Von „Babylon Berlin“ bis „Grand Budapest Hotel“: Oliver und Sabine Huber aus Warngau haben die passenden Requisiten für Film- und Fernsehproduktionen im Fundus.
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Von „Babylon Berlin“ bis „Grand Budapest Hotel“: Oliver und Sabine Huber aus Warngau haben die passenden Requisiten für Film- und Fernsehproduktionen im Fundus.

Wie geht‘s...? Oliver Huber über die lange Corona-Drehpause und neue Projekte

Ins Filmgeschäft kommt wieder Bewegung

  • vonHeidi Siefert
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„James Bond“, „In 80 Tagen um die Welt“, „Terra X“ oder „Babylon Berlin“ – große Film- und Fernsehproduktionen führen häufig zunächst ins Oberland: in Oliver Hubers Atelier für Film und Gestaltung. Nach der Corona-Zwangspause geht inzwischen wieder was im Filmgeschäft, verrät Huber im Interview.

Warngau – Zusammen mit Frau Sabine und Sohn Moritz führt der Restaurator mit dem Gespür für besondere Raritäten einen Verleih für Requisiten für Filmbranche und Werbefilmproduktionen. Mit dem Lockdown kam auch diese Branche zum Stillstand, und bei den Hubers in Warngau wurde es für einige Monate sehr ruhig. Wie sieht’s jetzt aus? Läuft wieder was? Das haben wir bei Oliver Huber nachgefragt.

Herr Huber, werden in Zeiten von Corona Filme gedreht?

Oliver Huber: „Im März wurde schlagartig alles eingestellt. Im Atelier war es wie tot. Über Wochen kam kein einziger Anruf, kein einziges Mail. Von amerikanischen und englischen Produktionsfirmen geplante Filme wurden komplett gecancelt und auf nächstes Jahr vertagt. Wir hatten extrem lang Ausfälle. Aber das wichtigste ist, die Zeit gesund zu überstehen. Wir haben viele Freunde in Ligurien und haben direkt erlebt, wie schlimm es ausgehen kann.“

Was haben Sie in diesen Wochen getan?

Huber: „Ich bin trotzdem jeden Tag pünktlich gekommen und habe sortiert, geputzt, restauriert und alles auf Vordermann gebracht. Was man sonst im Stress nur irgendwo reinstellt, konnte ich jetzt ordentlich verräumen. Lustig war dabei, dass die ein oder andere Kiste aufgetaucht ist, die ich so gar nicht mehr auf dem Schirm gehabt habe. Requisiten, die schon draußen waren, wie etwa für einen Spin-Off zu „Game of Thrones“, der in Spanien gedreht wird, haben wir nicht zurückgefordert, solange nicht abgedreht ist. Da müssen wir die Leute nicht zusätzlich stressen.“

Zu Besuch im Kuriositätenkabinett: Ein Blick in Oliver Hubers Requisiten-Atelier

Dann haben Sie sehr ruhige Tage im Archiv verbracht?

Huber: „Nicht nur. Bei einem starken Gewitter ist es durch unser Dach nass reingegangen. Weil wir selbst uns in der Lockdown-Zeit hauptsächlich in der Werkstatt im Erdgeschoss aufgehalten haben, haben wir das erst nach ein paar Tagen bemerkt. Unter anderem einen Flügel, in dem das Wasser gestanden ist.“

Werden inzwischen wieder Filme gemacht?

Huber: „Die ersten Produktionen sind wieder angelaufen. Unter anderem statten wir zwei Kinofilme aus. „Munich 38“ ist der eine, „dreieinhalb Stunden“ der andere, eine spannende Geschichte über die Zugfahrt von München nach Ostberlin kurz vor der Grenzschließung. Darüber gehen Gerüchte im Zug um, und für die Passagiere gilt es, sich zu entscheiden, ob sie das ernst nehmen und frühzeitig aussteigen oder bleiben. Und dazu wird es ein großes Fernsehfilmspektakel geben mit „Das weiße Haus am Rhein“. Nach „Adlon“, „Sacher“ und „Grand Budapest Hotel“ können wir damit wieder unsere Stärke als Grand-Hotel-Spezialisten ausspielen.“

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