gemeinde für die Grünbrücke (1,85 Millionen). Die Gemeinde plant auf eigene Kosten zusätzlich die neue Hauserbauernbrücke auf Höhe Angerweg und Kaiserbichl. Schulden will sie nicht aufnehmen; sie hat sich Rücklagen in Höhe von knapp vier Millionen Euro angespart, um handlungsfähig zu bleiben. 

Aller Voraussicht nach dürften die Ausschreibungen Ende Mai rausgehen, so Thurnhuber. Wohl Anfang September beginne der Bau der Behelfsfahrbahn an der Westseite der B 318; auf dieser wird der Verkehr während der etwa eineinhalbjährigen Bauzeit vorbeigeleitet. Ebenfalls noch heuer sollen die Bohrpfähle gesetzt werden, die später die Seitenwände der Unterführung bilden. In den Wintermonaten ruht der Tunnelbau, weil die Behörden die Behelfsfahrbahn im Winter nicht freigeben wollen. „Immerhin fahren auf dieser Straße jeden Tag fast 19 000 Fahrzeuge, an Wochenenden bis zu 25 000“, erklärte Thurnhuber. Im zeitigen Frühjahr 2017 kommt voraussichtlich der Deckel für die Grünbrücke drauf. Danach beginnt das große Graben, ehe die Fahrbahn gebaut werden kann. Man wolle alles dafür tun, damit sich der Verkehr während des Baus nicht von der B 318 etwa auf die Kreisstraße MB 10 über die Dörfer verlagert, versicherte Thurnhuber. 

Damit Fußgänger und Radler die B 318 während der Bauzeit überqueren können, wird eine Ampel aufgestellt. Von einer provisorischen Holzbrücke rieten die Behörden ab; diese würden erfahrungsgemäß nicht genutzt. Der Kraftverkehr wird Umleitungen in Kauf nehmen müssen. „Wir werden alle Einschränkungen haben“, meinte Thurnhuber, doch es lohne sich für die Zukunft: „Der Verkehr wird mit Sicherheit nicht weniger.“

Katrin Hager

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